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Cem Özdemir und Andreas Scheuer beharkten sich am Sonntagabend bei Anne Will.

„Ignorant“ und „unfähig“

Heißes Gefecht bei Anne Will: Scheuer mit Tiefschlag gegen Özdemir - Zuschauer feuern zurück 

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Bei Anne Will ging es am Sonntag um Klimapolitik. Vor allem Andreas Scheuer und Cem Özdemir feuerten heftig gegeneinander. Die Twitter-Gemeinde reagierte heftig auf den Streit.

Update vom 16. September, 14.00 Uhr: Bei Anne Will ging es am Sonntagabend heiß her, vor allem Cem Özdemir (Grünen) und Andreas Scheuer (CSU) diskutierten angeregt. Besprochen wurde das Klima und die Zukunft des Autos. Nach der Kritik, die Scheuer in der Sendung erntete, schaltet sich jetzt auch die Netz-Gemeinde ein. Auf Twitter äußern die Zuschauer ihren Unmut - der richtet sich vor allem gegen Andreas Scheuer.

„Mein Gott! Wie können wir uns nur einen solch absolut ignoranten, unfähigen Verkehrsminister wie @AndiScheuer leisten?“, hetzt ein Zuschauer. Er wirft Scheuer „Nichtstun“ vor und fordert eine „Veränderung“.

Ein weiterer Zuschauer fragt sich nach der Sendung bei Anne Will, wie man Andreas Scheuer zum Verkehrsminister ernennen konnte. „Da klappen meine Fußnägel hoch“, schreibt er, „sowas inkompetentes gibts doch gar nicht.“

Während sich viele gegen Andreas Scheuer aussprechen und seine Ansichten nicht vertreten, verteidigen ihn auch einige. Ein Nutzer twittert: „Autofahren bedeutet Individualität & Freiheit.“ An Cem Özdemir schreibt er: „Herr @cem_oezdemir, ich lebe auf dem Land und kenne hier so gut wie niemanden, der auf sein Auto verzichten würde, auch wenn der Bus alle 10 Minuten fahren würde.“

Klima-Streit bei Anne Will: Scheuer verpasst Özdemir den schlimmstmöglichen Grünen-Tiefschlag

Update 23.01 Uhr: Anne Will und ihre Gäste hatten an diesem Sonntag nicht nur mit unterschiedlichen Standpunkten zum Thema Klimapolitik zu kämpfen. Auch der Ton sorgte für Probleme - vor allem bei den Zuschauern, die etwas genauer hinhören und ergänzen mussten, um die teils hitzige Debatte mitzubekommen. 

Studio-Gast Elisabeth Raether wurde sogar kurzerhand von der Technik die Teilnahme an der Diskussion verwehrt. Es dauerte etwas, bis sie ein neues Mikrofon bekam und wieder voll integriert war - zumindest technisch. Die ARD bekam das natürlich auch mit und versuchte zu reagieren. Das führte dann dazu, dass die Tonhilfen im TV zu sehen waren. Aber das störte die Zuschauer eher weniger. 

Im Netz gab es bereits parallel zur Sendung hitzige Diskussionen im Netz zu einem Thema, das auch diesmal zu einer emotionsgeladenen Atmosphäre führte. Vor allem Cem Özdemir (Grüne) und Andreas Scheuer (CSU) lieferten sich immer wieder teils heftige Wortgefechte. Am kräftigsten stritt Scheuer aber mit Greenpeace-Vertreterin Marion Tiemann, die im Laufe der Sendung immer lauter auftrat.

Der Zwist zwischen Greenpeace-Aktivistin und Verkehrsminister schien sehr erwartbar. Etwas doppelbödiger kam der Infight zwischen Özdemir und Scheuer daher. Die beiden Politiker duzten sich zwar in der Sendung. Tauschten aber heftige Tiefschläge aus. 

Özdemir versuchte den CSU-Mann bei der Konservativen-Ehre zu packen: Scheuer gefährde den Auto-Standort Deutschland, weil er den Anschluss an Zukunftstechnologien versäume. Die größte Leistung Scheuers sei „die Luftpumpe vor dem Ministerium“. Der Gescholtene revanchierte sich an anderer Stelle mit dem Vorwurf der Lobby-Nähe. "Mit der deutschen Automobilindustrie sprichste aber anders, hinter vorgehaltener Hand", stichelte Scheuer in Özdemirs Richtung. Oder seufzte vor laufender Kamera: "Um Gottes Willen, Cem, oje, oje, oje.“

Gerade ist Greta Thunberg und die Protestbewegung "Fridays for Future" von Amnesty ausgezeichnet worden. Nun gibt es eine Umfrage, wie groß die Unterstützung in der deutschen Bevölkerung wirklich ist.

Erstmeldung: Anne Will spricht über radikale Klimapolitik - Scheuer tritt gegen Özdemir an

Berlin - Kaum ein Thema emotionalisiert die Deutschen Bürger, wie auch die Politiker, aktuell so sehr, wie die Klimapolitik. In den Fokus rückt dabei auch mehr und mehr des Deutschen liebstes Besitzstück: Das Auto. Anne Will nimmt sich am Sonntagabend in ihrer ARD-Talk-Show des Themas an und bringt einige politische Hochkaräter an einem Tisch zusammen.

Die „Friday‘s for future“-Bewegung um Greta Thunberg machte es vor und Klimaaktivisten, die aktuell die Internationale Automobil-Ausstellung bestreiken und von der Polizei entfernt werden mussten, setzen ein weiteres Zeichen. Anne Will behandelt deshalb am Sonntag in ihrer ARD-Show das Thema „Verzichten, verteuern, verbieten - muss Klimapolitik radikal sein?“ Ein sehr breites Thema, das sich aber nicht unbedingt auf eine Seite schlägt und somit allen Talk-Gästen gerecht werden könnte. Allerdings wird wohl kaum ein Politiker derzeit generell gegen Klimapolitik sein. Wie weit will man gehen, diese Frage stellt sich dieser Tage aber dringender denn je. Am 20. September tritt das Klimakabinett zusammen - bis dahin will dieGroße Koalition noch ein Klimapaket auf den Weg bringen.

Anne Will zur Klimapolitik: Die Gäste in der ARD

Deshalb sind alle anwesenden Gäste wohl bestens informiert zum Thema, werden aber sicherlich dennoch nicht einer Meinung sein. Mit am Tisch diskutieren am Sonntag diese Anne-Will-Gäste:

  • Andreas Scheuer (CSU) - Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur
  • Cem Özdemir (Grüne) - Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag
  • Stefan Wolf - Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG und Mitglied im Vorstand des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)
  • Marion Tiemann - Greenpeace Deutschland
  • Elisabeth Raether - Co-Leiterin des Politikressorts der "Zeit"

Anne Will geht mit ihrer Politik-Talk-Show am Sonntag um 21.45 Uhr in der ARD auf Sendung.

Auch bei der Sendung „Hart aber Fair“ von Frank Plasberg geht es um das Klima. Derzeit gibt es kein anderes Thema. Bei Maybrit Illner geht es um die finanziellen Folgen des Klimaschutzes. In der Sendung vom 26. September gab es dort ebenfalls ein Wortgefecht mit einem Politiker der Grünen: Robert Habeck stritt sich mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

Der ARD-Polit-Talk „Anne Will“ gehört für viele Fans fest zum Sonntagabend. Doch gerade pausiert die Sendung - das sorgt für Ärger und Spott bei den Fans

rjs

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Kommentare

Hubertus StadlerAntwort
(0)(0)

Es sind keine 20 Prozent. Deutschland selbst trägt dazu nur wenig bei. Was den Umweltschutz anbelangt muss man natürlich was tun, aber nicht nur wir, sondern die ganze Welt. In einer konzertierten, gemeinsamen Aktion. Sonst gibt es bei uns Wettbewerbsverzerrungen die zu wirtschaftlichen Krisen führen, die wiederum zu gesellschaftlichen Krisen führen wie Massenarbeitslosigkeit, Unruhen, Plünderung etc. In so einem Umfeld haben die radikalen Kräfte leichtes Spiel, sowohl links als rechts. Ein Bürgerkrieg ist dann wahrscheinlich die Folge. Wollen wir das?

muc7Antwort
(0)(0)

66,66% menschengemachter Anteil. -
Und wenn es nur 40% wären - würden Sie dann keine Maßnahmen f. notwendig halten?
Übertragen Sie die Zahlen mal auf eine schwere
Krankheit mit mehreren Ursachen. Verstehen Sie?

Hubertus StadlerAntwort
(0)(0)

Mit Verlaub: Sie haben nichts begriffen. Ich bin kein "Klimaleugner", nicht mal ein "Klimawandel-Leugner". Dass die Winter kürzer und wärmer sind, weiss jeder. Übrigens schon seit gut 50 Jahren. Worum es geht ist der Anteil des Menschen daran. Und da scheiden sich die Geister.
Sagen Sie doch mal, wie viele Prozent des Temperaturanstiegs menschengemacht und welche natürliche Schwankungen sind.