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Ukraine-Krieg: Kreml kündigt Mariupol-Feuerpause an – keine Einigung über Fluchtkorridore

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Von: Magdalena Fürthauer, Bedrettin Bölükbasi, Cindy Boden, Franziska Schwarz, Christoph Gschoßmann

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Russland kommt im Donbass offenbar nicht so schnell voran, wie es möchte. Putins Truppen sollen es nun auf ein Industriezentrum abgesehen haben. News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Alle weiteren Entwicklungen zu den militärischen Kämpfen im Russland-Ukraine-Krieg lesen Sie in diesem News-Ticker. +++

Update vom 25. April, 16.53 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Bahninfrastruktur sind nach Angaben Kiews mindestens fünf Menschen getötet worden. 18 weitere Menschen seien bei dem Raketenbeschuss in der Region Winnyzja im Zentrum des Landes verletzt worden, teilte das Büro des ukrainischen Generalstaatsanwalts am Montag in den Onlinenetzwerken mit. Winnyzja ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, sowohl innerhalb der Ukraine als auch für Verbindungen ins Ausland.

Zuvor hatte der Chef der ukrainischen Eisenbahnen, Alexander Kamischin, im Onlinedienst Telegram mitgeteilt, dass die „russischen Truppen weiterhin systematisch die Eisenbahninfrastruktur zerstören“ würden. Am Montagmorgen seien innerhalb einer Stunde fünf Bahnhöfe in der Zentral- und Westukraine beschossen worden, fügte er hinzu. In der Westukraine nahe Lwiw habe die Explosion einer Rakete in einem Bahnhof ein Feuer ausgelöst, teilten die Behörden mit. Es gebe keine Informationen über mögliche Opfer.

Ukraine-Krieg: Kiew dementiert Einigung über Waffenruhe für Evakuierungen aus dem Asow-Stahlwerk

Update vom 25. April, 14.18 Uhr: Die ukrainische Regierung hat nach eigenen Angaben keine Einigung mit Moskau über sichere Fluchtkorridore für Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol erzielen können. „Leider gibt es keine Einigung über humanitäre Korridore aus Asow-Stahl heute“, schrieb Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Montag im Onlinedienst Telegram. Kurz zuvor hatte Moskau eine Feuerpause ab 13 Uhr (MESZ) für das Asow-Stahlwerk angekündigt, in dem sich Berichten zufolge ukrainische Soldaten und Zivilisten verschanzt haben.

Das Stahlwerk des Konzerns Asow-Stahl, in dem die letzten ukrainischen Verteidiger von Mariupol ausharren.
Das Stahlwerk des Konzerns Asow-Stahl, in dem die letzten ukrainischen Verteidiger von Mariupol ausharren. © HANDOUT/AFP

Zivile Verluste Ukraine-Krieg: Kiew geht von mit 3818 getöteten Zivilisten aus

Update vom 25. April, 12.52 Uhr: Durch den vor gut zwei Monaten begonnenen russischen Angriffskrieg in der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens 3818 Zivilisten getötet worden. „Verletzte: mehr als 4000“, teilte die ukrainische Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine am Montag mit. Die Statistik sei jedoch unvollständig, da die Behörden zu vielen Orten, darunter zur blockierten Hafenstadt Mariupol, keinen Zugang hätten.

Aktuell geht die Staatsanwaltschaft dabei von mindestens 215 getöteten und 391 verletzten Kindern aus. Die Vereinten Nationen haben bisher rund 2500 zivile Tote erfasst, gehen aber ebenso wie Kiew von weitaus höheren zivilen Opferzahlen aus.

Ukraine-Krieg: Moskau will Zivilisten Flucht aus dem Asow-Stahlwerk ermöglichen

Update vom 25. April, 12.06 Uhr: Moskau hat für Montag eine Feuerpause für das Gebiet um das hart umkämpfte Asow-Stahlwerk in der ukrainischen Stadt Mariupol angekündigt. Die russischen Truppen würden ab 13.00 Uhr (MESZ) „alle Feindseligkeiten einstellen, ihre Einheiten auf eine sichere Entfernung zurückziehen und den Rückzug“ der Zivilisten sicherstellen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Die ukrainische Seite solle ihre „Bereitschaft“ zur Feuerpause „durch das Hissen weißer Flaggen“ auf dem Gelände des Stahlwerks deutlich machen, fügte das Ministerium hinzu. Im Asow-Stahlwerk haben sich seit Wochen ukrainische Soldaten und zahlreiche Zivilisten verschanzt.

Ukraine-Krieg: Russische Armee greift mit Raketen Ziele bei Krementschuk an

Update vom 25. April, 10.45 Uhr: Russische Streitkräfte haben eine Raffinerie und ein Treibstofflager bei der zentralukrainischen Stadt Krementschuk mit Raketen beschossen. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Montag mit.

Nach Angaben der ukrainische Militärverwaltung des Gebiets Poltawa sind am Sonntagabend neun Raketen in der Raffinerie und einem Heizkraftwerk von Krementschuk eingeschlagen. Es gebe erheblichen Schaden an Gebäuden, die entstandenen Brände seien aber eingedämmt worden, schrieb Verwaltungschef Dmytro Lunin auf Telegram. Ein Mensch sei getötet, sieben weitere seien verletzt worden.

Dem Moskauer Militärbericht zufolge richteten sich 19 weitere Raketenangriffe in der Nacht zum Montag gegen militärische Ziele in der Ukraine. Die russischen Streitkräfte nahmen dabei für sich in Anspruch, jedes dieser Ziele auch zerstört zu haben. Durch Raketenabschüsse von Flugzeugen aus seien sechs militärische Ziele im ostukrainischen Gebiet Charkiw zerstört worden. Überprüfbar waren diese Moskauer Angaben zum Ukraine-Krieg nicht.

Ukraine-Krieg: Russland muss laut US-Verteidigungsminister Austin geschwächt werden

Update vom 25. April, 10.10 Uhr: Die Ukraine kann den Krieg gegen Russland nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin gewinnen – falls sie ausreichend militärische Unterstützung erhält. „Der erste Schritt zum Sieg ist der Glaube daran, dass man gewinnen kann“, sagte der Pentagon-Chef am Montag während seiner Rückreise von einem Besuch in Kiew. Davon sei die Ukraine überzeugt. „Sie können gewinnen, wenn sie die richtige Ausrüstung und die richtige Unterstützung haben“, betonte Austin.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sieht die Ukraine auf der Gewinnerstraße (Archivfoto) © Evan Vucci/AP/dpa/Archivbild

Durch den Ukraine-Krieg habe Russland bereits „viele militärische Fähigkeiten eingebüßt“ und viele Soldaten verloren. „Wir wollen, dass Russland so weit geschwächt wird, dass es zu so etwas wie dem Einmarsch in die Ukraine nicht mehr in der Lage ist“, sagte der Pentagon-Chef.

Update vom 25. April, 9.41 Uhr: In der West- und Zentralukraine sind nach ukrainischen Angaben am Montagmorgen mehrere Raketen eingeschlagen. Dabei seien auch fünf Eisenbahnstationen getroffen worden, teilte der Chef der ukrainischen Eisenbahn, Olexander Kamyschin, auf dem Telegram-Kanal des Unternehmens mit. „Die russischen Streitkräfte zerstören weiter systematisch die Infrastruktur der Eisenbahn“, kommentierte Kamyschin. Über mögliche Tote und Verletzte gibt es derzeit keine verlässliche Angaben.

Ukraine-Krieg: Russischer Angriff auf Selenskyjs Heimatstadt erwartet

Update vom 25. April, 7.10 Uhr: Die Heimatstadt von Selenskyj bereitet sich auf eine russische Offensive vor. Krywyj Rih heißt der Ort. In den kommenden Tagen rechnen die ukrainischen Streitkräfte damit, teilte der örtliche Militärchef Oleksandr Wilkul am Sonntag (24. April) auf Telegram mit.

Krywyj Rih - nördlich von Cherson - ist ein wichtiges Industriezentrum der Ukraine, vor allem wegen der Eisenerz-Förderung. Man habe jetzt mehrstufige Verteidigungslinien aufgebaut und versuche, Zivilisten aus gefährdeten Gebieten zu bringen, so Wilkul weiter.

Soldaten aus der Ukraine gehen eine Straße entlang.
Ukrainische Soldaten (Archivbild) erwarten eine Offensive auf die Industriestadt Krywyj Rih. © Rodrigo Abd/dpa

Ukraine-Krieg: Experte glaubt an „letzte russische Offensive“

Update vom 24. April, 19.55 Uhr: Rund zwei Monate nach dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine sind Putins Truppen laut Franz-Stefan Gady, Verteidigungsexperte bei der außenpolitischen Denkfabrik IISS, erschöpft. Auf Twitter antwortet er seinem Kollegen und Russland-Experten Michael Kofman und schreibt: „Ohne Mobilisierung der Reserven wird dies die letzte russische Offensive sein.“

Demnach könne der Kreml den Krieg wohl nicht mal bis Juni weiterführen. Gerade deshalb seien die momentan in Deutschland vieldiskutierten Waffenlieferungen in das Kriegsgebiet so wichtig. „Die Ukraine hat die Chance, einen Abnutzungssieg und letztendlich einen Abschreckungsfrieden zu erringen“, schreibt Gady in einem weiteren Tweet. Das heiße jedoch nicht, dass der Krieg vorbei sei. Die russischen Streitkräfte könnten noch weiterhin „enorme Zerstörung“ anrichten.

Im Vorfeld hatte der CNA-Militärexperte Kofman ebenso getwittert, dass die russische Offensive im Osten der Ukraine wohl die vorerst letzte sein werde. „Russische Kräfte haben schwere Verluste erlitten, was die Truppenstärke und die Ausrüstung angeht, es stehen weitaus weniger kampfbereite Formationen zur Verfügung“, so Kofman.

Zerstörter russischer Panzer in Nowa Bassan
Ein zerstörter russischer Panzer in Nowa Bassan nahe Tschernihiw. © IMAGO/Maxym Marusenko/NurPhoto

Ukraine-Krieg: „Stille Erlaubnis“ Russlands für Vergewaltigungen? Schlimme Vorwürfe

Update vom 24. April, 17.45 Uhr: Während die Kämpfe in der Ukraine auch am orthodoxen Osterfest weiter wüten, erschüttert nun die Aussage einer Anwältin für Menschenrechte, die gleichzeitig für die Labour-Partei im britischen Oberhaus sitzt. Laut mehreren Medienberichten, unter anderem dem der schottischen National, habe die Baronin Kennedy während des Beweise-Sammelns für russische Kriegsverbrechen festgestellt, dass Truppen die „stillschweigende Erlaubnis“ hätten Zivilisten zu vergewaltigen.

Derartige Überschreitungen habe es auch in jüngeren Kriegen tragischerweise bereits gegeben, so Kennedy. Auch könne man nicht von einer Art Zentral-Befehl Putins ausgehen. Es gehe jedoch um die Art und Weise, „bei der niemand zur Rechenschaft gezogen oder diszipliniert wird.“ Das bringe den Soldaten eine Art Immunität. „Sie wissen, dass es geduldet wird“, zitiert die National die Abgeordnete.

„Unsere bisher gesammelten Beweise lassen darauf schließen, dass es ernsthafte und schwerwiegende Verstöße gegen Zivilisten, Frauen und Mädchen gegeben hat“, berichtet Kennedy weiter. Berichte über Vergewaltigungen nähmen im Ukraine-Krieg daher zu, die Dunkelziffer dürfte wohl noch höher sein. Eine Ahndung der Verbrechen dürfte jedoch äußerst schwierig sein aufgrund des russischen UN-Vetorechts. Nichtsdestotrotz habe der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag bereits eine Untersuchung eingeleitet, so Kennedy. Am Donnerstag ist es außerdem bereits zu einem Protest in Berlin gegen die Gewalt an Frauen im Ukraine-Krieg gekommen.

Frau protestiert verschmiert mit künstlichem Blut gegen die Gewalt an Frauen im Ukraine-Krieg.
In Berlin kam es am Donnerstag zu einer Demonstration gegen die Gewalt an Frauen im Ukraine-Krieg. © Carsten Koall/dpa

Ukraine-Krieg: Mariupol offenbar noch nicht völlig unter russischer Kontrolle

Update vom 24. April, 14.01 Uhr: Putins Truppen konnten am Samstag (23. April) kaum mehr Gelände gewinnen. Der Widerstand der ukrainischen Kämpfer sei zu stark. Das berichtet n-tv und beruft sich dabei auf einen Lagebericht des britischen Verteidigungsministeriums vom selben Tag. Der wiederum speist sich aus Angaben des Militärgeheimdienstes des Landes.

Überdies sei die Hafenstadt Mariupol - anders als von Moskau behauptet - noch nicht völlig unter russischer Kontrolle. Die Kämpfe seien dort weiterhin schwer und würden die Kraft russischer Soldaten binden. Darüber hinaus sei die ukrainische Abwehr gegen russische Luft- und Seestreitkräfte unvermindert stark, so der Bericht.

Neue Meldungen über den Osten dürften den Bericht stützen. Denn neue Hoffnung keimt dem ukrainischen Militär zufolge auch dort auf. Man habe die Kontrolle über acht Ortschaften im Gebiet Cherson im Süden der Ukraine wieder erlangt, heißt es dort am Sonntag. Der ukrainische Generalstab in Kiew machte aber in seiner Mitteilung keine Angaben zu den Namen der Ortschaften oder zu ihrer genauen Lage. Odessa hingegen wurde offenbar schwer getroffen.

Ein Wohnblock im ukrainischen Odessa steht nach einem russischen Bombenangriff in Flammen.
Ein Wohnblock im ukrainischen Odessa steht nach einem russischen Bombenangriff in Flammen. Mariupol dürfte indes noch nicht unter russischer Besatzung sein. © IMAGO/Denis Vejas/EST&OST

Das russische Militär hatte zuvor mitgeteilt, die gesamte Region Cherson eingenommen zu haben. Die Ukraine befürchtet, dass dort wie im Donbass nach dem Vorbild der von Russland anerkannten „Volksrepubliken Luhansk und Donzek“ ebenfalls eine Unabhängigkeit von der Ukraine ausgerufen werden könnte.

Der Generalstab berichtete auch über den Beschuss eines russischen Militärkonvois nahe der Ortschaft Kyseliwka nordwestlich von Cherson. „Nachdem er empfindliche Verluste erlitten hat, zog sich der Feind nach Tschornobajiwka zurück“, heißt es im Lagebericht. Die gesamten Tagesverluste der russischen Truppen im Gebiet Cherson bezifferte Kiew dabei auf 74 Soldaten, 2 Panzer, 1 Raketenwerfer, 6 gepanzerte Truppenfahrzeuge und 4 Drohnen.

Ukraine-Krieg: Viele Tote bei Bomben auf Odessa - auch ein Baby

Update vom 24. April, 12.44 Uhr: Auch ein drei Monate altes Mädchen kam ums Leben, als Odessa beschossen wurde (Update vom 23. April, 20.39 Uhr). Neben acht Toten sind laut Selenskyj auch bis zu 20 Menschen verletzt worden. Putins Truppen feuerten ihm zufolge am Samstag sieben Raketen ab, von denen zwei abgefangen wurden. Unter anderem sei ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen worden.

Moskau wiederum teilte laut dpa mit, es sei ein Logistikterminal auf einem Militärflugplatz getroffen worden, in dem eine „große Lieferung“ Waffen aus den USA und Europa gelagert habe. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg-News: Putins Truppen kassieren offenbar Rückschlag im Donbass

Update vom 24. April, 9.37 Uhr: Die Ukraine hat „zahlreiche russische Angriffe entlang der Kontaktlinie im Donbass abgewehrt“. Das berichtet das britische Verteidigungsministerium am Sonntag. Zwar könne auch der Kreml territoriale Zugewinne vermelden, der Widerstand der Verteidiger im Ukraine-Krieg sei allerdings alles andere als gebrochen.

Laut dem ukrainischen Verteidigungsministerium habe die russische Armee mittlerweile ballistische Kurzstreckensysteme des Typs Iskander-M etwa 60 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt aufgestellt. Die Raketensysteme der Iskander-M-Klasse können nuklear bestückt werden. Abgefeuert werden die Raketen von einem Fahrzeug aus. Die Reichweite der Raketen beträgt etwa 500 Kilometer.

Ukraine-Krieg-News: Kiew wirft Moskau Zwangsrekrutierung von Zivilisten vor

Update vom 24. April, 6.25 Uhr: Kiew wirft Putins Truppen vor, Einwohner in besetzten Gebieten zwangszurekrutieren, vor allem. junge Menschen und Mediziner. Das schrieb die ukrainische Militäraufklärung laut dpa am Samstag (23. April) bei Facebook. Betroffen seien die Regionen Cherson, Saporischja und Charkiw.

So sei medizinisches Personal aus der Stadt Wowtschansk unter Androhung von Hinrichtungen gezwungen worden, russische Soldaten an der Front zu behandeln. Im Gebiet Saporischja suchten russisches Militär und Geheimdienstler nach Personen im Wehrpflichtigen-Alter, schrieb die Militäraufklärung weiter. Es heiße, dass sie russische Einheiten verstärken sollen. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Das britische Verteidigungsministerium betonte dazu in seinem Update über die Lage in der Ukraine am Samstag, dass jede Einberufung von Einwohnern besetzter Gebiete gegen die vierte Genfer Konvention über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten verstoße.

Ukraine-Krieg: Kiew beklagt gewaltsame Deportationen

Update, 23. April, 22.50 Uhr: Gewaltsame Deportation? Beamte der Ukraine behaupteten am Samstag, Russland habe Bürger von Mariupol gewaltsam in eine abgelegen russische Region abgeschoben. „Russland hat gewaltsam deportierte Bürger der Ukraine aus Mariupol in die Region Primorsky geschickt – 8.000 Kilometer von der Heimat entfernt“, sagte Lyudmyla Denisova, Menschenrechtskommissarin des ukrainischen Parlaments, in einem Telegram-Post.

Laut Denisova haben Freiwillige ihr mitgeteilt, dass am 21. April ein Zug mit 308 Ukrainern aus Mariupol, darunter Mütter mit kleinen Kindern, Menschen mit Behinderungen und Studenten, in der Stadt Nachodka angekommen sei. Denisova fügte ihrem Telegram-Beitrag auch Fotos hinzu, die die Ankunft der ukrainischen Bürger am Bahnhof zeigen. Das berichtete CNN.

Ukraine-Krieg: NATO-Offiziere in Stahlwerk in Mariupol?

Update vom 23. April, 20.49 Uhr: Wieso wurde das Stahlwerk in Mariupol noch nicht eingenommen? Russische Staatsmedien gaben an, das Stahlwerk sei zunächst noch nicht eingenommen worden, da sich auch westliche Söldner“ und sogar NATO-Offiziere in dem Gebäude verschanzt hätten.

Ukraine-Russland-Krieg: Moskau bestätigt Beschuss der südukrainischen Hafenstadt Odessa

Update vom 23. April, 20.39 Uhr: Russland hat den Beschuss der Hafenstadt Odessa im Süden der Ukraine mit Raketen bestätigt. Dabei sei am Samstag ein Logistikterminal auf einem Militärflugplatz getroffen worden, in dem eine „große Lieferung“ Waffen aus den USA und aus europäischen Staaten gelagert hätten, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Die russischen Streitkräfte hätten zudem bei Angriffen in der Ukraine unter anderem Depots mit Raketen- und Artilleriewaffen, Munition und Treibstoff sowie bis zu 200 Kämpfer getötet, teilte Konaschenkow mit. Die Angaben können zunächst nicht unabhängig geprüft werden.

Ukraine-News: Zwei russische Generäle getötet? Ukraine traf wohl Kommandoposten

Update vom 23 April, 19.23 Uhr: Nach Angaben des Militärgeheimdienstes behauptet die Ukraine, bei einem Angriff auf einen Kommandoposten zwei russische Generäle getötet zu haben. Darüber berichtet CNN. Die Hauptnachrichtendirektion des Verteidigungsministeriums der Ukraine gab am Samstag eine Erklärung ab, dass in der südlichen Region Cherson zwei russische Generäle getötet wurden.

„Am 22. April 2022 führten die Streitkräfte der Ukraine einen verheerenden Schlag gegen einen vorderen Kommandoposten der 49. kombinierten Waffenarmee der russischen Besatzungstruppen, der sich nicht weit von der Kampflinie in der Region Cherson entfernt befand“, heißt es in der Erklärung. "Das Ergebnis: Der Feldkontrollpunkt der 49. Combined Arms Army wurde zerstört. Zwei Besatzergeneräle wurden eliminiert und einer wurde schwer verwundet und in kritischem Zustand evakuiert." Noch steht eine Überprüfung des Angriffs aus.

Ukraine-Krieg: Mindestens fünf Tote nach Raketenangriff auf Odessa

Update vom 23. April, 17.40 Uhr: Infolge eines russischen Raketenangriffs sind in der südukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens fünf Menschen getötet worden. Mindestens 18 Menschen wurden verletzt, wie der Chef des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, am Samstag über den Nachrichtendendienst Telegram mitteilte. Die ukrainische Luftabwehr hatte parallel mitgeteilt, dass sie zwei Raketen und zwei Aufklärungsdrohnen abgeschossen habe. Die Raketen seien von einem Langstreckenbomber des Typs Tu-95 über dem Kaspischen Meer abgefeuert worden. Trotz des Abschusses seien ein militärisches Objekt und zwei Wohnhäuser in Odessa beschädigt worden, hieß es.

Ukraine-Krieg: Russland greift zivile Infrastruktur an und behauptet Zerstörung von Militär-Equipment

Update vom 23. April, 11.30 Uhr: Ukrainischen Behörden zufolge setzen russische Streitkräfte ihre Angriffe auf die ukrainische Stadt Charkiw fort. Dabei würden die russischen Soldaten die zivile Infrastruktur in der gesamten Charkiw-Region ins Visier nehmen, erklärte der militärische Gouverneur der Region, Oleg Synjehubow. Dabei seien im Laufe des Tages zwei Menschen ums Leben gekommen. 19 weitere seien verletzt worden.

Indes behauptete das russische Verteidigungsministerium die Zerstörung von mehr als 20 Munitionsdepots der Ukraine. Luftgestützte Raketen und die taktische Luftwaffe hätten jeweils 3 Depots vernichtet, die Raketenstreitkräfte weitere 16 Munitionslager, teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, mit. Unabhängig lassen sich die Berichte nicht überprüfen.

„Die russischen Luftabwehrsysteme haben im Bereich Nowa Dmytriwka im Gebiet Charkiw ein ukrainisches Flugzeug vom Typ Su-25 abgeschossen. Darüber hinaus wurden im Laufe der Nacht 15 ukrainische Drohnen vernichtet, darunter eine Bayraktar TB-2 über der Ortschaft Nowa Sorja im Gebiet Mykolajiw“, erklärte Konaschenkow zudem. Insgesamt seien durch die Luftwaffe 66 ukrainische Militärobjekte getroffen worden, durch Raketenstreitkräfte und Artillerie sogar 1098 Objekte. Zumeist handle es sich um Truppenansammlungen, Militärkonvois und Kommandopunkte der ukrainischen Armee, betonte Konaschenkow.

Ukraine-Krieg: Russland verstärkt Angriffe im Donbass - Einheit von Butscha greift jetzt Isjum an

Update vom 23. April, 7.40 Uhr: Die russischen Truppen haben ihre Angriffsbemühungen nach ukrainischen Angaben im Donbass-Gebiet verstärkt. „In Richtung Donezk führt der Feind Angriffshandlungen entlang der gesamten Frontlinie durch“, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Samstagmorgen mit. Die stärksten russischen Angriffe zielen demnach auf die Großstadt Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk. Daneben berichtet der Generalstab von anhaltenden Sturmversuchen in Rubischne, Popasna und Marjinka. Die Angriffe seien abgewehrt worden.

Nördlich davon versuchen die russischen Truppen bei der Stadt Isjum im Gebiet Charkiw weiter nach Süden vorzustoßen, um die ukrainischen Truppen einzukesseln. Nach ukrainischen Angaben ist an den Angriffen auch die russische 64. motorisierte Schützenbrigade beteiligt, die in der Kiewer Vorstadt Butscha im Einsatz war. Bilder von mehr als 400 getöteten Zivilisten dort hatten weltweit Entsetzen ausgelöst. Kiew hatte den russischen Soldaten daher Kriegsverbrechen vorgeworfen, Moskau bestreitet, etwas mit den Gräueltaten zu tun zu haben. Russlands Präsident Wladimir Putin zeichnete die Brigade aus.

An den südlichen Frontabschnitten verstärken die Russen demnach ebenfalls den Druck. Während es in Mariupol keine Lageveränderungen gibt, sollen die russischen Truppen im Gebiet Saporischja um Kämpfer der Söldnereinheit „Wagner“ verstärkt worden sein. Kiew spricht von etwa 200 Wagner-Kämpfern. Unabhängig konnten die Berichte nicht überprüft werden.

Ukraine-Krieg: Russland will „neue Methoden“ einsetzen - Briten deuten das als Eingeständnis

Erstmeldung: Kiew - Eine Ankündigung des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu, „neue Methoden der Kriegsführung“ einzusetzen, ist nach britischer Einschätzung ein stillschweigendes Eingeständnis, dass Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht vorankommt wie geplant. Dennoch werde es eine Weile dauern, Taktiken, Techniken und Vorgehensweisen anzupassen und mit verbesserter Wirkung für den Einsatz umzusetzen, teilte das britische Verteidigungsministerium am Freitagabend (23. April) unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit. Das gelte besonders für den landbasierten Manöverkrieg.

In der Zwischenzeit rechnet London damit, dass Russland zunächst weiter auf eine Bombardierung setzt, um den ukrainischen Widerstand gegen die russischen Truppen zu unterdrücken. In der Folge sei Frustration darüber, dass sie die ukrainische Verteidigung nicht rasch bezwingen könnten, wahrscheinlich.

Ukraine-Krieg: Russische Einheiten setzen sich wohl in mehreren Orten fest

Russische Truppen haben sich derweil nach ukrainischen Angaben in mehreren Orten in der Ostukraine festgesetzt. Russische Einheiten im Ukraine-Krieg sollen etwa in der Kleinstadt Losowa, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt in der Region Charkiw im Osten des Landes, Fuß gefasst haben, wie der ukrainische Generalstab in seinem Bericht am Freitagabend mitteilte.

In den Gebieten Selena Dolyna in der Region Donezk und dem etwa 40 Kilometer östlich liegenden, vor wenigen Tagen eroberten Krimenna in der Region Luhansk, bauten russische Truppen ihre Positionen aus und bereiteten sich auf weitere Vorstöße vor. Auch in dem Ort Stepne in der Region Donezk hätten sie Fuß fassen können.

Abgewehrt habe man Angriffe etwa in der Region Luhansk, die laut ukrainischen Angaben bereits zu rund 80 Prozent unter russischer Kontrolle steht, im Bereich der Stadt Rubischne und des Dorfes Nowotoschkiwske. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Ukraine-Krieg: Selenskyj ruft zum Widerstand gegen russischen Angriff auf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief die Bürger seines Landes zum Widerstand gegen den russischen Angriffskrieg auf. „Jeder muss sich bei jeder Gelegenheit gegen die Besetzung wehren“, sagte Selenskyj in seiner allabendlichen Videobotschaft in der Nacht zum Samstag. Die Menschen sollten nicht mit den Russen kooperieren. Jene, die in von russischen Einheiten kontrollierten Gebieten lebten, sollten diesen „so viele Probleme wie möglich machen“. (dpa/cibo)

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