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Katrin Göring-Eckardt und Angela Merkel

Annäherung zwischen Schwarz und Grün

Berlin/München - Sondierungsrunde über Koalition im Bund: Nach einem dreistündigen Treffen vereinbaren Unterhändler weitere Sondierungen.

Die Stimmung drinnen war deutlich wärmer als die draußen vor der Tür. Während Berlin Donnerstagnachmittag im Dauerregen versank, ging es in der „Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft“ überraschend freundlich zur Sache. Schwarze und Grüne hatten sich direkt gegenüber dem Reichstag zu einer ersten Sondierungsrunde über eine Koalition getroffen. Fast drei Stunden lang saß man beisammen – und vereinbarte am Ende ein baldiges Wiedersehen.

Schon im Vorfeld hatten beide Parteien die Streitrhetorik der vergangenen Tage ein wenig heruntergefahren. „Wir werden ernsthaft und offen in die Gespräche reingehen“, sagte nicht nur CSU-Chef Horst Seehofer. „Wenn es ein zweites Sondierungsgespräch geben sollte, ist mir das recht.“ Die Grünen gaben sich eine Nuance fordernder. Sie erwarte einen freundlicheren Ton, erklärte die scheidende Vorsitzende Claudia Roth. „Das war ja zuletzt nicht immer so, wenn ich mir die Äußerungen von Herrn Dobrindt anschaue.“

Vor allem mit der CSU hatte es immer wieder Reibereien gegeben. Die Grünen hatten mehrfach eine Änderung der Flüchtlingspolitik gefordert. Angesichts der Zustände an den Grenzen Südeuropas müsse Deutschland mehr Hilfesuchende aufnehmen. Innenminister Hans-Peter Friedrich sieht das anders. Am Donnerstag stand das Thema aber nicht im Mittelpunkt.

Man habe über die Europapolitik und einen stabilen Euro gesprochen sowie über die Energie-, Gesellschafts- und Integrationspolitik, erklärte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe Donnerstagabend nach dem Treffen. Zudem sei Finanzpolitik diskutiert worden – und in diesem Rahmen auch unter anderem der Investitionsbedarf in die Verkehrsinfrastruktur. CSU-General Alexander Dobrindt schränkte ein: „Der Weg von den Grünen zu uns ist etwas weiter als der Weg der SPD zu uns.“

Bislang sind die Koalitionsgespräche nur zögerlich in Gang gekommen – allmählich aber kommt Tempo rein. Am Dienstag wollen sich Schwarz und Grün wieder zusammensetzen. Schon heute ist ein Spitzentreffen mit der SPD geplant: Merkel und Seehofer wollen sich mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel treffen. Ort und Zeitpunkt sind noch Geheimsache. Seehofer spielt die Bedeutung auch herunter: Das bedeute nicht, dass die Koalition schon beschlossene Sache sei. „Es können sich doch trotzdem die Parteichefs treffen.“ Frühestens ab Mitte nächster Woche werde sich die Union Gedanken machen, wo sie Präferenzen sehe.  

mik/pv

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