+
Angela Merkel geht auf den Wirtschaftsflügel der CDU/CSU zu.

SPD dagegen

Merkel stellt Mindestlohn-Korrektur in Aussicht

Berlin - Das Mindestlohngesetz ist gerade erst in Kraft, schon gibt es deswegen Knatsch in der Koalition. Zankapfel sind Bürokratieregeln für Unternehmen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Änderungen beim gerade erst in Kraft getretenen Mindestlohn in Aussicht gestellt. Der Mindestlohn sei von weiten Teilen der Gesellschaft gewünscht worden, sagte sie beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands in ihrem Wahlkreis in Greifswald am Dienstagabend. Aber die CDU werde darauf achten, wo man gegebenenfalls Bürokratie abbauen könne.

„Denn wir wollen kleineren Unternehmen das Leben nicht zu einer dauerhaften bürokratischen Herausforderung machen.“ Der Wirtschaftsflügel von CDU/CSU pocht auf weniger Bürokratie - so soll die Schwelle für die Dokumentationspflicht von 2958 Euro Bruttoverdienst im Monat auf 1900 Euro gesenkt werden. Die SPD wies den Vorstoß kategorisch zurück.

„Das Gesetz ist seit drei Wochen in Kraft, da sehe ich überhaupt keine Notwendigkeit, es zu ändern“, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zudem betonte er: „Die exakten Bestimmungen im Gesetz sind eine klare Botschaft an die Arbeitgeber: Wir dulden keine Mogelei.“ Man könne es sich nicht leisten, ein Mindestlohn-Versprechen gesetzlich zu garantieren und es dann mangels Kontrolle ins Leere laufen zu lassen, sagte Oppermann. Deswegen würden künftig auch weit über 1000 Zollbeamte die Einhaltung des Mindestlohns kontrollieren und Schwarzarbeit bekämpfen.

Arbeitgeber sind laut der Mindestlohn-Verordnung verpflichtet, für bestimmte Arbeitnehmer die Arbeitszeit exakt zu dokumentieren. Ab einem Verdienst von 2958 Euro pro Monat entfällt die Verpflichtung. Außerdem stemmt sich der Wirtschaftsflügel der Union laut ARD gegen bestimmte Dokumentationspflichten bei Minijobs - diese solle aufgehoben werden, wenn in einem Arbeitsvertrag steht, dass der Arbeitnehmer 8,50 Euro pro Stunde - die Höhe des Mindestlohns erhält.

Neben Beschwerden über zu viel Bürokratie gibt es auch Ärger im benachbarten Ausland. So gibt es Beschwerden, weil zum Beispiel tschechische LKW-Fahrer bei Transitfahrten durch Deutschland nach dem Mindestlohngesetz Anspruch auf 8,50 Euro je Stunde haben.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

ZDF-„Politbarometer“: SPD verliert weiter an Zustimmung
Bis zum Wahltag will der SPD-Kanzlerkandidat Schulz unverzagt kämpfen, das hatte er angekündigt. Eine Umfrage dürfte ihm wenig Freude bereiten.
ZDF-„Politbarometer“: SPD verliert weiter an Zustimmung
Weitere Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag
Hinter dem U-Bahn-Anschlag in London könnte ein ganzes Netzwerk stecken. Die Polizei nahm einen weiteren Verdächtigen fest.
Weitere Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag
UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“
Bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel klare Worte gefunden und die Politik des US-Präsidenten Donald Trump …
UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“
175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen
Deutlich mehr Pflege - das bringt die jüngste Reform. Die Erwartungen scheinen sogar übertroffen zu werden.
175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen

Kommentare