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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

„Mentalitätsunterschiede“

Merkel räumt Meinungs-Verschiedenheiten mit Macron ein 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Meinungsverschiedenheiten mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eingeräumt, sieht ihr Verhältnis zu ihm aber unbelastet.

Berlin - "Gewiss, wir ringen miteinander. Es gibt Mentalitätsunterschiede zwischen uns sowie Unterschiede im Rollenverständnis", sagte Merkel in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Das sei schon mit früheren Präsidenten so gewesen. Trotzdem stimmten Deutschland und Frankreich "in den großen Linien natürlich" überein und fänden stets Kompromisse.

"So leisten wir viel für Europa, auch heute", sagte die Kanzlerin. Als Beispiel nannte sie "enorme Fortschritte" in der Verteidigungspolitik. "Wir haben beschlossen, zusammen ein Kampfflugzeug und einen Panzer zu entwickeln", sagte Merkel. Es sei "ein großes gegenseitiges Kompliment und ein Zeichen des Vertrauens, wenn man sich in der Verteidigungspolitik stärker aufeinander verlässt".

Merkel und Macron sollen etwa beim Brexit verschiedene Meinungen haben

Zwischen Merkel und Macron waren zuletzt Meinungsverschiedenheiten unter anderem über den weiteren Umgang mit dem Brexit, bei Rüstungsexporten und in der Klimapolitik öffentlich geworden. Auf die Frage, ob sich ihr Verhältnis zu Macron in den vergangenen Monaten verschlechtert habe, antwortete Merkel: "Nein. Überhaupt nicht." Es habe allerdings in den Beziehungen "Ungleichzeitigkeiten" gegeben.

Merkel erklärt Kulturunterschiede zu Frankreich

Die Kanzlerin verwies zudem auf Unterschiede in den Ämtern und politischen Kulturen: "Ich bin die Bundeskanzlerin einer Koalitionsregierung und dem Parlament viel stärker verpflichtet als der französische Präsident, der die Nationalversammlung überhaupt nicht betreten darf."

Aber in Kernfragen "sind wir auf einer sehr ähnlichen Wellenlänge". Als Beispiele nannte sie: "Wohin entwickeln sich Europa, die Wirtschaft, welche Verantwortung tragen wir für das Klima und für Afrika." Dies gelte auch in der Frage, "wo wir gegebenenfalls unabhängig von den Vereinigten Staaten agieren müssen, auch wenn ich mir solche Situationen eigentlich nicht wünsche".

Der Start der EU-Kommission könnte sich verschieben. Nachdem die französische Kandidatin nicht durch eine Abstimmung gebracht werden konnte, gab Emmanuel Macron Ursula von der Leyen die Schuld und lässt sie nun warten. Eine Retourkutsche zu einem sehr hohen Preis?

afp

Der ehemalige französische Staatspräsident Jacques Chirac ist tot. Er wurde 86 Jahre alt. Viele Staatsmänner kommen zu seiner Trauerfeier. Gerhard Schröder darf aber nicht, obwohl er darum bat.

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