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Sebastian Horsch.

Kommentar

Anschlag auf Muslime in London: Ganz im Sinne des IS

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Wieder London, wieder Terror. Doch die Motive sind gänzlich andere, als die letzten beiden Male. Davon profitiert vor allem einer. Ein Kommentar.

London - „Ich habe meinen Teil getan“, soll der Mann gerufen haben, der in London – offenbar von Islam-Hass getrieben – in eine Gruppe Muslime gerast ist. Und es stimmt. Genau auf einen wie ihn hat der Islamische Staat (IS) gewartet. Er hat seine Rolle erfüllt im Plan der Terroristen, den Hass weiter in die Städte Europas zu tragen. Und der IS reibt sich die Hände.

Dass es einen solchen Plan tatsächlich gibt, muss man nicht mutmaßen. Dschihadisten propagieren ihn schon länger. Wie unter anderem die Washington Post berichtet, haben IS-nahe Autoren sogar ein Handbuch ausgegeben – eine Art Anleitung, wie der Dschihad in die westliche Welt getragen werden kann. Die Autoren hoffen dabei dringend auf Angriffe auf Muslime oder Moscheen, so kann man lesen. Denn anschließende Proteste oder Konfrontationen wollen sie vereinnahmen, um auf diese Weise noch mehr Gewalt auszulösen. Und tatsächlich braucht es auch jetzt nicht besonders viel Fantasie, um sich auszumalen, dass es in nicht allzu ferner Zukunft einen islamistischen Anschlag geben könnte, dessen Urheber für sich reklamieren, die getöteten Muslime von London zu rächen.

Ja, es wird weiter Terror geben. Dass Einzelne – aus welcher Motivation auch immer – grausame Dinge tun, wird man nie vollständig verhindern. Dass daraus Wut entsteht auch nicht. Entscheidend aber ist: Eine Gesellschaft, die besonnen und mit den Mitteln des Rechtsstaats auf Gewalt reagiert, lässt sich nicht zum Werkzeug derer machen, die die Eskalation wollen.

Was wir zu der Attacke in London wissen - und was nicht.

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