+
Bundeskanzlerin Merkel auf dem Weg zu ihrer Rede zum Tod Nelson Mandelas.

Trauerrede der Kanzlerin

Merkel über Mandela: "Gigant der Geschichte"

Berlin - Bundeskanzlerin Merkel hat den verstorbenen südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela in einer Rede gewürdigt: Seine Botschaft sei eine "politische Verpflichtung".

Der verstorbene südafrikanische Ex-Präsident "war überzeugt, nicht Hass und Vergeltung machen die Welt besser, sondern Versöhnung und friedlicher Wandel", sagte Merkel am Freitag in Berlin. "Und das hat er gelebt, und deshalb ist er ein Gigant der Geschichte, ein Staatsmann mit einer Botschaft, die in allen Ländern und zu aller Zeit Gültigkeit hat."

Mandela sei "ein wunderbarer Mann" gewesen, "er war weise, warmherzig, humorvoll", sagte die Kanzlerin. Ein persönlicher Besuch bei ihm sei ihr immer noch gegenwärtig, dies sei "eine der wertvollsten Erinnerungen meiner politischen Tätigkeit". Die 27-jährige Haft, die er für seinen Kampf gegen die Unterdrückung seines Volkes durch die Apartheid absaß, habe Mandela nicht gebrochen. "Sie hat ihn nicht einmal bitter gemacht, im Gegenteil, sie hat ihn nur noch entschlossener gemacht, das Unrecht der Apartheid zu überwinden und damit ein Ende zu machen", sagte Merkel.

Reaktionen auf den Tod Nelson Mandelas

"Leuchtendes Beispiel der Gewaltfreiheit"

Sein Weg vom Gefangenen auf Robben Island zum Gründungsvater eines neuen freien Südafrika und zum Friedensnobelpreisträger zeige, "was die Kraft einer Persönlichkeit in der Geschichte eines Landes ausmachen kann". Es sei Nelson Mandelas Verdienst, dass Südafrika nach den grausamen Jahren der Apartheid den Weg der Gewaltfreiheit statt der Vergeltung gegangen sei.

Die von Mandela gezeigte friedliche Beharrlichkeit sei es, welche die Welt ein Stück sicherer und ein Stück besser mache. "Genau aus diesem Grunde, weil seine Botschaft für uns alle gilt, werden wir an ihn denken und sein Erbe als unsere Verpflichtung für politisches Handeln begreifen", sagte die Kanzlerin.

Nelson Mandela: Stationen seines Lebens

Nelson Mandela: Stationen seines Lebens

Mandela war am Donnerstagabend gegen 20.50 Uhr Ortszeit nach langer Krankheit im Alter von 95 Jahren in Johannesburg gestorben. Wegen seines Kampfs gegen die Rassentrennung in Südafrika hatte er 27 Jahre lang im Gefängnis gesessen. Im Jahr 1994 wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten seines Lands gewählt, bis zum Jahr 1999 blieb er im Amt.

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sessions und Comey in Russland-Ermittlung befragt
Die Russland-Affäre schwelt weiter, Donald Trump wird die ihm so verhasste Angelegenheit nicht los. Nun wurde sein Justizminister Sessions bei den Ermittlungen befragt. …
Sessions und Comey in Russland-Ermittlung befragt
Anschlag auf Hilfsorganisation Save the Children in Afghanistan
Unbekannte haben in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad das Büro der internationalen Hilfsorganisation Save the Children (Rettet die Kinder) angegriffen.
Anschlag auf Hilfsorganisation Save the Children in Afghanistan
Union und SPD pokern vor Koalitionsverhandlungen weiter
Geht es Ende der Woche endlich los mit den Koalitionsverhandlungen? Vielleicht. Bis dahin pokern die Verhandlungspartner weiter. Und mancher Beobachter meint: nicht …
Union und SPD pokern vor Koalitionsverhandlungen weiter
CSU bremst: Kein Verhandlungsspielraum bei Flüchtlingen
Es ist schon jetzt die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik. Nun sollen die GroKo-Verhandlungen zeitnah beginnen. Alle News im Ticker.
CSU bremst: Kein Verhandlungsspielraum bei Flüchtlingen

Kommentare