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„Dann ist es aufgefallen ...“: Merkel spricht über Geheimnis ihrer Kanzlerschaft

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Angela Merkel
Von 2005 bis 2021 Bundeskanzlerin: Angela Merkel, hier zeigt sie die für sie so typische Geste. © Michael Kappeler/dpa

Angela Merkel und die Raute - eine Geste, die wohl für immer mit der Ex-Kanzlerin in Verbindung gebracht wird. Doch wie kam es dazu? Nun gibt Merkel Einblicke.

Berlin - Die Hände werden vor dem Bauch gehalten, Daumen und Zeigefinger bilden eine Raute. Die Merkel-Raute. Diese Geste ist charakteristisch für die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wenn man an die CDU-Politikerin denkt, hat man wohl schnell dieses Bild im Kopf: Einfarbiger Blazer - und jene Raute, die sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. Aber was hat es mit der Geste eigentlich auf sich? Wie kam es dazu? Nun äußerte sich Merkel selbst.

Angela Merkel über Raute: „Wenn man nicht genau weiß, wohin mit seinen Händen“

In der Merkel-Dokumentation „Lauf der Zeit“ spricht die Ex-Kanzlerin nun über die Geste. „Die bedeutet gar nichts. Das ist Stabilität“, meint Merkel. „Wenn man steht und nicht genau weiß, wohin man mit seinen Händen soll, hat sich das bei mir so herausgebildet.“ Anfangs habe sie sich wenig dabei gedacht. „Dann ist es aufgefallen und ich habe es als irgendwo auch als Symbol genommen.“ Ein Symbol, das wohl für immer mit Angela Merkel in Verbindung gebracht werden wird - und das selbst Olaf Scholz im Wahlkampf aufgriff.

In der Vergangenheit äußerte sich Merkel immer wieder zur Raute. „Es war immer die Frage, wohin mit den Armen“, sagte sie 2013. „Und daraus ist das entstanden.“ Ihre Geste zeige „vielleicht eine gewisse Liebe zur Symmetrie“, meinte Merkel gegenüber der Frauenzeitschrift Brigitte. Dem Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre sagte sie 2009: „Diese Haltung ist die Position, in der ich automatisch den Oberkörper aufrecht halte.“ 

Angela Merkel: Was macht die Kanzlerin jetzt?

Nach der Bundestagswahl 2021 zog sich Merkel aus der Politik zurück. Seit ihrer Verabschiedung Ende des Jahres tritt die Kanzlerin kaum mehr öffentlich auf. Zuletzt war sie zu Gast bei der Bundespräsidentenwahl am 13. Februar. Die CDU-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern hatte Merkel für die Wahl nominiert. Ansonsten sieht man die Kanzlerin recht selten, zuletzt gab es lediglich eines Schnappschuss, der Merkel beim Einkaufen zeigt.

Merkel will sich nach 16 Jahren Kanzlerschaft eine Auszeit nehmen. Sie wolle darüber nachdenken, „was mich so eigentlich interessiert“, sagte sie am Rande eines Besuchs an der Johns-Hopkins-Universität. „Danach werde ich vielleicht versuchen, etwas zu lesen, dann werden mir die Augen zufallen, weil ich müde bin, dann werde ich ein bisschen schlafen, und dann schauen wir mal, wo ich auftauche.“ Nun ist sie im Fernsehen zu sehen. Der Film „Angela Merkel – Im Lauf der Zeit“ läuft seit 20. Februar in der ARD-Mediathek. Das Erste zeigt ihn zudem am 27. Februar um 21.45 Uhr im Hauptprogramm. (as)

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