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Werner Menner.

Merkur-Kommentar

Angela Merkel in der Türkei: Mehr nötig als schöne Worte

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München - Kanzlerin Angela Merkel besucht am Montag Präsident und Premier der Türkei. Sie wird den beiden mehr anbieten müssen als schöne Worte und zaghafte Drohungen mit einem Nein zu einer Visa-Freiheit für Türken bei Reisen in die EU, sagt unser Autor Werner Menner.

Die Türkei ist der Angelpunkt der Flüchtlingskrise. Sie ist – je nach Taktik der Regierung – Transitland in Richtung Europa oder Auffangbecken und Bollwerk an der Grenze zu Europa. Kanzlerin Merkel wird heute Präsident Erdogan und Premier Davutoglu also mehr anbieten müssen als schöne Worte und zaghafte Drohungen mit einem Nein zu einer Visa-Freiheit für Türken bei Reisen in die EU, wenn sie die Flüchtlingskrise in Deutschland in den Griff bekommen will. Am längeren Hebel sitzt Erdogan – und der hat indirekt nun auch Österreich auf seiner Seite, das damit droht, gemeinsam mit mehreren Balkanländern die Südost-Flanke dichtzumachen. Mit fatalen Folgen für die Stabilität der EU, deren Risse schon jetzt erschüttern.

Das hilfsbereite Deutschland steckt in der Klemme. Und vor der türkischen Grenze bahnt sich in Syrien eine neue Katastrophe an: Zehntausende, der Hölle von Aleppo entronnen, scheitern vor Zäunen und Mauern. Und die, die in die Türkei gelangen, dürfen nicht arbeiten, weil Ankara seine Verpflichtungen nicht erfüllt. Die Flüchtlinge werden zur erneuten Flucht gezwungen. Fast 70.000 kamen in diesem Jahr nach Griechenland. Hellas ist überfordert, die Türkei – die bereits zwei Millionen Menschen aufgenommen hat – froh, die Hilfesuchenden los zu sein.

Merkel will Ankara beschwören, die EU-Außengrenzen besser zu schützen und den mit Milliardenzahlungen verbundenen EU-Türkei-Aktionsplan endlich umzusetzen. Die Türkei wird es tun, wenn die Zugeständnisse stimmen. Man darf gespannt sein, was die Kanzlerin im Gepäck hat.

Sie erreichen den Autor unter

Werner.Menner@merkur.de

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