+
Wahlkampf NRW-CDU mit Angela Merkel

Bürgerfragen

Flüchtlinge, Diesel, Sicherheit: Das sagte Merkel im Live-Interview

  • schließen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich live den Fragen der Bürger gestellt: In einem Stream auf bild.de sprach die Kanzlerin über einige drängende Fragen.

Berlin - Keine Frage: Jetzt, rund fünf Wochen vor der Bundestagswahl, kommt der Wahlkampf so langsam ins Laufen. Ein deutliches Indiz ist dafür zum Beispiel die Medienpräsenz der Kanzlerin. Erst am Sonntagabend war Angela Merkel (CDU) ausführlich in einer Fragerunde auf RTL zu sehen. Der nächste Schlag folgte schon am Montagvormittag.

Ab 10.00 Uhr war Merkel im Stream von bild.de zu sehen - und das sogar live. Die Zeitung stellte der Kanzlerin Fragen von Bürgern, die in ihren diversen deutschen Städten aufgenommen worden waren. Das Interesse an dem Livestream hielt sich gleichwohl augenscheinlich in Grenzen: Der Counter der Facebook-Übertragung zeigte meist um die 1.000 Zuseher an.

Die Antworten der Kanzlerin im Überblick:

Zum Thema Flüchtlinge: Die Kanzlerin wies die Darstellung zurück, dass vor allem der weniger gut betuchte Teil der Bevölkerung mit der Integration von Flüchtlingen - zum Beispiel in der direkten Nachbarschaft - zu tun habe: Besserverdiener seien mit ihrer Steuerlast zumindest finanziell stärker beteiligt. Zudem werde viel unternommen, um Angst vor Verdrängung auf dem Arbeitsmarkt unnötig zu machen: „Niemandem wird irgendetwas gestrichen“. Mit Blick auf kriminelle Flüchtlinge erklärte Merkel, es müsse alles Menschenmögliche getan werden, um Morde und Terror zu verhindern - der Staat habe hier erst lernen müssen. Gleichwohl sei der größte Teil der Flüchtlinge als friedliche Schutzsuchende in Deutschland.

Zum Thema innere Sicherheit: Die Zahl der Wohnungseinbrüche sei „viel zu hoch“, räumte Merkel ein. Ein neues Gesetz solle nun aber zu härteren Strafen für Einbrecher führen und Ermittlungen erleichtern. 

Zum Thema Dieselskandal: Die Verfehlungen der Autokonzerne seien teilweise „strafrechtlich relevant“, zum Teil seien „einfach Lücken in den Tests massiv ausgenutzt“ worden, sagte die Kanzlerin. Merkel erklärte, es werde wieder Vertrauen in den Diesel benötigt, um den Bürgern massive Wertverluste bei ihren Autos zu ersparen. Deshalb wolle die Regierung „Situationen schaffen, in denen keine Fahrverbote nötig sind“. „Wir wollen dringend weiter eine starke Automobilindustrie haben“, betonte Merkel auf die Frage, warum die Konzerne nicht zu höheren Ausgleichszahlungen verpflichtet worden seien.

Zum Thema vierte Amtszeit: Parallelen zu Helmut Kohls von vielen Bürgern als bedrückend empfundener vierter Amtszeit wies Merkel zurück. Auch Spekulationen über einen Wechsel in die Wirtschaft nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft erteilte sie eine Absage: „Ich finde das, was Herr Schröder macht, nicht in Ordnung“, erklärte Merkel: „Ich beabsichtige keine Posten in der Wirtschaft, wenn ich nicht mehr Bundeskanzlerin bin.“

Am 1. September soll auch SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz von den Lesern der Bild befragt werden. Über den aktuellen Stand der Wahl-Umfragen halten wir Sie in diesem Artikel auf dem Laufenden.

Übrigens: Auch vier Wochen vor der Bundestagswahl 2017 stand Angela Merkel Rede und Antwort - in der Sommer-Pressekonferenz, wie Sie auf merkur.de* lesen können.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

fn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lafontaine: „Die SPD ist ängstlich und unsicher“
SPD und Union ringen um eine neue Bundesregierung. GroKo ja oder nein? Ist „KoKo“ vom Tisch? Am Mittwoch trafen sich Union in SPD in Berlin. Alle News im Ticker.
Lafontaine: „Die SPD ist ängstlich und unsicher“
Kommentar zum Berlin-Attentat: Brutale Bürokratie
Die Gefahr durch Terror ist in Deutschland Realität – gleichzeitig gibt es hierzulande keine Kultur im Umgang mit seinen Opfern. Das zeigt dieser Fall deutlich, so …
Kommentar zum Berlin-Attentat: Brutale Bürokratie
Ärzte ohne Grenzen: Tausende Rohingya binnen eines Monats getötet
Die Gewalt gegen Rohingya kennen offenbar keine Grenzen. Wie Ärzte ohne Grenze bekanntgibt, sind binnen eines Monats mehrere tausend Angehörige der muslimischen …
Ärzte ohne Grenzen: Tausende Rohingya binnen eines Monats getötet
Griechische Gewerkschaften rufen zum Streik auf
Athen (dpa) - Aus Protest gegen die harte Sparpolitik rufen Gewerkschaften in Griechenland heute zu Streiks auf. Auswirkungen werden hauptsächlich im Bereich Verkehr und …
Griechische Gewerkschaften rufen zum Streik auf

Kommentare