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Die Polizei fand den Schützen tot in seinem Hotelzimmer.

Vater des Schützen war gesuchter Verbrecher

Angriff in Las Vegas: Das wissen wir bisher über den Attentäter 

Der Schütze Stephen Paddock, der in Las Vegas mindestens 58 Menschen getötet und über 500 verletzt hat, ist nach Polizeiangaben 64 Jahre alt und ein Mann weißer Hautfarbe. Hier lesen sie, was ansonsten über den Attentäter bekannt ist.

Las Vegas - Paddock schoss aus dem Fenster eines Hotelzimmers im 32. Stock des Mandalay Bay Hotels. Er wohnte als Hotelgast bereits seit vier Tagen in dem Zimmer, seit dem 28. September.

Als Polizisten die Zimmertür aufbrachen, war Paddock schon tot. Die Polizei geht davon aus, dass er sich selbst getötet hat. In dem Zimmer fanden die Polizisten mehr als zehn Gewehre.

Paddocks Motiv ist nach Polizeiangaben bislang unklar. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat gab es zunächst keine. Dennoch hat die Terrormiliz IS die Bluttat für sich reklamiert. Der Schütze sei ein „Soldat“ des Islamischen Staates gewesen, berichtete das IS-Sprachrohr „Amak“. Das FBI meldete jedoch am Montag, dass es bei dem Attentat keinen terroristischen Bezug gebe. 

Polizei geht von Einzeltat aus

Die Polizei geht davon aus, dass Paddock ein Einzeltäter war. Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums gibt es keine glaubhaften Hinweise darauf, dass an anderen öffentlichen Orten Anschläge bevorstehen.

Zunächst wurde nach einer Frau gefahndet, die in Zusammenhang mit dem Schützen stehen sollte. Nachdem Polizisten die 62-Jährige gefunden und befragt hatten, erklärten sie, dass sie mit der Tat wahrscheinlich nichts zu tun gehabt habe. Laut der australischen Nachrichtenagentur AAP handelte es sich bei ihr um eine Australierin, die Paddocks Freundin gewesen sei. Sie hielt sich nach Angaben der Ermittler zum Zeitpunkt des Massakers im Ausland auf - laut dem Sender CNN auf den Philippinen.

Schütze war nicht groß polizeibekannt

Paddock war nicht wegen Gewalttaten polizeibekannt. Einziger Eintrag in seiner Akte sei ein Verkehrsdelikt von vor einigen Jahren, teilte die Polizei mit.

Paddocks Haus in Mesquite, einer rund 130 Kilometer von Las Vegas entfernten Kleinstadt, wurde von Polizisten durchsucht. Nach Angaben seines Bruders Eric zog er vor rund einem Jahr von Florida dorthin. Ergebnisse der Durchsuchung wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Paddocks Bruder Eric sagte der Zeitung Las Vegas Review-Journal, er könne sich nicht vorstellen, warum sein Bruder die Bluttat begangen haben könnte. „Wir können uns keinen Grund vorstellen, warum Stephen so etwas tun würde“, sagte er. „Wir haben keine Ahnung, wie das passiert ist. Es ist, als wäre plötzlich ein Asteroid in unsere Familie gestürzt.“

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Bruder: Paddock war ein Normalbürger

Wie die Nachrichtenagentur AFP schreibt, handelt es sich beim dem mutmaßlichen Täter um einen pensionierten Buchhalter. Paddock besaß laut Medienberichten einen Pilotenschein und auch eine Jagdlizenz für den Bundesstaat Alaska, wo die Jagd auf Großwild wie Bären und Elche beliebt ist.

Sein Bruder beschrieb Paddock als Normalbürger, der nach Las Vegas zum Glücksspiel gefahren sei und gern Burritos gegessen habe. Politische oder religiöse Verbindungen seines Bruders seien ihm nicht bekannt. 

Auch einen militärischen Hintergrund oder eine ausgeprägte Passion für Waffen habe der Heckenschütze von Las Vegas nicht gehabt, wenngleich er einige Schusswaffen besessen habe, sagte Eric Paddock. "Wo zum Teufel hatte er die automatischen Waffen her?" fragte sich sein Bruder Eric Paddock.

Zumindest eine größere Auffälligkeit gibt es in der Vorgeschichte des Massenmörders allerdings. Sein vor einigen Jahren verstorbener Vater war ein Bankräuber und wurde zeitweise von der Bundespolizei FBI auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher geführt. Nach Darstellung von Eric Paddock hatten er und sein Bruder jedoch keinen Kontakt zum Vater.

Alle Informationen zum Angriff in Las Vegas finden sie in unserem News-Ticker

dpa/AFP

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