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Anschlag in Tel Aviv.

Zwei Attentäter gefasst

Anschlag in Tel Aviv - Mindestens drei Tote

Tel Aviv - Tödliche Schüsse im Sarona-Park mitten in Tel Aviv. Palästinensische Angreifer haben dort unter Passanten ein Blutbad angerichtet. Mindestens drei Israelis wurden getötet.

Vier Menschen erlitten schwere Verletzungen, ein weiterer schwebte nach Krankenhausangaben in Lebensgefahr. Die Attentäter eröffneten nach Polizeiangaben am Abend im Sarona-Park im Zentrum der Küstenmetropole das Feuer und schossen wahllos auf Passanten. Das ehemalige deutsche Templerdorf liegt direkt gegenüber von Israels Militärhauptquartier und Verteidigungsministerium. Es ist ein beliebtes Ausgehziel, das auch von vielen Touristen besucht wird.

Augenzeugen berichteten, die Attentäter seien elegant gekleidet gewesen, hätten weiße Hemden und schwarze Hosen getragen. „Wir saßen in einem Straßencafé, wir feierten mit unserem Kind Geburtstag“, erzählte Augenzeugin Meital Sassi dem israelischen Fernsehen. „Ein Attentäter fing plötzlich neben uns an zu schießen. Wir rannten wie die Verrückten weg, er war erst hinter uns, dann bog er in eine Nebenstraße.“ Der Mann habe im Laufen immer weiter auf Menschen geschossen.

Ein Polizeisprecher teilte anschließend mit, beide Attentäter seien gefasst. Einer von ihnen sei verletzt und werde im Krankenhaus behandelt. Zu Jahresbeginn waren bei einem ähnlichen Anschlag in Tel Aviv drei Menschen getötet worden.

Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai rief die Einwohner der Küstenmetropole nach dem Anschlag zur Ruhe auf. „Morgen geht hier das Leben wie immer weiter“, sagte er bei einem Besuch im Ichilov-Krankenhaus, das ganz in der Nähe des Anschlagsorts liegt. „Tel Aviv ist und bleibt das Symbol des normalen Lebens.“

Hamas-Führer lobt Anschlag in Tel Aviv - Täter aus Dorf bei Hebron

Ein Führer der im Gazastreifen herrschenden Hamas lobte den tödlichen Anschlag. „Ruhm und Glückwünsche den Einwohnern Hebrons“, schrieb Ismail Hanija bei Twitter. Nach dem Satz fügte er ein Siegeszeichen ein. Nach Medienberichten stammten die Attentäter aus einem Dorf bei Hebron im südlichen Westjordanland. Es handele sich offenbar um Cousins. Sie hätten sich ohne Genehmigung in Israel aufgehalten.

Bei einer Welle palästinensischer Anschläge sind seit Oktober 32 Israelis getötet worden. Mehr als 200 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten davon bei den von ihnen verübten Anschlägen. Als Auslöser der Gewalt galt ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem. Zuletzt hatte es allerdings weniger Anschläge gegeben. Als mögliche Motivation für den neuen Anschlag in Tel Aviv wurde der Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan genannt.

dpa

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