Fortlaufende Anpassungen

„Das war Mist“: Baerbock entschuldigt sich wegen nachträglichen Änderungen in ihrem Lebenslauf

  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Annalena Baerbock hat ihren Lebenslauf offenbar schon öfter nachbearbeitet. Eine Auflistung beleuchtet die Veränderungen. Unterdessen leistet die Grünen-Chefin Abbitte.

Berlin/München - Das Leben hält viele Überraschungen bereit. In der Regel lassen sich die wichtigsten Stationen eines Werdegangs jedoch relativ klar einordnen - sowohl in der zeitlichen Abfolge als auch der eigentlichen Tätigkeit. Dass sich die zuletzt viel gescholtene Annalena Baerbock fortlaufend mit dem Feinschliff ihrer persönlichen Vita befasst, ist weder verwerflich noch ungewöhnlich: Damit dürfte sie sich kaum von den meisten berufstätigen Bürgern unterscheiden.

Doch stehen die bei weitem nicht so im Fokus der Öffentlichkeit, wie neuerdings die Kanzlerkandidatin der Grünen. Und damit wird die Laufbahn der Grünen-Chefin sowohl vonseiten der politischen Gegenspieler als auch der Medien akribisch auf mögliche Fehltritte durchleuchtet. Während Baerbock selbst sich nun für die ans Licht geratenen Vorgänge entschuldigt, befasst sich ein Bericht mit weiteren Manipulationen, die im Lebenslauf der Annalena Baerbock stattgefunden haben sollen.

Annalena Baerbock: Lebenslauf seit Jahren mit irreführenden Angaben angereichert

So präsentiert die Welt eine Auflistung mit weiteren Veränderungen, um das Profil der Anwärterin auf die Merkel-Nachfolge ein wenig „aufzupeppen“. Der Fall verdeutlicht, wie sehr die seit vielen Jahren für ihre Fraktion tätige Politikerin nun im Fokus steht - und dies unweigerlich mit der politischen Entwicklung der Grünen verknüpft ist.

Die 40-Jährige selbst hat sich zu einer Entschuldigung entschlossen und sagt mit Blick auf die irreführenden Angaben in ihrem Lebenslauf: „Das war Mist“. Baerbock erläuterte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Meinen Lebenslauf habe ich knapp und komprimiert veröffentlicht und dabei unwillentlich einen missverständlichen Eindruck erweckt, den ich nicht erwecken wollte“, lässt die designierte Kanzlerkandidatin vom Bündnis 90 bzw. der Grünen wissen.

Annalena Baerbock bei einem Wahlkampfauftritt zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Recherchen der Welt hatten indes ergeben, dass Annalena Baerbock immer wieder mal nachträgliche Änderungen an ihrer Vita vorgenommen hat. So sei bereits vor acht Jahren aus einer im Jahr 2011 angegebenen „wissenschaftlichen Mitarbeit“ beim British Institute of International and Comparative Law (BIICL) nurmehr ein „Traineeship“ geworden.

Baerbock winkt Merkel-Nachfolge - Von der Praktikantin zur Kanzlerin?

Hierzu nahm eine Sprecherin der Grünen gegenüber dem Portal Stellung: „Frau Baerbock hat 2005 über die Sommermonate an dem Institut ein wissenschaftliches Praktikum absolviert. Das war zunächst falsch übersetzt worden, später wurde deshalb der englische Begriff verwendet.“ Dazu kommen laut dem Bericht in den Jahren darauf weitere Anpassungen im Hinblick auf ihren akademischen Werdegang in Hamburg, London oder auch Berlin. Es fanden Abschwächungen und Ergänzungen im Hinblick auf bestimmte Studiengänge statt (2015 und Mai 2021).

Fahrt aufgenommen hat die Debatte schließlich mit einer neuerlichen Nachbearbeitung am 5. Juni, also vor wenigen Tagen: Annalena Baerbock hatte auf ihrer Website den Lebenslauf um einige Details ergänzt - bzw. ergänzen lassen. Es ging vor allem um Mitgliedschaften in Organisationen. (PF)

Rubriklistenbild: © Christian Schroedter/imago-images

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