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Trauer nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt: Auch in Zürich gedenken die Menschen der Opfer von Berlin.

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Ermittler zuversichtlich: Fahndungserfolg bald zu erwarten

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Berlin - Ein Lastwagen ist auf einen Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gerast. Zwölf Menschen starben. Der Generalbundesanwalt geht von einem terroristischen Hintergrund aus.

  • Update vom 7. April 2017: Es hört sich fast so an wie in Berlin: Mitten in Stockholm ist ein Lkw am Freitag in eine Menschenmenge gerast.
  • Ein Lkw ist auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast und hat zwölf Menschen in den Tod gerissen. Der Generalbundesanwalt geht von einem Terroranschlag aus. Bislang ist unklar, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt.
  • Einen Tag nach dem Anschlag bekennt sich der Islamische Staat zur Tat.
  • Sechs der Todesopfer sind mittlerweile identifiziert worden. Es handelt sich um deutsche Staatsbürger. Von den 49 Verletzten schweben 14 Personen weiterhin in Lebensgefahr.
  • Die Polizei nahm am Montagabend um 20.56 Uhr, also rund eine Stunde nach dem Vorfall, an der Siegessäule einen Verdächtigen fest - dieser musste jedoch am Dienstagabend wieder freigelassen werden. Im Lkw-Führerhaus wurde zudem ein Toter entdeckt - der erschossene, polnische Beifahrer. Die verschwundene Waffe gibt Rätsel auf
  • Unter folgender Notrufnummer können sich Angehörige an die Polizei wenden: ( 030) 54023111
  • Wir haben alle Nachrichten, Reaktionen und Bilder auf unserer Themenseite gebündelt. Lesen Sie hier, was wir bisher wissen und was nicht und wie die Chronologie der Ereignisse derzeit dargestellt wird.
  • Die Ereignisse vom Mittwoch lesen Sie im aktuellen News-Ticker zum Anschlag in Berlin

+++ CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat im „Morgenmagazin“ Parteichef Horst Seehofer wegen dessen umstrittener Forderung nach einer Neujustierung der Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik verteidigt.

+++ Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt fahnden Ermittler unter Hochdruck nach dem womöglich bewaffneten Täter und etwaigen Komplizen. Es gebe Ermittlungsansätze, die würden verfolgt. „Und niemand wird ruhen, bis nicht der Täter oder die Täter gefasst sind“, sagte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt in der ARD. „Ich bin relativ zuversichtlich, dass wir vielleicht schon morgen oder in naher Zukunft einen neuen Tatverdächtigen präsentieren können“, sagte der Vorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, am Dienstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner Spezial“.

+++ Die Polizei verweist darauf, dass nun gemeinsam mit dem BKA nach dem Täter gefahndet wird.

+++ Auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt ist am Dienstagabend mit einer Schweigeminute der Opfer des Anschlags in Berlin gedacht worden. Kurz nach 20 Uhr erloschen vorübergehend die Lichter des großen Baumes, und viele Besucher verharrten still im Stadtzentrum. An dem Gedenken nahmen auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Polizeipräsident Bernd Merbitz teil. Die Leipziger Volkszeitung hatte danach berichtet.

+++ Es sind bereits zahlreiche Hinweise zum Anschlag aufgenommen worden.

+++ Die Polizei informiert darüber, dass der Breitscheidplatz auch am Mittwoch nicht öffentlich zugänglich sein wird.

+++ Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert und ihr sein Beileid übermittelt. Erdogan habe Merkel ausgerichtet, dass er den Schmerz Deutschlands angesichts des Anschlags teile, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Quellen im Präsidialamt in Ankara.

+++ Nach der Inanspruchnahme des Anschlags durch den IS dringt Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf Besonnenheit. „Diese angebliche Bekennung des sogenannten Islamischen Staates - das ist ja in Wahrheit eine Terrorbande - haben wir gerade erst bekommen“, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend in der ARD. Es gebe Ermittlungsansätze, die würden verfolgt. „Wir sollten die Sicherheitsbehörden ihre Arbeit machen lassen. Die arbeiten mit Hochdruck. Und niemand wird ruhen, bis nicht der Täter oder die Täter gefasst sind“, sagte der Minister.

+++ Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Angriff auf den Weihnachtsmarkt in Berlin für sich in Anspruch genommen. Das IS-Sprachrohr Amak meldete am Dienstag im Internet, ein IS-Kämpfer sei für den Angriff verantwortlich gewesen.

+++  Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller ruft die Bürger der Stadt auf, sich nicht von dem Weihnachtsmarkt-Anschlag einschüchtern zulassen. „Richtig ist: Die Augen offen zu halten, sich umzusehen, wachsam zu sein“, sagte Müller am Dienstagabend in der ARD. Man könne sich aber in der Öffentlichkeit bewegen. „Es gibt keinen Grund für Angst oder sich zu Hause einzuschließen.“ Die Weihnachtsmärkte in der Stadt würden zusätzlich gesichert, etwa durch Betonklötze, um Nachahmungstaten zu vermeiden.

Laut de Maizière keine Kinder unter Opfern

+++ Unter den bislang zwölf Toten des Lkw-Anschlags von Berlin sind nach Angaben von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) keine Kinder, aber möglicherweise Jugendliche und auch Ausländer. Die Identifizierung der Toten sei zum Teil sehr kompliziert.

+++ Auch nach der Freilassung eines Verdächtigen tappen die Ermittler nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nicht im Dunklen. Es gebe Fahndungsansätze und deswegen sei er zuversichtlich, dass es Fortschritte in den Ermittlungen geben werde, sagte der Minister am Abend im ZDF. „Es ist nicht auszuschließen, dass der Täter flüchtig ist“, ergänzte de Maizière. Er bekräftige, es habe vorab keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf den Markt gegeben. Der Berliner Polizei sei kein Vorwurf zu machen. Sie habe auch in der Krise gut reagiert.

Die Festnahme des Flüchtlings als Tatverdächtigen am Montagabend und seine Freilassung am Dienstagabend sei keine Panne, betonte de Maizière. Das gebe es auch in anderen Fällen. „Das ist Ermittlung und keine Panne.“ De Maizière stimmte die Deutschen auf stärkere Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltungen ein. „Wir werden vorsichtiger sein müssen.“

Israelin gehört zu den Vermissten

+++ Nach dem Anschlag wird eine Israelin vermisst. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Dienstag bei einer Veranstaltung in Jerusalem, man fürchte um ihr Leben. Nach Angaben eines israelischen Repräsentanten handelt es sich um die Ehefrau eines israelischen Staatsbürgers, der bei der Attacke am Montagabend verletzt wurde.

Liora Givon, Leiterin der israelischen Konsularabteilung in Berlin, besuchte den Verletzten nach Angaben des Jerusalemer Außenministeriums im Krankenhaus. Er sei schwer verletzt und mehrmals operiert worden, schwebe aber nicht in Lebensgefahr, berichtete das israelische Fernsehen am Dienstag.

+++ Folgenden Satz haben Bundespräsident Joachim Gauck und seine Ehefrau Daniela Schadt ins Kondolenzbuch geschrieben: „Wir trauern, wir stehen einander bei, wir verteidigen uns, wir verfallen nicht dem Hass.“

Festgenommener wird wieder freigelassen

+++ Nach dem Lastwagen-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ist der zunächst festgenommene Verdächtige wieder frei. Es sei kein Haftbefehl erlassen worden, teilte die Bundesanwaltschaft am Dienstagabend in Karlsruhe mit.

Berlin trauert um die Opfer des Anschlags - Die Bilder

+++ Bis Mitternacht wird definitiv über einen Haftbefehl gegen den festgenommenen Verdächtigen von Berlin entschieden. „Um 24.00 Uhr ist für uns die Zeit abgelaufen“, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank am Dienstag in Berlin.

Grund ist Paragraf 128 der Strafprozessordnung „Vorführung bei vorläufiger Festnahme“. Darin heißt es, der Festgenommene sei, sofern er nicht wieder in Freiheit gesetzt werde, unverzüglich, spätestens am Tage nach der Festnahme, dem Richter bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk er festgenommen worden ist, vorzuführen. Hält der Richter die Festnahme nicht für gerechtfertigt oder ihre Gründe für beseitigt, so ordnet er demnach die Freilassung an.

Brandenburger Tor erstrahlt in deutschen und Berliner Farben

+++ Das Brandenburger Tor erstrahlt heute abwechselnd in den deutschen Landesfarben Schwarz-Rot-Gold sowie in den Berliner Farben Rot-Weiß-Rot.

+++ Die CSU erhöht in der Flüchtlings- und Sicherheitspolitik den Druck auf die CDU und Kanzlerin Angela Merkel. Das CSU-Präsidium unter Parteichef Horst Seehofer stellte am Dienstag das für Anfang Februar geplante Spitzentreffen mit der CDU in München unter Vorbehalt. Es müssten vorher entscheidende Fragen in der Zuwanderungs- und in der Sicherheitspolitik geklärt werden, sonst mache das Treffen keinen Sinn, hieß es in einer Telefonschalte des CSU-Präsidiums. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur im Anschluss aus Teilnehmerkreisen.

+++ Schwedens König Carl XVI. Gustaf wendet sich in einem Kondolenzschreiben an Bundespräsident Gauck: „Die Königin und ich möchten anlässlich des tragischen Verlusts von Leben nach den schrecklichen Ereignissen in Berlin am 19. Dezember unser aufrichtiges Beileid ausdrücken. Wir fühlen von Herzen mit den Familien der Opfer und dem deutschen Volk.“

+++ Nach Informationen des Spiegel starb der polnische Lastwagenfahrer durch einen einzelnen Schuss in den Kopf mit einer kleinkalibrigen Waffe. Der Mann soll schon tot gewesen sein, bevor der Lkw auf den Weihnachtsmarkt fuhr. 

+++ Der Berliner Innensenator Andreas Geisel ruft die Betreiber der Berliner Weihnachtsmärkte dazu auf, die Märkte am Dienstag geschlossen zu halten. Das berichtetN-TV. Ein rechtlich bindendes Verbot gebe es nicht, aus Pietätsgründen sei es aber sinnvoll auf die Öffnung zu verzichten, so Geisel.

+++ UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin als „terroristischen Angriff“ verurteilt. Er drücke den Familien der Opfer sowie der Regierung und dem deutschen Volk sein tiefstes Mitgefühl und Beileid aus, erklärte Ban am Dienstag in New York. Hier können Sie alle Beileidsbekundungen und Reaktionen aus nationaler und internationaler Politik nachlesen.

25 Opfer weiter im Krankenhaus - 14 davon schweben in Lebensgefahr

+++ Nach dem Terroranschlag mit 12 Toten wurden 49 Menschen verletzt in Krankenhäuser gebracht. Davon seien 25 Patienten weiter in stationärer Behandlung, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Dienstagnachmittag mit. 14 von ihnen seien sehr schwer verletzt. Die übrigen 24 seien am Dienstag aus den Kliniken entlassen worden.

+++ Wie die Bild berichtet, sollen unter den Verletzten zwei israelische Staatsbürger sein. Ein Sprecher der israelischen Botschaft in Berlin sagte gegenüber dem Blatt: „Ich kann bestätigen, dass zwei Israelis von dem Anschlag an der Gedächtniskirche betroffen waren.“ Es handele sich um einen Mann Mitte 60 und seine Frau. Der Mann sei schwer an der Hüfte verletzt und wurde in der Nacht operiert. Seine Frau wurde bislang nicht gefunden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie unter den Todesopfern ist, so der Sprecher.

Nach Anschlag in Berlin: Schweigeminute in Berlin und in München

+++ Die Berliner Polizei gedenkt in einer Schweigeminute den Opfern des Anschlags am Breitscheidplatz. 

+++ Die Pressekonferenz der Sicherheitsbehörden haben wir hier noch einmal zusammengefasst.

+++ Der Cousin des polnischen Lkw-Fahrers trauert um den wahrscheinlich erschossenen Mann. Die GPS-Daten des Fahrzeugs geben weiter Rätsel auf.

+++ In München treffen sich am Dienstag um 18 Uhr Händler und Besucher am Schwabinger Weihnachtsmarkt zu einer Schweigeminute für die Opfer in Berlin.

+++ Die Pressekonferenz der Sicherheitsbehörden ist nun beendet. 

+++ Bei der Durchsuchung der Flüchtlingsunterkunft am früheren Berliner Flughafen Tempelhof wurde ein Mobiltelefon beschlagnahmt. „Wir haben ein Handy gefunden, das wir auswerten“, sagte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt. Weitere Angaben machte er nicht. Die Auswertung des Telefons sei noch nicht weit genug fortgeschritten.

+++ BKA-Präsident Münch sagte, der mutmaßliche Täter von Berlin sei der Polizei zwar bekannt gewesen, aber nicht im Zusammenhang mit Waffen oder wegen möglicher Kontakte ins islamistische Spektrum. Er sei „kein eingestufter Gefährder“ gewesen.

+++ Polizeipräsident Kandt sagte bei der Pressekonferenz, es sei möglich, dass ein gefährlicher Straftäter noch im Raum Berlin sei. Die Polizei befinde sich rund um die Uhr in einem Sondereinsatz, der voraussichtlich auch bis Silvester andauern werde.

Kanzlerin Merkel besucht den Tatort in Berlin

Thomas de Maizière trägt sich in das Kondolenzbuch ein.

+++ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Besuch am Tatort der Opfer des Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin gedacht. Nahe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche legte sie am Dienstag zusammen mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) weiße Rosen nieder. Auf Schildern, die an einem Mast über Blumen und Kerzen hingen, stand „Das Herz Berlins getroffen“ und „Warum?“. Danach gingen die Politiker auf dem Areal des geschlossenen Marktes weiter und sprachen mit Polizisten. In der Kirche trug sich Merkel in ein ausliegendes Kondolenzbuch ein.

+++  Im Sekundentakt tauchen im Netz neue Reaktionen und Gerüchte zum mutmaßlichen Anschlag in Berlin auf. Mit #KatzenStattSpekulationen wollen User jetzt die Polizei unterstützen.

+++ Die Polizei von New York rüstet auf: Auf den dortigen Weihnachtsmärkten werden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

Pressekonferenz mit dem Generalbundesanwalt und dem BKA-Präsidenten

Generalbundesanwalt Peter Frank.

+++ Nach den Worten von Generalbundesanwalt Frank ist unklar, ob es eine größere Tätergruppe gibt oder ob der Täter von außen angeleitet wurde. Berlins Polizeipräsident Kandt betonte jedoch, es sei „nicht zwingend notwendig“, dass mehr als eine Person beteiligt war. Die Tat sei logistisch „nicht so anspruchsvoll“ gewesen.

+++ Die Polizei durchsuchte in der Nacht die Flüchtlingsunterkunft im früheren Flughafen Tempelhof, weil der festgenommene Tatverdächtige dort vermutlich untergebracht war, wie Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt erklärte. „Ich glaube schon, dass wir die richtige Schlafstelle da auch gefunden haben.“ Der Mann sei nicht als Gefährder eingestuft gewesen.

+++ Frank: Wir wissen von Zeugenaussagen, dass eine Person aus dem Führerhaus des Lastwagens ausgestiegen ist. Wir wissen aber nicht, ob im Hintergrund nicht mehrere Personen oder Organisationen unterstützen. 

+++ Frank: Der Fahrer des Lkw ist ein Stück weit verfolgt worden, so konnte die Polizei dem Flüchtigen auf die Spur kommen. Der Verdächtige stand aber nicht lückenlos vom Fahrzeug bis zur Festnahme unter Beobachtung. Daher besteht eine gewisse Rest-Unsicherheit. Möglicherweise haben wir noch einen gefährlichen Straftäter im Raum. Der Verdächtige hat die Tat von Anfang an bestritten.

+++ Zeitgleich zur Pressekonferenz besucht Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit Außenminister Steinmeier und Thomas de Maizière den Ort des Geschehens.

Was bedeutet der Anschlag in Berlin für unsere Gesellschaft?

+++ Die Gefahr sei heute nicht größer als sie gestern gewesen sei, sagte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt. Sie habe sich nur am Montag manifestiert. „Ich bin der Überzeugung, dass wir weiterhin unser freies Leben leben sollten“, sagte Kandt.

+++ Würden Sie heute Abend auf einen Weihnachtsmarkt gehen? Frank: „Aufgrund meiner Betroffenheit, der Ereignisse und der Bilder, die ich gestern Abend gesehen habe, würde ich heute nicht auf einen Weihnachtsmarkt gehen. Es stellt sich immer die Frage, wie geht man mit Terrorismus um? Dass Deutschland gefährdet ist, ist seit Jahren bekannt, dass man Opfer eines Anschlags werden kann. Ziel des Terrorismus ist es Angst und Schrecken zu verbreiten, eine Gesellschaft zu verändern und eine Ideologie aufzwingen.“ 

BKA-Präsident Holger Münch.

+++ Münch kann nicht ausschließen, dass noch immer ein bewaffneter Täter unterwegs ist. Man sei „hochalarmiert“und arbeite daran eventuelle Tatbeteiligte zu identifizieren, sagte Münch. Man wisse nicht sicher, ob der richtige Mann gefasst worden sei und ob es nur einen einzigen Täter gebe.

+++ Mittlerweile sind sechs der elf Todesopfer identifiziert. Sie alle sind deutsche Staatsbürger.

Anschlag in Berlin: Generalbundesanwalt geht von terroristischem Hintergrund aus

+++ Gibt es ein Bekennervideo? „Wir haben noch kein Bekennervideo“, so Generalbundesanwalt Frank. Daher sei daher noch unklar um welchen Täterbereich es sich handelt. Frank geht aber von einem terroristischen Hintergrund aus.

+++ Frank: „Wir müssen davon ausgehen, dass der festgenommene Verdächtige nicht der Richtige ist.“

+++ Welchen effektiven Sicherheitsgewinn erwarten sie von den Maßnahmen, die sie jetzt einleiten wollen? Münch verweist auf Nachahmungstäter, die sich nach so einer Tat häufig selbst zur Tat entschließen. Diese sollen von den Maßnahmen abgeschreckt werden.

+++ Nachfrage: Warum gab es keine Betonbegrenzungen um Fahrzeuge abzuhalten? 

Polizeipräsident Berlin, Klaus Kandt: Wir haben so viele weiche Ziele, der Christkindlmarkt ist eines von vielen. Wenn wir in den Eingängen Betonklötze abstellen, können wir damit nicht das gesamte Risiko ausschalten.

+++ Münch: Die Schutzmaßnahmen solcher Veranstaltungen werden noch einmal hinterfragt. 

+++ BKA-Präsident Münch: „Was bedeutet das für die Bundesgefährdungseinschätzung? Der islamistische Terror prägt ganz maßgeblich die Sicherheitslage in Deutschland. Wir müssen feststellen, dass dieses Ereignis sich nahtlos in unsere Einschätzungen einfügt und sich unsere Einschätzungen bestätigt haben. 

Anschlag in Berlin: Generalbundesanwalt sieht Ähnlichkeiten mit Vorgehensweise des IS

+++ Frank: Wir wissen derzeit nicht, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt. Wir wissen nicht ob der oder die Täter Unterstützer hatten. Wir müssen uns allerdings mit dem Gedanken vertraut machen, dass der Verdächtige eventuell auch nicht der Täter ist oder der Tätergruppe angehört.

+++ Das Vorgehen erinnere an das Vorgehen des IS. Konkrete Verbindungen gibt es derzeit noch nicht. 

+++ Der polnische Staatsbürger, der auf dem Beifahrersitz gefunden wurde, ist wohl erschossen worden, so Frank. 

+++ Generalbundesanwalt Frank eröffnet die Pressekonferenz.

+++ In wenigen Minuten beginnt die Pressekonferenz des Generalbundesanwalt Frank und BKA-Chef Holger Münch.

+++ Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt wurde ein Verdächtiger festgenommen. Jetzt gibt es Zweifel, ob er der Täter ist. Ist der festgenommene Naved B. der falsche Mann?

+++ Die Berliner Polizei warnt indirekt die Bevölkerung. Der festgenommene Tatverdächtige bestreitet die Tat laut Polizei. Daher sollen die Menschen noch wachsam sein. 

Das Statement des Bundespräsidenten Gauck im Wortlaut und Video

+++ „Unser Deutschland, es bleibt ein Land der Freiheit, des Zusammenhalts“

+++ Gauck bedankt sich bei den Feuerwehrkräften, den Polizisten, den Rettungskräften und den Ärzten, die am Abend des Anschlags geholfen haben und immer noch helfen.

+++ „Unser Zusammenhalt wird nicht schwächer, er wird stärker wenn wir angegriffen werden.“

+++ „Wir stehen auf einem festen Grund und wir stehen zusammen. In Deutschland, in Europa und überall auf der Welt. Der Hass der Täter wird uns nicht spalten“

+++ „Dieser Anschlag galt uns allen. Viele Menschen empfinden diesen Akt als Angriff auf unser Leben.“

+++ Gauck: „Wir sind heute untrennbar vereint mit den Opfern, den Familien und den Betroffenen von Berlin. Und wir gedenken in diesem Moment auch der vielen Opfer, die dem Terror zum Opfer gefallen sind.“

+++ Das Statement von Joachim Gauck verzögert sich.

+++ Bundespräsident Gauck spricht in wenigen Minuten zu dem Anschlag in Berlin.

Anschlag in Berlin: Hat die Polizei den Richtigen festgenommen?

+++ Die Welt berichtet online, die Berliner Polizei habe den Falschen festgenommen. Das will sie aus „ranghohen Sicherheitskreisen“ erfahren haben. „Denn der wahre Täter ist noch bewaffnet auf freiem Fuß und kann neuen Schaden anrichten“, habe es seitens der Polizei geheißen. Diese Nachricht haben weder der Bundesinnenminister noch die Polizei Berlin verifiziert. Auf der Pressekonferenz der Polizei Berlin wird bestätigt, es sei „in der Tat unsicher, dass es der Fahrer war“, so Polizeipräsident Klaus Kandt.
Doch so klar wie die Welt („Wir haben den falschen Mann“) formuliert es die Polizei nicht. Der Spiegel will Ungereimtheiten recherchiert haben. Demnach sollen bei dem Festgenommenen kaum Spuren gefunden worden sein, die auf einen Kampf hinweisen.  

Die Pressekonferenz wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Es wird vermutlich dauern, bis sorgfältige, glaubwürdige Informationen dazu vorliegen. 

Bisher wurde die Waffe, mit der der Beifahrer erschossen wurde, nicht gefunden. 

Nach dem Anschlag von Berlin: Schweigeminute und Trauerflor in der Bundesliga

+++ Mit einer Schweigeminute wird die Bundesliga bei allen Spielen am Dienstag und Mittwoch der Opfer der Tragödie in Berlin gedenken. Darüber hinaus tragen die Spieler der Mannschaften Trauerflor.

+++ Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wird das Brandenburger Tor am Abend in den Deutschlandfarben angestrahlt. Das Wahrzeichen der Hauptstadt solle ein Ort sein, "an dem man seine Trauer und Solidarität ausdrücken kann", sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD).

+++ Berlins Regierender Bürgermeister spricht emotional vor Journalisten: „Wir sind fassungslos.“ Es sei eine zutiefst bedrückende, verstörende Situation. „Es hätte tatsächlich jeden treffen können.“ Ihn habe in den letzten Stunden die Solidarität berührt, etwa die Botschaften von den Bürgermeistern aus Hamburg und München. Es sei gut zu spüren, dass gerade die von Terror heimgesuchten Orte enger zusammenrücken. Er bedankt sich für die hervorragende Arbeit der Feuerwehr, Polizei und Krankenhäuser.  

Thomas de Maizière: Haben keinen Zweifel mehr an einem Anschlag

+++ Thomas de Maizière gibt ein Statement ab. Es gebe keinen Zweifel mehr an einem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt. Auffällig: De Maizière spricht von einem Anschlag, Merkel von einem Terror-Anschlag

Der Generalbundesanwalt habe ein Strafverfahren eingeleitet. Daher werde sich der Innenminister nicht zu Einzelheiten äußern. „Ich verstehe jeden Einzelnen, der Sorgen hat, sein Leben offen weiterzuleben“. Er sage aber aus Überzeugung: „Weichen wir nicht zurück. Lassen wir unser Leben nicht von Angst bestimmen.“ Es sei richtig, dass die Berliner Weihnachtsmärkte heute aus Rücksicht geschlossen sind. Andere Großveranstaltungen sollten stattfinden, da sei er sich mit seinen Länderkollegen einig. Der jeweiligen Lage angepasst werde es weitere Sicherheitsvorkehrungen geben. „Eine Absage wäre falsch.“ Die Haltung des aufeinander Achtgebens sollten wir uns bewahren, sagt der Innenminister. „Wir stehen jetzt zusamen.“ 

Über den mutmaßlichen Täter sagt de Maizière, der Festgenommene stamme wohl aus Pakistan, sei am 31. Dezember 2015 eingereist, registriert worden. Im Februar sei er in Berlin aufgetaucht. Es habe mehrere Versuche für eine Anhörung gegeben. Das Asylverfahren sei nicht abschließend entschieden. Die Person sei in den Dateien, die Terror-Bezug haben, nicht vertreten. „Alle Ermittlungen sind offen.“

Die Pistole, mit der der Beifahrer vermutlich erschossen wurde, sei bisher nicht aufgefunden worden. Bekennervideos seien nicht aufgetaucht. Auf das Statement von Horst Seehofer, die nachzujustieren, reagiert de Maizière mit dem Satz: „Ich denke heute an die Opfer.“ Heute sei nicht der Tag, um über Konsequenzen zu sprechen. 

De Maizière stellt klar, er persönlich werde nicht eher ruhen, „bis der oder die Täter gefunden und einer harten Strafe zugefügt worden sind.“

+++ Der in Berlin festgenommene Naved B. soll nach Informationen der BR-Sendung report München eine "Aufenthaltsgestattung" besessen haben. Die Ermittlungen zu seiner Person dauerten an, laut dem Nachrichtenmagazin könnten weitere Durchsuchungsmaßnahmen vorbereitet werden. Der BR zeigt online ein erstes Foto von Naved B.. Die Augen wurden gepixelt. 

+++ Der polnische Beifahrer des mutmaßlich als Terrorwaffe benutzten Lastwagens ist mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen worden. Das erfuhr dieDeutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

+++ Wir haben gesammelt, wie Sport-Stars ihr Mitgefühl gegenüber den Opfern des Weihnachtsmarkt-Anschlags, ihren Familien und Freunden ausdrücken. Hier gelangen Sie zur Liste

+++ In München ist für Donnerstag seit längerem eine Großveranstaltung mit Konzerten gegen Fremdenhass und Angst geplant. Nach dem Anschlag in Berlin sagen die Veranstalter von „Bellevue di Monaco“, dass sich niemand ängstlich daheim zurückziehen solle. „Wir sollten nicht unser Leben ändern (...), dann hat man schon verloren“, sagt Matthias Weinzierl vom Bayerischen Flüchtlingsrat und einer der Träger des Projekts „Bellevue di Monaco“.

+++ Der festgenommene Terror-Verdächtige leugnet die Tat. Der 23 Jahre alte Mann streite bisher alles ab, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Sicherheitskreisen

+++ Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sagt bei einer Kabinettssitzung in München: „Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere gesamte Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu justieren. “ 

+++ Es gibt neue Erkenntnisse zur Identität des festgenommenen Naved B.: Zwar sei er polizeibekannt, allerdings ist er bisher nicht als Islamist aufgefallen. Der Tagesspiegel berichtet, dass gegen Naved B. in Köln oder Berlin wegen sexueller Belästigung ermittelt worden sei.  

+++ Die große Silvesterparty am Brandenburger Tor soll trotz des Anschlags stattfinden. Eine Absage sei nicht geplant, sagte eine Sprecherin des Veranstalters KIT Group.

So verfolgte ein mutiger Zeuge den mutmaßlichen Täter und half der Berliner Polizei

+++ Das ist Zivilcorage. Dass der flüchtige Täter, der den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verübte, so schnell geschnappt werden konnte, ist laut Polizei dem Einsatz eines besonders mutigen Zeugen zu verdanken. Er ist dem Mann nachgerannt. Mutig.

+++ Der polnische Speditionsbesitzer hat den Tod seines Fahrers bestätigt, mit dessen Wagen der Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt begangen wurde. Er habe seinen Cousin auf einem Polizeifoto identifiziert, sagte Ariel Zurawski im polnischen Fernsehen. „Das Foto ist sehr drastisch.“ Er habe es zunächst nicht sehen wollen. Der Frau des Lkw-Fahrers, die am Montag als letzte gegen 15 Uhr mit ihrem Mann telefonisch gesprochen haben soll, wurde es demnach nicht gezeigt. 

Merkel „erschüttert“: Diese Erkenntnis wäre „besonders widerwärtig“

+++ „Ich bin entsetzt, erschüttert und tief traurig“, sagt Merkel in ihrem Statement im Kanzleramt. „Eine grausame und letztlich unbegreifliche Tat hat ihnen das Leben geraubt.“ Merkel sagt, sie denke nach der „unbegreiflichen Tat“ an die Toten, Verletzten und ihre Familien und Freunde. „Ein ganzes Land ist mit Ihnen in tiefer Trauer vereint.“ Sie denke auch an die Retter und danke ihnen. Sie danke auch den Ermittlern, sie habe Vertrauen zu ihnen. „Die Tat wird aufgeklärt werden und sie wird bestraft werden.“ 

Merkel wisse, dass es für alle schwer zu ertragen wäre, wenn sich herausstellen würde, dass der Täter wirklich jemand war, der nach Deutschland gekommen ist, um Schutz und Asyl zu suchen. Sie wisse, dass diese Erkenntnis „besonders widerwärtig“ gegenüber all den vielen Deutschen wäre, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren und sich um Integration bemühen. „Wir wollen nicht damit leben, dass uns die Angst vor dem Bösen lähmt.“ Wir dürften uns nicht unseren Lebensmut nehmen lassen. 

Die Kanzlerin sagte, wir müssten nach jetzigem Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen. Sie kündigte an, am Nachmittag zum Breitscheidplatz zu fahren, zusammen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

+++ In diesem News-Blog erfahren Sie ab 11 Uhr, wie sich Angela Merkel im Kanzleramt zum mutmaßlichen Anschlag äußert. Es ist von einem kurzen Statement auszugehen. Parallel berichten wir von der Pressekonferenz der Polizei München zur Sicherheitslage auf den Christkindlmärkten (hier gelangen Sie zum Live-Stream ab etwa 11.30 Uhr). Der Generalbundesanwalt Peter Frank und der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, wollen um 14.30 Uhr die Presse informieren.

Innenminister: Weihnachtsmärkte in Deutschland werden nicht abgesagt

+++ Trotz des mutmaßlichen Anschlags in Berlin sollen die Weihnachtsmärkte in Deutschland nicht abgesagt werden. Darauf verständigten sich die Innenminister von Bund und Ländern am Dienstagmorgen auf einer Telefonschaltkonferenz, wie das Bundesinnenministerium später mitteilte. In Berlin forderten die Behörden die Betreiber allerdings auf, die Märkte am Dienstag aus Rücksicht auf die Opfer und ihre Angehörigen geschlossen zu halten.

+++ Eine Muslima, die in der Landeshauptstadt lebt, spricht den Berlinern mit ihrem Facebook-Post förmlich aus der Seele: „Mögen sie alle die Kraft finden, um diese Stunden zu überstehen. Und mögen unser aller Herzen Ruhe finden in diesem Sturm.“

+++ Der polnische Beifahrer des mutmaßlichen Attentäters von Berlin ist nach Angaben des Brandenburger Innenministeriums vermutlich erschossen worden. Der Pole hatte den Lastwagen nach bisherigen Erkenntnissen gefahren, bevor der Lkw in die Hände des Mannes fiel, der mit dem Lkw am Montagabend auf den Weihnachtsmarkt raste. Der Pole sei Opfer und nicht Täter, teilte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Dienstag nach einer Telefonkonferenz der Innenminister der Länder mit.

Berlin-Verdächtiger soll aus Pakistan stammen und 23 Jahre alt sein

+++ Die Bild berichtet, der Mann heiße Naved B., der an der Siegessäule festgenommen wurde, sei 23 Jahre alt und komme aus Pakistan. n-tv zeigte Bewegtbilder eines Mannes, der mit weißem Tuch bedeckt in ein Auto gesetzt wird und weggebracht wird. Dabei soll es sich um Naved B. handeln. Es gibt noch keinen eindeutigen Beleg, dass er wirklich der Fahrer war, nur einen Augenzeugenbericht. 

+++ Als ekelhaft bezeichnen viele Twitter-Nutzer, darunter Politiker der großen Parteien, den Tweet von Frauke Petrys Lebensgefährten, AfD-Europaparlamentarier Marcus Pretzell. Er hatte Angela Merkel am Montagabend persönlich für die Tat von Berlin verantwortlich gemacht. "Es sind Merkels Tote", schrieb er. Auch Petry nutzte die Tat ungeniert für Wahlkampf. 

+++ In Berlin haben Spezialeinsatzkräfte (SEK) der Polizei am Dienstagmorgen nach Medienberichten Hangars auf dem früheren Flughafen Tempelhof durchsucht. Dort befindet sich Berlins größte Flüchtlingsunterkunft. Der Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte dem rbb, die Durchsuchungen stünden nicht in Zusammenhang mit der Tat am Breitscheidplatz. Das twitterte der Sender um 10.44 Uhr.

+++ Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte im Interview mit der Rundschau im Bayerischen Rundfunk, dass wir überall in Deutschland, überall in Europa einem Anschlagsrisiko ausgesetzt seien. Konkrete Hinweis für Bayern habe er nicht. Und dennoch: Wer so etwas wie in Berlin plane, könne dies theoretisch „an tausenden Stellen in Bayern“ tun, auf Weihnachtsmärkten oder in der Früh, wenn viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit irgendwo zusammenstehen, sagte Herrmann. Die Polizei München hat ihr Personal auf den Weihnachtsmärkten als Reaktion auf die Berlin-Tat erhöht. Herrmann hat eine Überprüfung der deutschen Flüchtlingspolitik gefordert. „Wenn sich bestätigen sollte, dass dieser Anschlag von jemandem verübt worden ist, der als Asylbewerber ins Land eingereist ist, dann muss das in Berlin schon noch mal zu einem grundsätzlichen Nachdenken darüber führen, wie diese ganze Flüchtlingsaufnahme gestaltet wird“, sagte er am Dienstag dem Radiosender Antenne Bayern.

Nach mutmaßlichem Anschlag will sich Merkel um 11 Uhr äußern

+++ Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat für Dienstag bundesweite Trauerbeflaggung angeordnet. Wie sein Ministerium am Morgen mitteilte, gilt die Weisung für sämtliche Behörden unter Bundesaufsicht. Dies geschehe "als Zeichen der Anteilnahme nach der Gewalttat auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin am gestrigen Abend". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihren für Dienstag geplanten Wahlkreis-Besuch in Mecklenburg-Vorpommern abgesagt. Sie hat für 11 Uhr am Dienstag eine Erklärung zum mutmaßlichen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz angekündigt. 

+++ Der dunkle Lastwagen mit polnischem Kennzeichen fuhr laut Polizei gegen 20 Uhr auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern über den Markt und zerstörte dabei mehrere Buden. Viele Besucher haben keine Chance. Ein weiterer Mann, der auf dem Beifahrersitz saß, starb laut Polizei vor Ort. Er war Pole. Der Lastwagen gehörte einer polnischen Spedition, wie deren Eigentümer Ariel Zurawski dem polnischen Sender TVN 24 sagte. Der Fahrer, sein Cousin, sei seit etwa 16 Uhr am Montag nicht mehr zu erreichen gewesen. Für ihn könne er die Hand ins Feuer legen, dass er kein Attentäter sei. „Ihm muss etwas angetan worden sein“, mutmaßte er. 

Reiste Verdächtiger als Flüchtling über Passau ein? Polizei kommentiert dies nicht

+++ Der mutmaßliche Fahrer soll nach Informationen des RBB-Inforadios Pakistaner. Der Festgenommene sei am 31. Dezember 2015 in Passau nach Deutschland eingereist, berichtete der Sender am frühen Dienstagmorgen und berief sich auf Sicherheitskreise. Die Angaben sind widersprüchlich. Laut dpa sei der festgenommene Verdächtige im Februar als Flüchtling über die Balkanroute nach Deutschland eingereist sein. Der Polizei soll er wegen geringfügiger Delikte bekannt sein. Die Berliner Polizei wollte dies nicht kommentieren. 

+++ Der Lkw sollte am Dienstagmorgen zur Spurensicherung abgeholt werden. Der Tatort in der Nähe der Gedächtniskirche war weiträumig abgesperrt. Die Polizei bat auf Twitter, aus Pietätsgründen keine Fotos davon zu verbreiten. 

+++ Der Terrorismusforscher Peter Neumann hält einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin für sehr wahrscheinlich. „Die Taktik ist wie in Nizza und es passt in die Strategie des Islamischen Staates“, sagte Neumann vom King's College in London der Deutschen Presse-Agentur. „US-Geheimdienste haben außerdem in den vergangenen Wochen vor Anschlägen auf Weihnachtsmärkten gewarnt.“

+++ Die Ermittler gehen davon aus, dass der Lastwagen vorsätzlich auf den Weihnachtsmarkt gesteuert wurde. Das teilte die Polizei gegen 6 Uhr am Dienstagmorgen auf Twitter mit (folgen Sie dem Twitter-Account @PolizeiBerlin_E). „Alle polizeilichen Maßnahmen zu dem vermutlich terroristischen Anschlag am Breitscheidplatz laufen mit Hochdruck und der nötigen Sorgfalt“, twitterte die Polizei am frühen Dienstagmorgen.

Am Dienstagmorgen um 7 Uhr ist die Identität des Lastwagen-Fahrers unklar 

+++ Die Identität des Fahrers sei weiterhin unklar, sagte eine Sprecherin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).  Bei der Tat im Herzen Berlins sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Weitere 49 Menschen lagen am Morgen zum Teil schwer verletzt in Krankenhäusern.

Polizei bittet Augenzeugen, Videos und Fotos zu schicken

+++ Die Polizei hat ein Portal freigeschaltet, über das Augenzeugen des möglichen Anschlags in Berlin Fotos und Videos hochladen können (hier gelangen Sie zum Upload). Zuvor hatte die Polizei gebeten, kein Bildmaterial über Soziale Medien zu verbreiten oder es per Twitter an die Behörden zu senden. Auf Handy-Fotos und -Videos könnten Hinweise zu sehen sein, die den Ermittlern bei ihrer Arbeit helfen.

+++ Der festgenommene mutmaßliche Fahrer könnte ein Pakistaner oder Afghane sein. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am frühen Dienstagmorgen aus Sicherheitskreisen. Letzte Gewissheit gab es zunächst nicht, da der Mann unterschiedliche Namen verwendet habe. Der Mann war nach dem Vorfall zunächst geflüchtet. Der Berliner Tagesspiegel berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Mann sei den Ermittlern bekannt, allerdings nicht wegen eines terroristischen Hintergrundes, sondern wegen kleinerer krimineller Delikte.

+++ Der Rettungseinsatz vor Ort ist beendet, twitterte die Polizei Berlin einige Minuten nach Mitternacht. 

Die Nachrichten zum möglichen Berliner Anschlag vom Montag

+++ Möglicherweise wurde der Lastwagen schon in Polen gestohlen.

+++ Neben dem Generalbundesanwalt sind laut Polizei auch mehrere Berliner Anwälte in die Ermittlungen involviert.

+++ Die Polizei gibt hinsichtlich des verdächtigen Gegenstands Entwarnung.

+++ Laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière sind die Hintergründe weiter unklar. "Ich möchte jetzt noch nicht das Wort Anschlag in den Mund nehmen, obwohl viel dafür spricht", sagte de Maizière am Montagabend in der ARD.

+++ Laut einem Feuerwehrsprecher sind etwa 20 Menschen in Krankenhäuser gebracht worden.  Die übrigen der insgesamt laut Polizei etwa 50 Verletzten seien "eher seelisch verletzt".

Zur Identität der beiden mutmaßlichen Lkw-Insassen machte die Polizei keine Angaben. In dem Lastwagen seien keine gefährlichen Gegenstände gefunden worden. Laut Feuerwehr gingen die ersten Notrufe gegen 20.07 Uhr ein. Der Weihnachtsmarkt sei zu diesem Zeitpunkt stark besucht gewesen.

+++ In diesem Artikel haben wir alle wichtigen Reaktionen auf den Vorfall zusammengefasst.

+++ Noch vor Mitternacht gibt die Polizei erste Ermittlungserkenntnisse bekannt.

+++ Die Polizei nimmt Hinweise zum Vorfall auf diesem Weg entgegen.

+++ Das griechische Außenministerium reagiert mit Entsetzen auf den möglichen Anschlag in Berlin. „Wir verurteilen den verbrecherischen Anschlag in Berlin aufs Schärfste. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer“, erklärt das Athener Außenministerium auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf Griechisch und Deutsch.

CSU-Innenexperte: Brauchen Sicherheitscheck für alle Weihnachtsmärkte

+++ CSU-Innenexperte Stephan Mayer fordert eine Sicherheitsprüfung für sämtliche Weihnachtsmärkte. Es hätten sich am Montagabend "unsere schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet", sagte der Bundestagsabgeordnete der Bild laut einer Vorabmeldung. "Jetzt müssen die Sicherheitskonzepte aller Weihnachtsmärkte in Deutschland überprüft werden - bis hin zu der Frage, ob sie überhaupt noch weiter stattfinden können."

+++ Nach der Todesfahrt des polnischen Lastwagens hat der Besitzer des Lkw-Unternehmens am Montagabend erklärt, dass er seit dem Nachmittag keinen Kontakt mehr zu dem Fahrer habe. "Ich weiß nicht, was mit ihm ist. Er ist mein Vetter, ich kenne ihn seit meiner Kindheit. Ich bürge für ihn", sagte Ariel Zurawski der Nachrichtenagentur AFP am Telefon.

+++ Wolfgang Bosbach hält einen Anschlag für wahrscheinlich. "Ausgeführt nicht nur mit größter Brutalität und verheerenden Folgen, sondern auch mit bewusst großer Symbolkraft - wenige Tage vor Weihnachten, mitten in der deutschen Hauptstadt inmitten fröhlicher und friedlicher Menschen", sagte der CDU-Politiker der Bild: "Die Botschaft ist klar - egal wo, egal wie, wir werden jederzeit zuschlagen können."

Julia Klöckner spricht in dem Blatt von einer "barbarischen" Tat. "Terroristen sind feige - unbeschützte, friedliche Menschenmengen anzugreifen, ist barbarisch", sagt die CDU-Vizechefin und ergänzt: "Weihnachtsmärkte zu schließen, wäre falsch, aber sie müssen wohl stärker geschützt werden." Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) spricht von einem "abscheulichen Anschlag". Nun sei "die Stunde der nationalen und internationalen Einheit".

+++ Die USA verurteilen den tödlichen Zwischenfall scharf. Eine Mitteilung des Nationalen Sicherheitsrates sprach am Montag davon, es habe sich vermutlich um einen terroristischen Anschlag gehandelt. Man habe der deutschen Regierung Unterstützung angeboten. Wörtlich erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Ned Price: „Deutschland ist einer unserer engsten Partner und stärksten Verbündeten. Im Kampf gegen all jene, die unsere Art zu leben und unsere Gesellschaften bedrohen, stehen wir an der Seite Berlins.“ Den Opfern und ihren Angehörigen gelte tief empfundenes Mitgefühl. Dieses wolle man auch der Bundesregierung und den Deutschen übermitteln.

+++ Frankreich hat nach Angaben des Innenministeriums die Sicherheitsvorkehrungen auf seinen Weihnachtsmärkten erhöht. Minister Bruno Le Roux rief die Sicherheitskräfte des Landes am Montagabend auf, „maximale Wachsamkeit“ aufrechtzuerhalten. „Der Schutz der Weihnachtsmärkte ist sofort verstärkt worden“, hieß es in einer Mitteilung. Was dies konkret bedeutet, wurde nicht erklärt.

+++ Der Lastwagen gehört einer polnischen Spedition. Der Eigentümer Ariel Zurawski sagte am Montagabend in einem Telefonat dem Sender TVN 24, der Fahrer sei seit etwa 16 Uhr nicht mehr zu erreichen gewesen. Der Fahrer sei sein Cousin, er könne seine Hand für ihn ins Feuer legen, dass er kein Attentäter sei. „Es kann einfach nicht mein Fahrer gewesen sein“, sagte Zurawski zu dem Vorfall. „Ihm muss etwas angetan worden sein“, mutmaßte er: „Ich stehe so unter Schock.“

Der Lastwagen hatte Stahlkonstruktionen nach Berlin transportiert, berichtete Zurawski. Wegen einer Verzögerung habe der Fahrer bis zum Morgen warten müssen und den Lastwagen in Berlin geparkt.

Der Lkw ist vorne total demoliert.

+++ Die Komiker Jan Böhmermann und Olli Schulz haben eine Veranstaltung im Berliner Tempodrom nach dem möglichen Anschlag in der Hauptstadt abgebrochen. „Das ist drei Kilometer von hier passiert. Ich war erst vor ein paar Tagen da. Ich glaube, das ist einfach so scheiße gerade und wir können auch nicht die richtigen Worte dafür finden. Auf alle Fälle können wir jetzt nicht weiter hier gute Laune verbreiten und Party machen, wenn hier Menschen sterben“, sagte Schulz am Montagabend. Sein Partner Jan Böhmermann ergänzte unter dem Applaus des Publikums: „Kommt sicher nach Hause. Verbreitet keine Gerüchte und hört nicht auf die Arschgeigen, die dieses schreckliche Ereignis jetzt für ihre politischen Zwecke instrumentalisieren. Das ist nämlich das Allerletzte.“

+++ Gegen 23 Uhr sagt ein Polizeisprecher über die Hintergründe des Vorfalls: „Im Moment müssen wir sagen, dass beide Richtungen möglich sind.“ Mit Blick auf Mutmaßungen über einen Anschlag fügt er hinzu: „Manche Parallelen drängen sich auf.“

Pressekonferenz am Dienstag soll Aufklärung bringen

+++ Berlins Regierender Bürgermeister Müller und Innensenator Geisel wollen am Dienstagmittag auf einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit informieren. Dabei würden auch Landesbranddirektor Wilfried Gräfling und Polizeipräsident Klaus Kandt Fragen der Journalisten beantworten, teilte der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski am Montagabend mit. Ob auch ein Vertreter der Berliner Generalstaatsanwaltschaft dazukommt, sei noch unsicher.

Bei dem Termin werde es um die aktuellen Erkenntnisse und Umstände bei dem Vorfall auf dem Breitscheidplatz gehen, erläuterte Schodrowski. Davor würden sich Polizei und Feuerwehr nicht mehr äußern. Bereits am späten Dienstagvormittag wollen sich dem Sprecher zufolge die Senatsmitglieder in ein Kondolenzbuch in der Gedächtniskirche eintragen, das danach für alle Bürger offen sei. Für den Abend sei ein Trauergottesdienst in der Kirche vorgesehen.

+++ EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärt, er und die gesamte Kommission seien "erschüttert". Die getöteten und verletzten Menschen auf dem Breitscheidplatz hätten sich dort befunden, "um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbinden".

+++ Die Polizei hat einen verdächtigen Gegenstand gefunden und bittet daher darum, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

+++ Frankreichs Präsident François Hollande äußert sich so zu dem Vorfall: „Die Franzosen teilen die Trauer der Deutschen angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft.“ Premierminister Bernard Cazeneuve erklärte auf seinem Twitter-Account auf Deutsch: „Ganz Frankreich steht an Deutschlands Seite.“

Einsatzkräfte sind vor Ort im Einsatz.

+++ Bundespräsident Joachim Gauck äußert sich tief betroffen über das „schreckliche Geschehen“ in Berlin: „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt“, teilte Gauck mit. „Auch wenn wir noch nicht viel über die Hintergründe des schrecklichen Geschehens auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wissen: Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten.“ Er danke den Helfern und Sicherheitskräften für ihren Einsatz.

Betroffener Weihnachtsmarkt einer der meistbesuchten Berlins

+++ Der Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gehört zu den Hauptattraktionen im vorweihnachtlichen Berlin. Der Schaustellerverband hatte zu Beginn des Markts in unmittelbarer Nähe des Kurfürstendamms im Stadtzentrum in diesem Jahr erneut rund eine Million Besucher erwartet. Er ist somit einer der meistbesuchten Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt.

+++ Die SPD-Spitze zeigt sich tief betroffen. SPD-Chef Sigmar Gabriel twitterte: „Wir trauern. Unsere Gedanken sind bei den Opfern in Berlin und ihren Angehörigen.“ SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann twitterte: „Bin entsetzt und schockiert. Meine Gedanken sind bei den Toten und ihren Angehörigen. Das ist ein grauenhafter Anschlag.“ Der SPD-Politiker Martin Schulz erklärte auf Twitter: „Schreckliche Nachrichten aus #Berlin. Gedanken bei Familien&Freunden der Opfer,wünsche Verletzten zügige Genesung, Einsatzkräften viel Kraft.“

+++ Österreichs Spitzenpolitiker reagieren mit Entsetzen auf den möglichen Anschlag in Berlin. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) erklärte via Twitter, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen: „Nach genauer Analyse brauchen wir besonnene, konsequente Antworten.“ Auch Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und Außenminister Sebastian Kurz (beide ÖVP) äußerten auf Twitter ihr Entsetzen und kondolierten den Familien der Opfer. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) sagte: „Europa wird mehr denn je zusammenhalten, um Angriffe auf unsere Gesellschaft zu verhindern.“

+++ Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußert sich entsetzt über den Vorfall: "Ich bin tief erschüttert über die schrecklichen Nachrichten von den Ereignissen an der Berliner Gedächtniskirche. Mein tief empfundenes Mitgefühl ist mit den Familien, Angehörigen und Freunden der Opfer.“

+++ Berlins Innensenator Andreas Geisel bleibt vorsichtig: „Die Lage ist soweit unter Kontrolle. Alles andere ist reine Spekulation. Wir sind bei den Angehörigen - Berlin trauert. Morgen wird ein Trauergottesdienst stattfinden. Alles andere zum Tathergang und zu den Hintergründen ist reine Spekulation.“ Er warnt davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. 

Laut Polizei sind Hintergründe unklar

+++ Noch immer ist nicht klar, ob es sich um einen Unfall oder einen Anschlag gehandelt hat. Die Polizei sprach seit der Festnahme des mutmaßlichen Fahrers nur davon, dass die Hintergründe unklar seien. Auch dpa und afp berichten mittlerweile von einem „möglichen Anschlag“.

Der Tatort wird weiträumig abgesperrt.

+++ Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zeigt sich entsetzt über den möglichen Anschlag. Während ihres Besuchs im westafrikanischen Mali sprach sie am Montagabend von „bestürzenden Nachrichten“ aus Deutschland. „Wir wissen auch nur das, was wir über die frei zugänglichen Medien in der Kürze erfahren konnten“, sagte sie auf einem Empfang in der deutschen Botschaft in Bamako. Die Gäste bat von der Leyen um einen Moment des Gedenkens für die Opfer. Die Ministerin hatte zuvor die deutschen Soldaten im nordmalischen Gao besucht, die dort an einer UN-Friedensmission teilnehmen.

+++ EU-Ratspräsident Donald Tusk bietet Deutschland die Hilfe der Europäischen Union an. „Tief ergriffen von den Neuigkeiten von Weihnachtsmarkt #Breitscheidplatz. Meine Gedanken sind mit den Opfern. Europa ist bereit zu helfen.“, erklärte Tusk am Montagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter. Mit Breitscheidplatz ist der Ort des Weihnachtsmarktes gemeint.

+++ Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault hat betroffen auf den möglichen Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt reagiert. „Entsetzt von den Nachrichten aus Berlin und vollkommen solidarisch mit unseren deutschen Freunden“, schrieb der Pariser Chefdiplomat am Montagabend auf Twitter.

Solidaritätsbekundungen kamen auch aus Nizza, wo ein Lastwagen-Attentäter im Juli 86 Menschen getötet hatte. „Horror in Berlin. Unterstützung für den Bürgermeister von Berlin und das deutsche Volk. Nie wieder das“, erklärte der führende konservative Regionalpolitiker Christian Estrosi.

Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen

+++ Generalbundesanwalt Peter Frank wird laut Bundesjustizminister Heiko Maas die Ermittlungen übernehmen.

+++ Die Polizei geht davon aus, dass die Situation unter Kontrolle sei.

+++ Bundesinnenminister Thomas de Maizière steht in Kontakt mit den Sicherheitsbehörden in Berlin. „Ich wurde unmittelbar nach dem schrecklichen Vorfall auf dem Berliner Weihnachtsmarkt unterrichtet“, teilte der CDU-Politiker mit: „Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls. Ich stehe in unmittelbarem und durchgehendem Austausch mit den Sicherheitsverantwortlichen im Land Berlin und habe jede Unterstützung durch die Bundespolizei angeboten.“

+++ Bundeskanzlerin Angela Merkel ist  in Kontakt mit Berlins Regierendem Bürgermeister Müller. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montagabend über den Internetdienst Twitter mit. "Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann", schrieb Seibert weiter. Auf dem Berliner Breitscheidplatz wurden mindestens neun Menschen getötet, als ein Lkw in eine Menschenmenge fuhr.

Mutmaßlicher Lkw-Fahrer gefasst, Beifahrer offenbar tot

+++ Zudem weist die Polizei darauf hin, dass es weiterhin nicht sicher ist, ob es sich um einen Anschlag gehandelt hat.

+++ Die Polizei äußert sich via Twitter zu den beiden mutmaßlichen Lkw-Insassen.

+++ Es gibt in Berlin jetzt den Safety-Check für den Anschlag. So kann jeder prüfen, ob es seinen Freunden und Verwandten in Berlin gutgeht.

+++ Müller weiter: „Wir hoffen sehr, dass es sich nicht bewahrheitet, dass es ein Anschlag ist, das wird noch untersucht. Sicher ist, dass es einige Tote und zahlreiche Verletzte gibt. (...) Jetzt gerade ist es bedrückend zu sehen, was unsere Freunde in anderen Städten bereits erleben mussten.“

+++ Laut Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller ist die Lage unter Kontrolle. Der Regierungschef reagierte geschockt auf die Attacke: „Was wir hier sehen, ist dramatisch“. Seine Gedanken seien bei den Familien, die Tote oder Verletzte zu beklagen hätten.

+++ Hier gibt es die Bilder vom Tatort.

Bilder

+++ Nach Polizeiangaben ist ein Verdächtiger tot. Über die Todesursache des Mannes, der im Führerhaus des Lastwagens saß, ist laut Polizei noch nichts bekannt. Zuvor hatte es geheißen, dass Führerhaus sei leer vorgefunden worden.

Rund 50 Verletzte bei mutmaßlichem Anschlag in Berlin

+++ Von den 50 Verletzten kämpfen laut Polizeiangaben einige um ihr Leben.

+++ Die Polizei weist auch darauf hin, dass niemand in die Nähe des Tatorts kommen soll, weil die Wege benötigt würden.

+++ Der Lastwagen fuhr nach Polizeiangaben auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern über den Markt zwischen den Ständen durch.

+++ Wie die Polizei berichtet, sei ein Verdächtiger festgenommen worden.

+++ Die Polizei wendet sich mit einer Bitte an die Berliner Bürger.

+++ Laut einem Polizeisprecher sei das Führerhaus des Sattelschleppers von den Einsatzkräften leer aufgefunden worden. Es sei inzwischen eine Person aufgegriffen worden, sie werde derzeit überprüft.

+++ Der Sattelzug war von der Seite Kantstraße/Budapester Straße in der Nähe des Bahnhofs Zoo kommend mehrere Meter über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast, wie der Polizeisprecher weiter sagte. Danach sei er zurück auf die Budapester Straße gefahren und dort zum Stehen gekommen.

Neun Tote bei möglichem Anschlag in Berlin

+++ In einem veröffentlichten Handy-Video schätzt ein Journalist, der vor Ort war, dass der Lkw etwa 50 Meter über den Weihnachtsmarkt gerast sei.

+++ Wie auf Bildern zu sehen ist, hat der Lkw ein polnisches Kennzeichen - was aber keinen Rückschluss auf den Fahrer geben muss.

+++ Die Polizei bestätigt nun neun Todesopfer.

+++ Die Zahl der Verletzten wird mit „mindestens 50“ angegeben. Einige davon seien schwer verletzt.

+++ Mittlerweile hat die Polizei bestätigt, dass es mehrere Tote gegeben habe.

+++ Polizisten mit Maschinenpistolen sollen am Löwentor des Zoos sein.

+++ Ein Täter soll auf der Flucht sein, wie die Polizei berichtet.

+++ Die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass es sich um einen Anschlag handelt.

+++ Wie die Berliner Morgenpost berichtet, fuhr der Lastwagen von der Kreuzung Kantstraße/Budapester Straße auf das Gelände.

Achtung: Dieses Video könnte für einige Zuschauer verstörend sein.

+++ Der Lastwagen soll erst am Tannenbaum - also nach vielen Metern - zum Stehen gekommen sein.

+++ Augenzeugen berichten, dass es einen großen Knall gegeben habe.

In Berlin ist in der Nähe der Gedächtniskirche am Montagabend ein Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt gerast. Laut einer Polizeisprecherin gab es dabei mehrere Tote, zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Video: Lkw rast auf Weihnachtsmarkt - Zwölf Menschen sterben

dpa/AFP/sah

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