„Brave“ Altkanzlerin

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Die Abreise von den Salzburger Festspielen stellte sich für Ex-Kanzlerin Angela Merkel langwierig dar: Der Heimflug im Billig-Jet dauerte länger als gedacht – Merkel nahm es gelassen.
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Abhängigkeit von russischem Gas

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Altkanzlerin bei den Wagner-Festspielen

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Angela Merkel

Von 2005 bis 2021 war Angela Merkel Regierungschefin und damit Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, als erste Ostdeutsche und generell erste Frau in diesem Amt. Die promovierte Physikerin tritt 1990 - noch in der damaligen DDR - der CDU bei, 1991 wird "Kohls Mädchen" stellvertretende Parteivorsitzende und 2000 Generalsekretärin. Nachdem die Pfarrerstochter ihren Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) 2005 im Kanzleramt abgelöst hatte, führte sie das Land durch entscheidende Wendepunkte wie die Wirtschaftskrise, den Atomausstieg, die Flüchtlingskrise oder die andauernde Corona-Pandemie. Bereits im Jahr 2018 kündigte sie an, nicht für eine weitere Legislaturperiode zu kandidieren. Nur Helmut Kohl hatte das Amt des Bundeskanzlers noch ein paar Tage länger inne.

Merkel, Wulff, Habeck: Deutschlands „eng verzahnte“ Connection nach Katar

Führende deutsche Politiker und ihre Beziehungen mit dem katarischen Emir: Es gibt stets viel zu besprechen – denn das Verhältnis wird immer enger.
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Ex-Merkel-Sprecher tritt neuen Job an – „Für mich persönlich bedeutet das so viel“

Steffen Seibert hat einen neuen Posten in Israel. Auf Twitter sendet der langjährige Regierungssprecher unter Angela Merkel ein Grußwort in zwei Sprachen.
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Unter Angela Merkel amtierte Olaf Scholz als Vizekanzler. Im „Sommerinterview“ der ARD zeigt sich der Neue im Kanzleramt dennoch überrascht von der Arbeit der GroKo.
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Neuer Job für Angela Merkel: Posten in Portugal – Ampel gibt schon grünes Licht

Angela Merkel zeigt sich wieder vermehrt der Öffentlichkeit. Nun übernimmt die Ex-Kanzlerin einen Posten in Portugal.
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Mit ihren aktuellsten Aussagen überrascht Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel, nachdem es lange ruhig um sie war. Nun rechtfertigt sie den Bau von Nord Stream 2.
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AfD-Klage gegen Merkel erfolgreich: Verfassungsrichter rügen Ex-Kanzlerin wegen Auslandsspruch

Die AfD klagt gegen Angela Merkel, weil die sich auf einer Auslandsreise gegen die Partei positioniert - und bekommt Recht.
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Altkanzlerin Angela Merkel beantwortete erstmals nach ihrer Amtszeit Fragen im Fernsehen. Dabei nannte sie auch den Grund für ihre öffentlichen Zitteranfälle.
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Hinsichtlich des Ukraine-Kriegs sind viele kritische Augen auf Altkanzlerin Merkel und ihre Russlandpolitik zu ihren Amtszeiten gerichtet. Ein Kommentar von Georg …
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Mit keinem anderen Staatschef hat Merkel zu ihrer Amtszeit so oft telefoniert wie mit Putin. Der Merkel-Biograf Bollmann enthüllt, was er über die Verbindung der beiden …
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Nach langer Auszeit sprach die Altkanzlerin im deutschen Fernsehen ausführlich über den Ukraine-Krieg. Das Live-Interview im News-Ticker zum Nachlesen.
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Merkel verteidigt ihre Russland-Politik

Seit einem halben Jahr ist Angela Merkel Politik-Rentnerin. Bei ihrem ersten großen öffentlichen Auftritt sind Russland und die Ukraine das dominierende Thema - aber …
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Merkel verteidigt ihre Russland-Politik: Keine Entschuldigung und klare Worte zu Putin

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Expertin analysiert Angela Merkels Russland-Politik - viele Lehren und ein großes „politisches Versäumnis“

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Angela Merkel

Die Pfarrerstochter Angela Merkel wuchs in der Deutschen Demokratischen Republik auf und erarbeitete sich nach der Wiedervereinigung eine einzigartige politische Karriere. Von 2005 bis 2021 bekleidete die Physikerin das Amt der deutschen Bundeskanzlerin. Innerhalb der Europäischen Union (EU) war sie die am längsten amtierende Regierungschefin.

Angela Merkels Familie: Kindheit und Jugend in der DDR


Angela Kasner kam im Juli 1954 als ältestes Kind des evangelischen Theologen Horst Kasner und dessen Frau Herlind Kasner in der Hansestadt Hamburg zur Welt. Schon kurz nach ihrer Geburt siedelte die Familie in die DDR über und wurde später in Templin in der Uckermark sesshaft, wo ihr Bruder Marcus und ihre Schwester Irene geboren wurden.

Bereits zu Schulzeiten fiel die junge Angela Kasner als vorbildliche Schülerin auf, in den Fächern Russisch und Mathematik war sie sogar die Beste ihrer Klasse. Verwundern dürfte es also niemanden, dass das schüchterne Mädchen ihr Abitur 1973 mit der Durchschnittsnote 1,0 ablegte.

Physik-Studium in Leipzig und Doktorgrad


Nach der Schule nahm die Musterschülerin ein Studium der Physik an der Karl-Marx-Universität in Leipzig auf (heute Universität Leipzig) und lernte dort ihren Kommilitonen Ulrich Merkel kennen und lieben. Die Ehe der beiden, die 1977 geschlossen wurde, hielt jedoch nur fünf Jahre. 1982 folgte die Scheidung.

Nachdem sie ihr Diplom erhalten hatte – für ihre Abschlussarbeit erhielt sie die Note "Sehr gut" – ging Angela Merkel nach Ost-Berlin, um am Zentralinstitut für Physikalische Chemie (ZIPC) der Akademie der Wissenschaften der DDR zu arbeiten. Ihr dortiger Job sowie die Arbeit an ihrer Dissertation führten sie unter anderem nach Donezk (Ukraine) und nach Prag (Tschechien) - und in die Bundesrepublik Deutschland (BRD).

Nach ihrer bestandenen Promotion erhielt Merkel 1986 den Titel Doktor der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.) und widmete sich fortan dem Fachbereich Analytische Chemie. Mittlerweile war sie auch wieder liiert – mit dem Quantenchemiker Joachim Sauer, den sie 1984 kennengelernt hatte. Die beiden lebten lange Zeit ohne Trauschein zusammen, erst 1998 heirateten sie. Das Paar bekam zwar keine eigenen Kinder, Joachim Sauer hat jedoch zwei Söhne aus erster Ehe.

Angela Merkel geht in die Politik und findet zur CDU


Ihre politische Karriere begann Angela Merkel am "Vorabend" der deutschen Wiedervereinigung als Systemadministratorin des Demokratischen Aufbruchs (DA) im Jahr 1989. Schnell nahm die Partei das Potenzial der Akademikerin wahr und sie stieg erst zur Sachbearbeiterin, dann zur Pressesprecherin und schlussendlich in den Vorstand auf.

Für die CDU hatte die Jungpolitikerin zunächst nichts übrig, wollte sie doch ursprünglich der SPD beitreten. Das Blatt wendete sich jedoch, nachdem Merkel und der DA als Teil der "Allianz für Deutschland" innerhalb der letzten gewählten DDR-Regierung 1990 an die Macht kamen. Bei den Verhandlungen zur Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik Deutschland war die Jungpolitikerin im Rahmen von vorbereitenden Gesprächen beteiligt. Außerdem begleitete sie den damaligen DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière auf Auslandsreisen.

Mitte des Jahres 1990 entschloss sich der DA dazu, sich aufgrund von schlechten Wahlergebnissen zunächst der Ost-CDU und schlussendlich der Gesamt-CDU anzuschließen. Angela Merkel trug diese Entscheidung maßgeblich mit und traf beim 38. CDU-Bundesparteitag zum ersten Mal auf ihren späteren Mentor – Bundeskanzler Helmut Kohl.

Rasanter Aufstieg: Angela Merkel als Ministerin und Generalsekretärin der CDU


Mit der Wiedervereinigung wechselte Angela Merkel hauptberuflich von der Wissenschaft in die Politik. Bei der Bundestagswahl 1990 erhielt sie zunächst das erste Bundestagsmandat ihrer Karriere, wurde jedoch auch überraschend vom wiedergewählten Bundeskanzler Kohl als Ministerin für Frauen und Jugend in sein Kabinett geholt. Bei der Bundestagswahl vier Jahre später erhielt sie erneut von ihrem Mentor einen Platz im Kabinett – als Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Von da an ging es für Angela Merkel raketenartig die Karriereleiter hinauf. Obwohl ihre Partei bei der Bundestagswahl 1998 scheiterte und ihr eigener Erststimmenanteil um elf Prozentpunkte fiel, stieg sie innerhalb der CDU zur Generalsekretärin auf. Während der Regierungszeit von SPD-Kanzler Gerhard Schröder hatte sie so eine der wenigen Oppositionspositionen inne, die ihr politische Gestaltungsmöglichkeiten bot.

Was folgte, war ein Wendepunkt. Im Zuge der Parteispendenaffäre rund um Altkanzler Helmut Kohl wandte sich Merkel gegen ihren vormaligen Mentor und wurde unter anderem als "Vatermörderin" bezeichnet. Ihr Aufruf an die Partei, sich von Kohl abzunabeln, stieß jedoch auch auf Verständnis, weshalb sie 2000 nach dem Rückzug Wolfgang Schäubles Bundesvorsitzende der CDU wurde – und die Hoffnungsträgerin der Christdemokraten.

Als Kanzlerkandidatin sah Merkel sich jedoch vorerst nicht. Zu wenig Rückhalt hatte die frühere DDR-Bürgerin innerhalb der Parteispitze, zu groß war (noch) die Konkurrenz rund um Edmund Stoiber (CSU), dem sie im Rennen um die "K-Frage" 2002 den Vortritt ließ. Nach Stoibers Niederlage bei der Bundestagswahl gestaltete Merkel die Bundespolitik aus der Opposition heraus mit und positionierte sich in entscheidenden politischen Fragen als Gegenbeispiel zu Gerhard Schröder. So sprach sie sich zum Beispiel für eine Unterstützung des Kurses von US-Präsident George W. Bush den Irakkrieg betreffend aus.

2005 wird Merkel Bundeskanzlerin einer GroKo


Als die SPD-Spitze rund um Parteichef Franz Müntefering und Bundeskanzler Gerhard Schröder 2005 aufgrund von schlechten Landtagswahlergebnissen eine vorgezogene Bundestagswahl für den Herbst des Jahres ankündigte, war Angela Merkels Chance gekommen. Als Kanzlerkandidatin strebte sie eine deutliche Mehrheit von CDU/CSU und FDP an. Ein Wunsch, der sich allerdings nicht erfüllte. Stattdessen holte ihre Partei zwar eine knappe Mehrheit, konnte allerdings nur im Rahmen einer Großen Koalition mit der SPD regieren.

Dennoch: Als Angela Merkel im November 2005 als Bundeskanzlerin vereidigt wurde, schrieb sie Geschichte. Sie war zugleich die erste weibliche, mit 51 Jahren die jüngste und die erste Kanzlerin aus den neuen Bundesländern - und die erste Naturwissenschaftlerin in diesem Amt.

Über die folgenden 16 Jahre, in denen die gebürtige Hamburgerin insgesamt drei Mal wiedergewählt wurde, musste sie sich einigen Herausforderungen stellen. 2008 wurde beispielsweise das Ausmaß der Weltwirtschaftskrise deutlich, auf das die Regierung unter anderem mit der sogenannten "Abwrackprämie" reagierte. Zwei Jahre später bewegte die Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima Merkel und ihr Kabinett dazu, sich für einen vorzeitigen Atomausstieg einzusetzen.

Eine weitere große Herausforderung brachte der Sommer 2015 mit sich. Im Zuge der Flüchtlingskrise gestattete Angela Merkel Geflüchteten, vornehmlich aus Afghanistan und Syrien, die nicht durch Ungarn registrierte Einreise in die Bundesrepublik Deutschland – eine Entscheidung, die ein großes Medienecho und unterschiedliche Reaktionen in der Bevölkerung hervorrief. Besonders folgender Satz, den Merkel der "FAZ" sagte, ging in die Geschichte ein: "Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

Eine der mächtigsten Frauen der Welt


Ihre Haltungen in der Flüchtlings- , aber auch in der Ukraine-Krise, riefen vor allem im Ausland positive Reaktionen hervor. Das US-Magazin "Time" kürte sie beispielsweise zur "Person des Jahres 2015". Im Ranking des US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" landete sie zwischen 2006 und 2009, sowie seit 2011 auf Platz eins der 100 mächtigsten Frauen der Welt. Hinter Barack Obama platzierte das Magazin sie außerdem 2012 auf Platz zwei der mächtigsten Personen der Welt – als erste Frau überhaupt.

Staatliche Würden, die Merkel erhielt, sind unter anderem das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1996) und die Presidential Medal of Freedom (2011), die ihr US-Präsident Barack Obama übergab. Außerdem ist Angela Merkel Trägerin diverser Ehrendoktorwürden – unter anderem ihrer Heimatuniversität in Leipzig, der Harvard University (USA) und der Hebräischen Universität Jerusalem (Israel).

Angela Merkel kündigt ihren Rückzug an


Nachdem CDU und CSU 2018 bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen herbe Verluste hinnehmen mussten, fällte Bundeskanzlerin Merkel zwei Entscheidungen: Sie gab den Posten als Parteivorsitzende ab und wollte sich bei der Bundestagswahl 2021 nicht noch einmal für das Amt der Bundeskanzlerin zur Verfügung stellen.

Bevor Angela Merkel jedoch aus dem Amt schied, wartete noch eine Aufgabe ungeahnten Ausmaßes auf sie: die Corona-Pandemie. Nachdem sich das Coronavirus Anfang 2020 von China aus immer schneller global ausbreitete, mussten die Kanzlerin und ihre Regierung so schnell wie niemals zuvor in den Krisenmodus umschalten. Grund genug für die Politikerin, sich im Frühjahr 2020 zum ersten Mal überhaupt in einer gesonderten Fernsehansprache an das deutsche Volk zu wenden. Zuvor hatte Merkel dies lediglich anlässlich der traditionellen Neujahrsansprachen getan. Letztlich verpasste Merkel (16 Jahre, 16 Tage) den Amtszeit-Rekord von Bundeskanzler Helmut Kohl (16 Jahre, 26 Tage) nur um wenige Tage. Nachdem sie infolge der Bundestagswahl 2021 noch einige Wochen geschäftsführend im Amt war, übergab sie die Geschäfte am 8. Dezember 2021 an ihren Nachfolger Olaf Scholz (SPD).

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