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Ein Hakenkreuz ist an einer Hauswand am 12.12.2014 in Vorra (Bayern) zu sehen. In der Nacht hatten im Ortskern des Dorfes im Kreis Nürnberger Land ein ehemaliger Gasthof, ein nahe gelegenes Wohnhaus sowie eine Scheune gebrannt. In die Gebäude sollten in der kommenden Woche Asylbewerber einziehen.

Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft

De Maizière: "Klima wird rauer"

Vorra - In Franken brennen Häuser für Asylbewerber, in Dresden mobilisiert eine Anti-Islam-Bewegung Tausende. Die Sorge der Politik: Steigende Flüchtlingszahlen könnten eine neue Ausländerfeindlichkeit befördern.

Kurz vor Ankunft der ersten Bewohner haben vermutlich Rechtsextreme in drei Flüchtlingsunterkünften im fränkischen Vorra Feuer gelegt. Eine Fassade beschmierten sie in der Nacht zum Freitag mit Hakenkreuzen und der Parole „Kein Asylat in Vorra“. „Es war auf jeden Fall eine vorsätzliche Tat“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die Indizien deuteten auf einen rechtsextremen Hintergrund hin.

Nun ermittelt der Staatsschutz. Da die Räume leer standen, wurde nur ein Feuerwehrmann leicht verletzt. In die Gebäude im Ortskern - ein ehemaliger Gasthof, ein nahe gelegenes Wohnhaus und eine Scheune - sollten in den kommenden Wochen Asylbewerber einziehen. Sie sind nun unbewohnbar.

„Es ist unerträglich, wenn Asylbewerberheime geschändet werden“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Nürnberg. Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) betonte: „Braunes Gedankengut hat keinen Platz in unserer freiheitlichen Gesellschaft.“

Die Innenminister von Bund und Ländern warnten zum Abschluss ihrer Herbsttagung in Köln vor zunehmender islam- und ausländerfeindlicher Hetze. „Wir spüren schon, dass das gesellschaftliche Klima in Deutschland rauer wird“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) angesichts des Zulaufs für die Anti-Islam-Bewegung „Pegida“. Viele Menschen seien in Sorge, und „Pegida“ missbrauche das.

Entsetzen nach Brandanschlag auf Flüchtling-Unterkünfte

Entsetzen nach Brandanschlag auf Flüchtling-Unterkünfte

An der wöchentlichen Demonstration des Bündnisses „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ („Pegida“) in Dresden hatten sich am Montag rund 10 000 Menschen beteiligt, so viele wie noch nie. Bundespräsident Joachim Gauck mahnte am Freitag beim Besuch eines Flüchtlingshilfevereins in Magdeburg: „Wir brauchen ermutigende Beispiele gegenüber einer Kultur der Angstmache.“

Die Zahl der Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl suchen, steigt seit Jahren. Für 2014 werden insgesamt rund 200 000 Asylanträge erwartet.

dpa

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