+
Der Bruder von Anis Amri hält ein Porträt des getöteten mutmaßlichen Attentäters von Berlin.

News-Blog

Drei Männer mit Verbindungen zu Amri in Tunesien festgenommen

Alle Autoren
    schließen
  • Xaver Bitz
    Xaver Bitz
  • Philipp Kuserau
    Philipp Kuserau
  • Ute Wessels
    Ute Wessels
  • Maximilian Kettenbach
    Maximilian Kettenbach

Berlin - Anis Amri wurde auf einem Bahnhof in der Nähe von Mailand erschossen. Die Leiche es der Opfer des Anschlages ist nun nach Italien geflogen worden. Die Entwicklungen im News-Blog.

+++ Update vom 3. April 2017: Bei einer Explosion in einer U-Bahn in St. Petersburg sind offenbar zehn Menschen getötet worden. Mehr Infos gibt es in unserem News-Blog. 

+++ Update vom 22. März 2017: Mitten im Zentrum von London sind am Mittwochnachmittag Schüsse gefallen. Ein Auto rast in eine Menschengruppe. Menschen liegen am Boden. Was ist passiert? Alle Informationen zum mutmaßlichen Terroranschlag erhalten Sie in unserem News-Ticker.

<<< AKTUALISIEREN >>>

+++ Tunesische Sicherheitskräfte haben drei Männer festgenommen, die mit dem mutmaßlichen Attentäter von Berlin in Verbindung stehen sollen. Einer der Verdächtigen sei der Neffe von Anis Amri, teilte das Innenministerium in Tunis am Samstag mit. Die Festgenommenen seien demnach zwischen 18 und 27 Jahre alt.

Opfer des Anschlags sind identifiziert

+++ Die Opfer des Terroranschlags von Berlin sind nach Angaben des Bundeskriminalamtes identifiziert. Unter den Toten seien sieben Deutsche sowie Menschen mit tschechischer, ukrainischer, italienischer, israelischer sowie polnischer Staatsangehörigkeit. Angaben zu Geschlecht und Alter machte eine Sprecherin in Wiesbaden mit Verweis auf Persönlichkeitsrechte nicht. Kinder seien aber nicht unter den Getöteten.

+++ Nach dem Schusswechsel bei Mailand mit dem mutmaßlichen Attentäter von Berlin darf der dabei verletzte italienische Polizist das Krankenhaus wieder verlassen. Christian Movio gehe es sehr gut, sagte der Direktor des Krankenhauses in Monza am Samstag laut Nachrichtenagentur Ansa. Am Nachmittag werde er entlassen. Er könne bald wieder arbeiten. Dem Polizisten wurde ein Projektil aus der Schulter operiert.

+++ Bei der Berliner Polizei hat sich der Mann gemeldet, der auf Bildern einer Überwachungskamera vor einer Berliner Moschee zu sehen ist und der zeitweilig für den Terrorverdächtigen Anis Amri gehalten wurde. Das teilten die Berliner Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft der Hauptstadt am Samstag mit. Es stehe "eindeutig fest", dass der Mann auf den Bildern nicht Amri sei.

+++ Für die Opfer des Anschlages und deren Angehörige haben die Arbeitsgemeinschaft City, der Schaustellerverband Berlin und der Landesverband des Roten Kreuzes Spendenkonten eingerichtet. Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City, berichtet von „einer großen Welle der Hilfsbereitschaft“. Es habe viele Nachfragen von den Standbetreibern und Besuchern gegeben. 

+++ Kurz vor der Schließung des Weihnachtsmarktes an der Berliner Gedächtniskirche sind am Samstag noch einmal viele Menschen zu dem Ort den Anschlags gekommen. Klaus-Jürgen Meier, der Vorstandsvorsitzende der AG City und Vertreter des Handels, berichtete am Mittag von einem starken Besucherandrang am Breitscheidplatz. „Es herrscht eine besinnliche Stimmung. Und die Anteilnahme nimmt immer mehr zu.“ Die Flächen mit Kerzen, Blumen und Karten, die Besucher in Trauer für die Opfer des Anschlags vom Montag hinterlassen, würden immer größer.

+++ Die Leiche einer Italienerin, die bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt getötet wurde, ist nach Italien zurückgeführt worden. Das Militärflugzeug mit den Eltern der Toten und dem Sarg landete am Samstag auf dem Flughafen Ciampino bei Rom. Auch der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und Verteidigungsministerin Roberta Pinotti waren bei der Ankunft dabei. Die Beerdigung der Frau aus Sulmona in den Abruzzen soll am 26. Dezember stattfinden, wie italienische Nachrichtenagenturen weiter berichteten.

+++ Die Polizei in Berlin ist auch an den Feiertagen mit mehr Kräften im Einsatz. „Wir sind noch sensibilisierter als zuvor schon“, sagte Sprecher Stefan Petersen am Samstag. Seit dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz am Montag hat die Polizei ihre Präsenz in der Stadt verstärkt. „Dies wird auch an den Feiertagen so bleiben“, sagte Petersen. Bei größeren Veranstaltungen werden Polizisten zivil und in Uniform dabei sein. Zahlen nannte Petersen nicht.

+++ Angesichts der aktuellen Sicherheitsdebatte nach dem Terroranschlag von Berlin hat der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zu mehr Gelassenheit und Vertrauen aufgefordert. „Weihnachten lädt ein, sich nicht von der verbreiteten Nervosität und Gereiztheit anstecken zu lassen, sondern der Weihnachtsgeschichte zu vertrauen“, sagte Bedford-Strohm, der auch EKD-Ratsvorsitzender ist, in seiner Weihnachtsbotschaft.

+++ Die Berliner Polizei macht im Internet eine Pause. „Nach den letzten für uns nicht leichten Tagen gönnen wir uns und unseren Social-Media-Kanälen ein paar Tage Ruhe“, twitterte die Polizei am Samstag. „Wir wünschen Ihnen & Ihren Lieben ein wundervolles Weihnachtsfest und danken für all die tollen Bilder für unseren #Weihnachtskalender“. Dazu zeigte der Tweet selbstgemalte Bilder von Kindern. Seit dem Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt hatte die Berliner Polizei viel zu tun, darunter auch mit der Korrektur von Gerüchten und verdächtigen Gegenständen.

+++ Innenminister Thomas de Maizière hat ein allgemeines Versagen der Sicherheitsbehörden im Fall des mutmaßlichen Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters bestritten. „Es gibt bisher juristisch keine ausreichende Möglichkeit, jeden dieser Gefährder rund um die Uhr überwachen zu lassen“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“. Zu diesem Zeitpunkt schon ein abschließendes Fazit zu ziehen, wäre nicht seriös, betonte de Maizière. „Selbstverständlich werden wir den Fall aber bis ins Detail aufarbeiten und einen entsprechenden Bericht vorlegen.“

Weihnachtsmessen in Frankreich besonders geschützt

+++ Nach dem Anschlag in Berlin will die französische Polizei einige Weihnachtsmessen mit einem großen Sicherheitsaufgebot schützen. Das Attentat auf den Weihnachtsmarkt habe die französischen Behörden daran erinnert, "dass neue Überprüfungen durchgeführt werden müssen, überprüft werden muss, dass alle Weihnachtsmärkte und alle Mitternachtsmessen gut geschützt sind", sagte der Generaldirektor der Nationalen Polizei, Jean-Marc Falcone, laut Vorabveröffentlichungen vom Samstag der Zeitung "Journal du Dimanche".

Bei den am stärksten besuchten Weihnachtsmessen in einigen französischen Großstädten gebe es dieses Jahr "nicht nur eine Polizeipräsenz, sondern Kapazitäten für einen praktisch sofortigen Gegenschlag", kündigte Falcone an.

+++ CSU-Chef Horst Seehofer will nach einem Wahlsieg im Herbst kommenden Jahres auf jeden Fall eine Obergrenze für Asylbewerber einführen. Der bayerische Ministerpräsident sagte der „Welt am Sonntag“: „Die Obergrenze kommt, für den Fall dass wir regieren. Das gebe ich hier zu Protokoll.“ Er lasse sich auch nicht von dem Argument beeindrucken, es kämen doch nicht mehr so viele Flüchtlinge. „Denn die Gegenwart ist keine Garantie für die Zukunft“, betonte Seehofer.

+++ Es geht auch darum zu klären, ob der 24-Jährige ein Unterstützernetzwerk, Mitwisser oder Gehilfen hatte, kündigte Generalbundesanwalt Peter Frank an. Ein Sprachrohr der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat am Freitag ein knapp dreiminütiges Video veröffentlicht, auf dem der mutmaßliche Berlin-Attentäter zu sehen sein soll. In der Aufnahme schwört er IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi die Treue. Die Echtheit des Videos ist nicht unabhängig bestätigt.

Rätsel um Waffe von Anis Amri

+++ Die Ermittlungen nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag in Berlin sollen über Weihnachten mit Hochdruck fortgesetzt werden. Nach Angaben von Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), arbeitet eine dreistellige Zahl von Beamten an den Feiertagen an dem Fall. Unter anderem soll untersucht werden, ob die Waffe, die er bei seinem Tod bei sich trug und aus der er Schüsse auf zwei italienische Polizisten abfeuerte, dieselbe ist, mit der in Berlin der Fahrer des gestohlenen Lastwagens erschossen wurde.

+++ EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker forderte als Konsequenz aus dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt zudem eine intensivere Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten: „In einer Zeit, in der Terroristen nicht an Grenzen halt machen, reichen die Mittel nationaler Innenpolitik nicht mehr aus“, sagte Juncker. Ziel müsse es sein, „Informationen vor allem im Schengen-Raum besser auszutauschen, Schlupflöcher für Terroristen zu schließen und ihre Finanzquellen trockenzulegen“. Dazu habe die EU-Kommission auch konkrete Vorschläge vorgelegt.

+++ Donald Trump hat nach dem Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlag deutliche Worte gefunden: „Der Terrorist, der so viele Menschen in Deutschland getötet hat, sagte kurz vor (dem) Verbrechen: „Gemäß Gottes Willen werden wir euch Schweine abschlachten. Ich schwöre, wir werden euch abschlachten,“ twitterte Trump am Freitag über den mutmaßlichen Lastwagen-Attentäter. „Dies ist eine reine religiöse Drohung, die zur Wirklichkeit geworden ist. Solch ein Hass! Wann werden die USA und alle Länder zurückschlagen?“, fragte Trump.

+++  Frankreich hat im zu Ende gehenden Jahr 17 potenzielle Terroranschläge vereitelt. „Unsere gesamten Sicherheitskräfte sind voll mobilisiert im Kampf gegen den Terrorismus“, erklärte der französische Innenminister Bruno Le Roux am Freitagabend in Paris. Nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt seien die Kontrollen der Straßen- und Schienenverbindungen an den Grenzen zu Deutschland, Luxemburg und der Schweiz verstärkt worden.

+++ Nach dem Attentat von Berlin mit einem Lastwagen hat die Stadt Rom für die bevorstehenden Feiertage ein Verbot für alle Lkw im Stadtzentrum ausgesprochen. Die Maßnahmen gelten vom 24. bis 26. Dezember sowie vom 31. Dezember bis 6. Januar. Ausgenommen seien Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen, die wichtige Güter wie Lebensmittel und Medizin sowie Post beförderten, teilte Bürgermeisterin Virginia Raggi am Freitag mit. Die Entscheidung sei auf Grundlage von Empfehlungen der Polizei getroffen worden. Am Donnerstag hatte Raggi aus Sicherheitsgründen bereits ein Verbot von Feuerwerkskörpern erlassen.

Nahles: Entschädigung für Opfer des Berlin-Anschlags

+++ Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat den Opfern des Anschlags in Berlin eine Entschädigung zugesagt. Es sei "wichtig, dass jetzt jeder die Hilfe bekommt, die er braucht", teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am Freitag auf Anfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland mit. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach eine Klausel im Opfer-Entschädigungs-Gesetz Leistungen bei Angriffen durch Kraftfahrzeuge ausschließe. Der Opferbeauftragte des Landes Berlin, Roland Weber, hatte von einer "fatalen Lücke" gesprochen.

Das Ministerium sagte dem Redaktionsnetzwerk zufolge zu, die Ausschlussregel vor dem Hintergrund des Berliner Anschlags zu überprüfen. "Sollten sich mit Blick auf die Geschehnisse in Berlin aus der Abgrenzungsregelung Nachteile für die Betroffenen ergeben, so wird das BMAS prüfen, ob im geplanten Gesetzgebungsvorhaben Änderungen vorgenommen werden müssen", erklärte das Ministerium.

+++ Nach dem Tod des mutmaßlichen Berlin-Attentäters Anis Amri im italienischen Sesto San Giovanni hat die Bürgermeisterin der Stadt dem Polizisten gedankt , der den Terrorverdächtigen erschossen hatte. „Ich habe ihm gesagt, dass die ganze Stadt dankbar ist und stolz auf die Aktion vergangene Nacht“, sagte Monica Chitto der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend. Die Einwohner seien verwundert und verängstigt.

„Diese Person ist durch Europa gereist und wurde hier gefangen, in Sesto San Giovanni“, sagte die Bürgermeisterin der Stadt nahe Mailand. „Wir müssen herausfinden, wohin dieser Mensch wollte. Falls die Ermittlungen ergeben, dass er in Sesto bleiben wollte, brauchen wir möglicherweise stärkere Polizeipräsenz.“

+++ Frankreich lässt Medieninformationen zunächst unbestätigt, wonach der mutmaßliche Berliner Attentäter Anis Amri über Frankreich nach Italien gelangt sein soll. Der französische Innenminister Bruno Le Roux wies am Freitagabend in Paris auf laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hin.

„Ich rufe zur größten Vorsicht auf im Hinblick auf Informationen, die zur Zeit zirkulieren“, sagte der Minister. „Nur die Ermittlungen werden es erlauben, die Fakten präzise festzustellen.“ Er sei mit seinen Amtskollegen in Deutschland und Italien in Kontakt.

Kritik an Namensnennung der beiden italienischen Polizisten

+++ Nach dem Tod des mutmaßlichen Berliner Attentäters in Mailand ist Kritik an der Namensnennung der beiden italienischen Polizisten aufgekommen. Einer der beiden Polizisten hatte den Tatverdächtigen Anis Amri in der Nacht zu Freitag im Großraum Mailand erschossen. Italiens Regierungschef Paolo Gentiloni und Innenminister Marco Minniti hatten darauf Christian Movio und Luca Scatà öffentlich gedankt und auch ihre Namen genannt.

Italienische Medien zitierten aus einem Schreiben des Polizeichefs Franco Gabrielli, in dem der vor möglicher Vergeltung gegen Polizisten warnt. Auf Twitter kritisierten Schreiber die Namensnennung, da dies die Polizisten gefährden könne. „Und ihre Adresse teilt ihr nicht mit? Neben den Fotos und den anderen Angaben würde nur noch das fehlen“, kommentierte ein Nutzer zum Beispiel den Tweet des Innenministers.

+++ Nach der Geldbörse hat die Polizei nach Informationen des Magazins „Der Spiegel“ offensichtlich auch das Handy des getöteten Terrorverdächtigen Anis Amri gefunden. Das Mobiltelefon der Marke HTC sei beim Lastwagen sichergestellt worden, mit dem der 24-jährige Tunesier am Montagabend mit großer Wahrscheinlichkeit in einem Weihnachtsmarkt im Berliner Zentrum gerast ist, berichtetet das Magazin am Freitag. Das Telefon werde Amri zugeordnet. Die Auswertung des Mobiltelefons durch Spezialisten der Kriminaltechnik laufe derzeit auf Hochtouren, zitierte „Der Spiegel“ aus Sicherheitskreisen.

Offenbar wurde das wichtige Beweisstück wie die Geldbörse Amris erst viele Stunden nach dem Anschlag gefunden worden, nämlich am Dienstag bei einer erneuten Untersuchung des Lastwagens durch die Spurensicherung. Der späte Fund, so heißt es aus Berliner Polizeikreisen, sei der „Akribie der Tatortarbeit“ geschuldet. Man habe nach dem Prinzip Gründlichkeit vor Schnelligkeit gearbeitet. „Es gibt kriminaltechnische Standards, wie lange kriminaltechnische Untersuchungen dauern, die halten wir auch konsequent ein“, hatte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt gesagt.

Festgenommener Pakistaner: „Ich wollte meine U-Bahn erwischen“

+++ Der nach dem Anschlag in Berlin festgenommene Pakistaner ist der Polizei aufgefallen, weil er schnell über eine Straße gerannt ist. „Ich war in der Nähe eines Parks und wollte meine U-Bahn erwischen, um nach Hause zu fahren“, sagte Navid B. der „Welt am Sonntag“. Er habe zurück in seine Unterkunft am Flughafen Tempelhof gewollt, um schlafen zu gehen. „Dabei musste ich eine Straße überqueren und rannte, weil mir Autos entgegenkamen.“ Polizisten hätten ihn daraufhin angehalten.

„Sie fragten mich, warum ich renne, und ich sagte ihnen, es war wegen der Autos. Dann kam meine U-Bahn, aber sie haben mich weiter festgehalten.“ Er habe abgestritten, etwas mit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zu tun zu haben. Er sei aber bis Dienstag in Gewahrsam gehalten worden. „Danach schickten sie mich in ein Hotel. Anschließend wurde ich in eine andere Flüchtlingsunterkunft gebracht, aber ich weiß nicht, wo sie sich befindet“, sagte der Asylbewerber, der nach eigener Aussage vor einem Jahr nach Deutschland gekommen war.

Italienische Polizisten werden als Nationalhelden gefeiert

+++ Dem mutigen Vorgehen der beiden jungen Polizisten Luca Scatà und Christian Movio ist es geschuldet, dass die Flucht des Terroristen Anis Amri in Italien ein Ende fand. In ihrer Heimat werden die beiden Beamten nun folgerichtig als Nationalhelden gefeiert.   

+++ Die FDP hat eine unabhängige Expertenkommission gefordert, die den Anschlag des tatverdächtigen Tunesiers Anis Amri auf einen Berliner Weihnachtsmarkt aufklärt. „Die Untersuchung sollte nicht regierungsintern ablaufen“, sagte FDP-Chef Christian Lindner der Deutschen Presse-Agentur. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor Innenminister Thomas de Maizière (beide CDU) mit der Aufklärung und Untersuchung des Falls beauftragt.

Lindner sagte weiter: „Wir müssen wissen, wie es zu dem schrecklichen Anschlag von Berlin kommen konnte. (...) Wir fordern eine unabhängige Expertenkommission, die mögliches Behördenversagen und Handlungsbedarf für den Gesetzgeber prüft. Eine unabhängige Einschätzung sollte auch im Interesse der Regierung sein.“

+++ Auch von kirchlicher Seite gibt es natürlich eine Reaktion auf den Anschlag in Berlin: Pfarrer Rainer Maria Schießler kennen die Menschen auch außerhalb Münchens. Nach dem Anschlag in Berlin schreibt er der Kirche eine besondere Rolle zu: die Rolle als „Beruhiger“.

Nach Anschlag von Berlin: Merkel gibt Statement ab 

+++ „Für mich wie die gesamte Bundesregierung ist es die wichtigste Aufgabe des Staates, unsere Bürger zu schützen. Wir werden weiterhin alles dafür tun, für Sicherheit zu sorgen. Unsere Demokratie, unsere Werte und unsere freie Gesellschaft sind der Gegenentwurf zur hasserfüllten Welt des Terrorismus.“

+++ „Auch der Fall Amri zeigt viele Fragen auf, Fragen die sich immer wieder neu stellen. Der Innenminister und der Justizminister werden gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden jeden Aspekt des Falles zu analysieren und die Ergebnisse schnellstmöglich zu veröffentlichen. Dort wo politische Maßnahmen notwendig sind, werden wir sie umsetzen.“ Merkel informiert über das Gespräch mit dem tunesischen Ministerpräsidenten und kündigt an, Rückführungsgespräche zu beschleunigen und die Zahl der Rückführungen zu erhöhen.

+++ „Mein italienischer Kollege hat mich heute Morgen über die Ereignisse bei Mailand informiert. Unser großer Dank geht an die italienische Polizei und die Behörden für die reibungslose Zusammenarbeit. Ich wünsche dem angeschossenen Polizisten eine vollständige Genesung. Der Terrorismus fordert uns alle heraus. Es tut gut zu wissen, wie entschlossen wir uns alle in Europa gemeinsam den Gefahren entgegen stellen. Es weißt alles darauf hin, dass Anis Amri der Täter vom Breitscheidplatz ist. Die Trauer über die Opfer und Toten reicht weit über Deutschland hinaus. Die Solidarität ist groß. Ich denke an die junge Italienerin, die durch den Täter verstarb. Mit dem Tod des Verdächtigen sind die Ermittlungen nicht vorüber. Die Ermittler werden nicht ruhen, bis sämtliche Hintergründe der Tat aufgedeckt sind. Auch ihnen danke ich für ihre Arbeit.“

+++ In wenigen Minuten wird Angela Merkel ein Statement zum aktuellen Stand abgeben.

+++ Das IS-Sprachrohr Amak hat ein Video veröffentlicht, auf dem der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri zu sehen sein soll. Auf der knapp dreiminütigen Aufnahme schwört dieser dem Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue.

+++ Nach unbestätigten Informationen warnte der marokkanische Geheimdienst die Bundesregierung mehrmals vor Anis Amri. De Maiziére kann das aber nicht bestätigen. Dafür kündigte er weitere Gesetzesvorhaben an, die die Sicherheit in der Bundesrepublik weiter erhöhen sollen.

Anzeichen für ein Salafisten-Netzwerk? „Werden alles nochmal überprüfen“

+++ Gibt es Anzeichen für eine Verbindung zum Salafisten-Netzwerk des Predigers Abu Waala? „Wir werden alles noch einmal überprüfen. In der Vergangenheit fiel der Name in dem Zusammenhang, aber wir müssen das noch einmal checken.“

+++ Gibt es Details zum Fluchtweg und wann fiel der Name von Amri zum ersten Mal? Münch: „Wir kannten seinen Namen seit dem Tag nach dem Anschlag. Seit diesem Zeitpunkt konzentrierten sich die Maßnahmen auch auf seine Person. Die Flucht ist eine der wichtigen Fragen, die noch zu klären sind. Deswegen wird auch über Weihnachten eine dreistellige Zahl an Ermittlern an dem Fall arbeiten.“

+++ Wie schätzen de Maiziére und der ebenfalls anwesende BKA-Chef Münch die Bedrohungslage in Deutschland ein? „Die Bedrohungslage bleibt hoch. Die von den Sicherheitsbehörden hochgefahrenen Maßnahmen bleiben bestehen.“Ein Zusammenhang zwischen dem Anschlag in Berlin und den Festnahmen in Oberhausen besteht nicht.

+++ In Berlin beginnt die PK mit Innenminister de Maiziére: „Es handelt sich bei dem Toten um den Tatverdächtigen vom Breitscheidplatz.“Er erklärt das weitere Vorgehen: „Ein spezielles Team des BKA wird heute noch in Mailand eintreffen. Die italienischen Behörden haben uns vollste Zusammenarbeit zugesichert.“ Er hebt noch einmal hervor, wie wichtig internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus sei. „Mit dem Fahndungserfolg hat sich die Sicherheitslage in Deutschland nicht verändert. Sie bleibt hoch. Nachdem dieser Terrorist keine Bedrohung mehr darstellt ist jetzt die Zeit gekommen, über Konsequenzen zu sprechen.“ Er will dabei auch mit Justizminister Heiko Maas kooperieren. „Unsere Gedanken sind weiter bei den Opfern, die immer noch im Krankenhaus liegen. Der Fahndungserfolg wird ihre Wunden nicht heilen.“

PK: Bundesanwaltschaft verfolgt den Weg Amris

+++ Nachtrag aus der PK soeben: Für die Bundesanwaltschaft ist „vor allem auch von Interesse, ob die Waffe, die bei Anis Amri in Mailand gefunden wurde, die Tatwaffe von Berlin ist“, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank. Zur Frage, wie Amri ungehindert von Berlin nach Mailand gelangen konnte, sagte er: „Das ist für uns einer der zentralen Gegenstände unserer weiteren Ermittlungen.“

Es müsse genau festgestellt werden,auf welchem Weg Amri dorthin gelangte. Es müsse jetzt auch ermittelt werden, ob es dabei vielleicht auch Helfer oder Unterstützer gegeben habe und ob der Tunesier möglicherweise finanziell von außen unterstützt worden sei. Amri reiste nach italienischen Angaben allein mit dem Zug von Frankreich nach Italien.

+++ Auch der Mailänder Polizeipräsident äußerte sich zu dem Schusswechsel: Anis Amri sei „höchst gefährlich“ gewesen und hätte vermutlich erneut zugeschlagen. Die beiden jungen Polizisten hätten sich vorbildlich verhalten und seien mutig gewesen. Sie hätten ihn kontrolliert, weil er ihnen auffällig vorgekommen sei.

+++ Auch die Kanzlerin Angela Merkel wird sich zur aktuellen Lage noch äußern. Und zwar um 15 Uhr.

+++ Generalbundesanwalt Peter Frank hat den Tod des Terrorverdächtigen Anis Amri bestätigt. Der mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri, sei tot, sagte Frank.

+++ Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD): Die Polizei stellt die Fahndungsmaßnahmen nach dem Tod von Anis Amri nicht ein - es wird geprüft, ob er Mitwisser oder Helfer hatte.

+++ Bei der Person auf den am Donnerstag bekanntgewordenen Fotos einer Überwachungskamera vor einer Moschee in Berlin handelt es sich nicht um den mutmaßlichen Attentäter Anis Amri. Das teilte der Chef des Landeskriminalamts, Christian Steiof, am Freitag in einer Sitzung des Berliner Innenausschusses mit.

+++ Die Bundesregierung hat sich bei den italienischen Behörden für die enge Zusammenarbeit im Fall des tunesischen Terrorverdächtigen Anis Amri bedankt. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, lobte am Freitag in Berlin einen "von Anfang an sehr engen und vertrauensvollen Informationsaustausch". Auch Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer sprach von einem "engen Austausch".

+++ Um 13.30 wird es eine Pressekonferenz mit Generalbundesanwalt Peter Frank geben. Das Bundesinnenministerium kündigte für 14.15 Uhr eine Stellungnahme von Thomas de Maiziére an. Auch darüber werden wir Sie an dieser Stelle natürlich auf dem Laufenden halten.

+++ Die Bedrohungslage bleibt laut Gentiloni auch nach dem Tod des mutmaßlichen Attentäters von Berlin hoch. „Die Bedrohung wird nicht unterschätzt“, sagte Gentiloni am Freitag in Rom. In den frühen Morgenstunden war der gesuchte Tunesier Anis Amri italienischen Behörden zufolge in eine Polizeikontrolle geraten und bei einem Schusswechsel getötet worden.

+++ Über die Schießerei, bei der der mutmaßliche Attentäter von Berlin italienischen Behördenangaben zufolge erschossen worden ist, hat Ministerpräsident Paolo Gentiloni die Bundeskanzlerin am Freitagmorgen in Kenntnis gesetzt. „Ich habe Angela Merkel an diesem Morgen über den Einsatz informiert“, sagte Paolo Gentiloni in Rom.

+++ Die Pressekonferenz ist vorbei. Nachdem sich die Ereignisse in der letzten Stunde überschlagen haben ist nun etwas Zeit, durchzuatmen und sich zu sammeln. Fakt ist: Anis Amri, der mutmaßliche Attentäter vom Breitscheidplatz in Berlin ist tot. Der Tunesier wurde am frühen Freitagmorgen von italienischen Polizisten an einem Bahnhof Nahe Mailands erschossen.

+++ Es werden viele Fragen gestellt, die die derzeit konkret laufenden Ermittlungen betreffen. Hierauf können aber keine Antworten gegeben werden.

+++ Der italienischen Polizei zufolge hatte der erschossene Terrorverdächtige Anis Amri bei der Kontrolle gegen 3.30 Uhr in Mailand keine Dokumente bei sich. Er habe mit einer 22-Kaliber-Pistole geschossen, schrieb die Polizei auf Facebook. Die Waffe sei scharf gewesen, als er sie aus einem kleinen Rucksack holte.

+++ Trotz des vornehmlichen Todes von Anis Amri bleiben die deutschen Behörden in Habacht-Stellung. Es soll weiterhin für größtmögliche Sicherheit in Deutschland gesorgt werden. Laut Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) gehen die Ermittlungen unvermindert weiter. „Das bedeutet nicht, dass wir die Fahndungsmaßnahmen aufheben werden“, sagte Geisel am Freitag in einer Sitzung des Innenausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus. So müsse zum Beispiel geklärt werden, ob der Attentäter Komplizen hatte. „Der Sachverhalt wird weiter aufgeklärt.“ Gegenwärtig sei der Tod Amris von deutscher Seite noch nicht bestätigt, fügte Geisel hinzu.

+++ Auch das Innenministerium gibt in diesen Momenten eine Pressekonferenz: Die deutschen Behörden stehen im engen Kontakt mit ihren italienischen Pendants. Es gibt aber noch keine Bestätigung der deutschen Regierung, dass Anis Amri tatsächlich der Tote ist.

+++ Anis Amri kam mit dem Zug aus Chambery (Savoyen) über Turin. Er hatte einige französische Fahrkarten dabei, die es erlauben, seine Reiseroute zu rekonstruieren. Ob die Pistole, die er dabei hatte, die gleiche ist wie die, die bei dem Attentat in Berlin verwendet wurde, wird geprüft.

+++ Marco Minniti betont noch einmal die Rolle der Polizisten, die „einfach nur ihre Pflicht“ getan haben.

+++ Amri kam angeblich via Frankreich nach Italien. Das berichten mehrere Medien. Er kam gegen 3 Uhr nachts bei dem Bahnhof nahe Mailand an.

Italiens Innenminister bestätigt den Tod von Anis Amri

+++ In diesen Minuten findet in Mailand eine Pressekonferenz des Innenministeriums statt. Der angeschossene Polizist ist wohlauf. Die erschossene Person wurde zweifellos als Anis Amri identifiziert! Der Innenminister dankt den beteiligten Personen und wünscht ihnen gute Genesung.

+++ Laut Repubblica lief Amri alleine zu Fuß über den Bahnhof und wurde von Polizisten gestopp t. Die verlangten seinen Ausweis, woraufhin er seine Waffe zog und „Allahu Akhbar“ rief. Der Verdächtige schoss zuerst und traf einen Polizisten in der Schulter, woraufhin die Beamten das Feuer erwiderten. Daraufhin entwickelte sich ein Schusswechsel, in dessen Verlauf der Tunesier angeblich erschossen wurde.

+++ Die italienische Zeitung Repubblica zeigt auf ihrem Online-Auftritt Bilder des Ortes des Schusswechsels zwischen Anis Amri und der Polizei. Anderen Medienberichten zufolge wurde der Tunesier in einem Auto gegen 03.00 Uhr nachts für eine Routinekontrolle gestoppt. Diese Berichte stellten sich im Nachhinein aber als nicht richtig heraus. Er habe eine Pistole gezückt und sich eine Schießerei mit den Beamten geliefert.

+++ Die Bundesanwaltschaft steht im Kontakt mit den italienischen Behörden, um Meldungen über den Tod des Terrorverdächtigen Anis Amri zu prüfen. "Wir stehen im Informationsaustausch mit den italienischen Behörden", sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. "Die Meldungen müssen jetzt mit den italienischen Behörden abgeklärt werden. Ich kann das bislang weder bestätigen noch dementieren."

+++ Der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri istlaut Medienberichten in Mailand erschossen worden. Amri sei bei einer Polizeikontrolle in der Nacht von Polizisten getötet worden, berichteten italienische Medien am Freitag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Italiens Innenminister Marco Minniti kündigte eine Pressekonferenz an.

+++ Nimmt die Suche nach dem Attentäter von Berlin ein schnelles Ende? Ein Mann, auf den die Beschreibung von Anis Amri passt, wurde laut dänischer Polizei in Aalborg gesichtet. Diese Meldung stellte sich im Nachhinein als nicht richtig heraus.

+++ Ein Anschlag mit mutmaßlich islamistischem Hintergrund ruft natürlich auch Pegida-Gründer Lutz Bachmann auf den Plan. Der hatte direkt nach den dramatischen Ereignissen am Breitscheidplatz einen Tweet mit angeblichen Exklusivinformationen abgesetzt. Das steckte dahinter.

+++ Die Hamburger Polizei prüft, ob Anis Amri für den Mord an einem 16-Jährigen Mitte Oktober an der Alster verantwortlich sein könnte. Die Mordkommission habe Ähnlichkeiten zwischen dem Terrorverdächtigen Amri und dem Phantombild in dem Hamburger Mordfall festgestellt, berichteten die Zeitungen der Funke-Gruppe. Ein Polizeisprecher bestätigte am Freitag den Bericht: „Das ist eine weitere Spur, der wir nachgehen. Nach derzeitigem Stand gibt es da aber keine Hinweise.“ 

Ein Unbekannter hatte am 16. Oktober in Hamburg einen 16-Jährigen mit mehreren Messerstichen getötet. Die Begleiterin des Jugendlichen stieß der Angreifer ins Wasser.

+++ Die Ermittler vermuten Anis Amri immer noch in Berlin. Das schreibt der „Tagesspiegel“. Der Tunesier soll Schnittverletzungen im Gesicht haben und möglicherweise ärztliche Hilfe benötigen. Deswegen seien sämtliche Berliner Krankenhäuser informiert worden, dass Anis Amri plötzlich in der Türe stehen könnte. Einige Kliniken würden gar observiert. 

+++ Einem n-tv-Bericht zufolge soll Anis Amri nach dem Anschlag versucht haben, Zuflucht in einer Berliner Moschee zu finden. Es soll Videoaufnahmen geben, die den Tunesier vor der Tür eines Moschee-Vereins zeigen. 

+++ Der Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-Jürgen Weise, hat eingeräumt, selbst die eine oder andere Asyl-Entscheidung der vergangenen Monate kritisch zu sehen. Von den insgesamt 700.000 entschiedenen Fällen im Jahr 2016 seien es aber vergleichsweise wenige gewesen. Inzwischen seien erhebliche Fortschritte in Asylverfahren gemacht worden, sagte Weise in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur zum Ende seiner Amtszeit als BAMF-Leiter.

+++ Die Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht hat den Umgang der Sicherheitsbehörden mit dem Terrorverdächtigen Anis Amri als unverständlich kritisiert. „Der Verdächtige war als Gefährder eingestuft“, sagte die Linksfraktionschefin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Warum wurde er nicht rund um die Uhr beobachtet oder, besser, nach Ablehnung seines Asylantrags ausgewiesen? Das ist kaum nachvollziehbar.“

Bruder fordert Amri auf, sich zu stellen

+++ Anis Amri ist von seinem Bruder aufgefordert worden, aufzugeben und sich der Polizei zu stellen. „Wenn er mich gerade hört, dann sage ich ihm: Stelle Dich, dann ist es für Deine Familie einfacher“, sagte Abdelkader Amri am Donnerstag vor Journalisten in seiner tunesischen Heimatstadt Oueslatia. „Wenn mein Bruder hinter dem Angriff steckt, dann sage ich ihm: 'Du entehrst uns.'“ Anis Amri stammt aus Oueslatia und hat fünf Geschwister. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Tunesien war Amri dort mehrfach wegen Drogendelikten festgenommen worden.

+++ Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat die konsequente Ausweisung von Asylbewerbern gefordert, die ihre Identität verschleiern. „Wer bei der Feststellung seiner Identität und Staatsangehörigkeit nicht mitwirkt oder sich hinter mehreren Identitäten versteckt, muss konsequent mit der Rücknahme des Asylantrags sanktioniert werden“, sagte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). „Und die Rücknahme des Asylantrags begründet dann die Ausreisepflicht.“ Außerdem bräuchten die Sicherheitsbehörden „zusätzliche Handlungsmöglichkeiten“ gegen sogenannte Gefährder, forderte Strobl. „Hier müssen wir nachjustieren.“

+++ Der Tatverdächtige Anis Amri hat sich kurz nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz offenbar in Berlin-Moabit aufgehalten. Dem rbb liegen entsprechende Observationsbilder vor. Der 24-Jährige soll sich dort bereits wenige Tage vorher aufgehalten haben. Er wurde jeweils von Polizeikameras gefilmt. Ort der Observation war eine Moschee in Moabit, die am Donnerstagmorgen von der Polizei durchsucht wurde.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Video existiert

+++ Die Bild-Zeitung hat nun ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie der schwarze Lkw in den Weihnachtsmarkt in Berlin rast. Die Aufnahmen wurden aus einer Auto-Kamera heraus gemacht. Entgegen anderslautenden Aussagen scheinen die Scheinwerfer des Lasters zur Tatzeit eingeschaltet gewesen zu sein. Einblicke in den Weihnachtsmarkt selbst gewährt das Video nicht.

+++ Amri soll sich während seiner Haft in Italien bereits Zeichen für eine islamistische Radikalisierung gezeigt habe, berichtet Agentur Ansa. Das ginge aus dem Bericht, den die Strafvollzugsbehörde im italienischen Justizministerium dem Komitee für strategische Antiterrorismus-Analyse Italiens (CASA) nach der Entlassung Amris aus der Haft in Palermo zugestellt hat. Einem christlichen Mithäftling drohte er demnach: “Ich schlage dir den Kopf ab."

+++ Deutsche und Polen haben bei einem sehr gut besuchten Gottesdienst in der St.-Johannes-Basilika der Opfer des Terroranschlags auf dem Breitscheidplatz gedacht. Unter den zwölf Toten ist auch ein Lastwagenfahrer aus Polen. Der 37-Jährige, der für eine Spedition bei Stettin arbeitete, wurde nach der Bluttat tot in der Fahrerkabine gefunden. Zu dem Gottesdienst kamen schätzungsweise 200 bis 300 Besucher. Die St.-Johannes-Basilika ist eine Anlaufstelle für Polen, die in Berlin leben.

+++ Mehrere Tausend Menschen sind in München für eine offene Gesellschaft und gegen Fremdenfeindlichkeit auf die Straße gegangen. Die Demonstration stand am Donnerstagabend unter dem Motto „Für eine angstfreie und offene Gesellschaft“. Die Polizei sprach von mehr als 4000 Teilnehmern, unter ihnen waren auch Prominente wie der Schauspieler Maximilian Brückner. Auf Plakaten hieß es unter anderem „München ist bunt“, „Hass macht hässlich“ und „Gemeinsam für Menschlichkeit“.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Amris Familie ist verzweifelt

+++ Mutter und Schwester des mutmaßlichen Attentäters sind verzweifelt. Reporter konnten mit ihnen sprechen. Die Schwester sagt:  „Ich kann es gar nicht glauben, er war ein ganz normaler Junge.“ Hier geht es zum ganzen Artikel.

+++ Der flüchtige Terrorverdächtige Anis Amri saß nach Erkenntnissen der Ermittler am Steuer des Lastwagens, der in die Menschenmenge auf dem Berliner Weihnachtsmarkt raste. "Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand gehen wir daher davon aus, dass Anis Amri den Lkw gesteuert hat", sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Donnerstagabend in Karlsruhe. Die Fahndung nach dem Tunesier blieb bislang jedoch ohne Erfolg.

+++ Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag Haftbefehl gegen den flüchtigen 24-jährigen Tunesier Anis Amri wegen des Lastwagen-Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt erwirkt. Das teilte eine Sprecherin der Behörde am Abend in Karlsruhe mit.

+++ Berliner Sicherheitskräfte haben bei einer Reihe von Einsätzen in der Hauptstadt nach dem Terrorverdächtigen Tunesier Anis Amri gesucht. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei stürmte am Donnerstag nach dpa-Informationen auch einen Salafistentreffpunkt im Stadtteil Moabit. Dort soll auch Amri verkehrt haben. Die „Berliner Zeitung“ berichtete, bei dem Einsatz gegen den Moschee-Verein „Fussilet 33“ seien Blendgranaten benutzt und eine Tür aufgesprengt worden.

+++ Nach ihrem Besuch beim Bundeskriminalamt gab es von Kanzlerin Angela Merkel einige lobende Worte. Sie hob dabei nicht nur die Arbeit der Ermittler hervor, sondern zeigte sich auch „stolz“ auf die deutsche Bevölkerung.

+++ Im Netz ist ein kurzes Video aufgetaucht, welches angeblich den durch Berlin laufenden Attentäter Anis Amri zeigt. Hier sehen Sie einen Ausschnitt daraus.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Ausnahmezustand in Heilbronn

+++ Aufregung in Heilbronn! Mehrere Polizeiwagen und schwer bewaffnete Einsatzkräfte stehen am Busbahnhof am Heilbronner Hauptbahnhof. Möglicherweise geht es dabei um den Attentäter von Berlin, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Das SEK ist vor Ort. Dies berichtet unser Partnerportal echo24.com.

+++ Ermittler haben Fingerabdrücke des Terrorverdächtigen Anis Amri im Fahrerhaus des Lkw gefunden, mit dem am Montagabend 12 Menschen getötet und rund 50 verletzt worden waren. Das teilte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag bei einem Besuch des Bundeskriminalamtes in Berlin mit und bestätigte damit Berichte der Süddeutschen Zeitung, des WDR und des NDR.

+++ Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) verlangt eine

Videoüberwachung an „neuralgischen Punkten und bei Großveranstaltungen“ in der Hauptstadt.

Hierzu zählten Kriminalitätsbrennpunkte und Plätze, an denen viele Menschen zusammenkommen. Durch die Bilder erhielten die

Ermittlungsbehörden das nötige Werkzeug, um Straftäter zu identifizieren

, begründete der Landesverband am Donnerstag seine Forderung.

Wer nicht für solchen Technikeinsatz ist, schützt indirekt Straftäter und Terroristen. Die Regierungskoalition in Berlin muss sich rasch entscheiden, auf welcher Seite sie handelt“, sagte der DPolG-Landesvorsitzende Bodo Pfalzgraf.

+++ Nach dem Lkw-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt will die Bundesanwaltschaft am Donnerstagabend (18.00 Uhr) über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren. Dazu wird die Pressesprecherin eine Erklärung vor Journalisten abgegeben, teilte die Karlsruher Behörde mit.

+++ Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ist nach Informationen des Tagesspiegels am Donnerstagmittag ein Einkaufszentrum zumindest zeitweise gesperrt worden. Grund ist laut den Berliner Verkehrsbetrieben ein verdächtiger Gegenstand.

+++ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) informiert sich derzeit beim Bundeskriminalamt (BKA) in Berlin über den Ermittlungsstand nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in der Hauptstadt. Gemeinsam mit Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) traf sie am Donnerstagnachmittag am Berliner BKA-Standort im Stadtteil Treptow ein.BKA-Präsident Holger Münch wollte die Kanzlerin und die Minister persönlich unterrichten.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Seehofer-Kritik „unanständig“

+++ Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hält die Kritik von CSU-Chef Horst Seehofer an der Flüchtlingspolitik für „unanständig“. „Das war auch ein ziemlich brutaler Angriff auf die Kanzlerin (Angela Merkel)“, sagte Lewentz der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

+++ Viele fragen sich wie es sein kann, dass Terroristen ihre Papiere am Tatort „vergessen“. So geschehen in Nizza, Paris und Berlin. Unsere Onlineredaktion hat nachgeforscht und folgende Antworten gefunden.

+++ Generalbundesanwalt, Bundeskriminalamt oder Bundesanwaltschaft: Wer ist wann zuständig und wann werden welche Begriffe verwendet? Eine kurze und übersichtliche Erklärung dazu finden Sie hier. 

+++ Die italienische Regierung bestätigte am Donnerstag in Rom, dass bei dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt eine italienische Staatsbürgerin getötet wurde. „Italien gedenkt Fabrizia Di Lorenzos, einer von den Terroristen getöteten Musterbürgerin. Das Land schließt sich tief bewegt dem Schmerz der Familie an“, schrieb Ministerpräsident Paolo Gentiloni am Donnerstag auf Twitter.

+++ Höchst spekulativ ist, was Focus online berichtet: Angeblich wusste das LKA nämlich seit Monaten über Anschlagspläne von Anis Amri Bescheid. Er soll im kleinen Kreis im Beisein des Hasspredigers Abu Walaa wiederholt von Attentatsplänen gesprochen haben. Dem widerspricht allerdings, dass die Ermittler laut dpa keine Hinweise auf eine engere Verbindung zwischen Amri und Walaa gefunden haben.

Welle der Hilfsbereitschaft für Familie des getöteten Lkw-Fahrers Lukasz Urban

+++ Nach dem Anschlag von Berlin hat die Bundespolizei ihre Kontrollen an den nordrhein-westfälischen Grenzübergängen zu Belgien und den Niederlanden verstärkt. Das teilte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Aachen am Donnerstag mit. Bei den Kontrollen seien der Polizei am Mittwoch zwei von der Staatsanwaltschaft gesuchte Männer ins Netz gegangen. Ein 25 Jahre alter Mann war gesucht worden, weil er nach einer Verurteilung wegen schweren Diebstahls zu zwei Jahren Haft gegen Auflagen des Landgerichts Hagen verstoßen hatte. Dem zweiten Mann werden Eigentumsdelikte zur Last gelegt. Der 21-Jährige habe bei der Kontrolle einen gefälschten griechischen Personalausweis bei sich gehabt.

+++ Die Familie des getöteten polnischen Lkw-Fahrers Lukasz Urban erlebt im Moment eine Welle der Hilfsbereitschaft von Deutschen wie Polen gleichermaßen. Urban hatte durch ein beherztes Eingreifen vor seinem Tod möglicherweise ein noch größeres Blutbad auf dem Breitscheidplatz verhindert.

+++ Nach dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt hat der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Armin Laschet schwere Vorwürfe gegen die Behörden besonders in seinem Bundesland erhoben. "Die Informationen, die wir seit gestern bekommen,die können einen nur erschüttern, wie die Behörden hier gearbeitet haben", sagte Laschet am Donnerstag im Deutschlandfunk. Er kritisierte, dass es nicht gelungen sei, den Tunesier Anis Amri im Blick zu behalten.

Laschet plädierte in dem Interview auch für den Einsatz "elektronischer Fußfesseln" bei sogenannten Gefährdern. Zwar sei noch nicht klar, ob dies im Fall des Berliner Anschlags geholfen hätte, doch müsse man "alle Mittel, auch die elektronischen, nutzen, um so etwa in Zukunft zu verhindern". Außerdem müsse der Datenabgleich auf europäischer Ebene verbessert werden.

Bundesanwaltschaft dementiert Festnahmen

+++ Es bestehen immer weniger Zweifel daran, dass es sich bei Anis Amri um den Täter des Anschlags von Berlin handelt. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR wurden an der Fahrertür des Lkw seine Fingerabdrücke gefunden. Währenddessen berichtet der Spiegel, dass sich Amri schon früher als Selbstmordattentäter angeboten habe.

+++ Die Bundesanwaltschaft hat Berichte dementiert, dass es im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Lastwagen-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt Festnahmen gegeben haben soll. Es fänden derzeit verschiedene Maßnahmen im Bundesgebiet statt, sagte ein Sprecher der Karlsruher Behörde am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Konkreter äußerte er sich nicht. Kurze Zeit später dementierte die Generalbundesanwaltschaft gegenüber der AFP ebenfalls entsprechende Berichte.

+++ Am Donnerstag soll der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz wieder eröffnet werden. Die Polizei Berlin sichert den Markt mit zusätzlichen Betonquadern, daher ist auch die Budapester Straße zur Zeit gesperrt.

+++ FPÖ-Politiker Norbert Hofer distanziert sich von den Äußerungen eines AfD-Politikers, der die Opfer des Anschlags in Berlin als „Merkels Tote“ bezeichnet hatte. 

Vier Kontaktpersonen von Anis Amir angeblich festgenommen

+++ Die Polizei hat im nordrhein-westfälischen Emmerich eine Aslybewerberunterkunft durchsucht, in der der mutmaßliche Attentäter von Berlin zeitweise gemeldet gewesen sein soll. Dies bestätigte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen in Kleve. Bereits am Mittwoch hatten laut Medienberichten Polizisten nahe dem Heim Stellung bezogen. Bei einem möglichen Antiterroreinsatz in Dortmund stürmten Berichten zufolge Beamte eine Wohnung und nahmen vier Menschen fest. Die Dortmunder Polizei wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Einsatz äußern, über den mehrere Medien berichteten. Ein Sprecher verwies auf die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft. Auch die Polizei in Kleve wollte sich nicht zum Ergebnis der Durchsuchung in dem Flüchtlingsheim äußern.

+++ Die Bild hat scheinbar mit dem Bruder des Gesuchten Mannes gesprochen. Dieser sage, dass die Familie des Flüchtigen über die Nachricht des Anschlags in Berlin erschüttert sei. „Wenn bewiesen wird, dass er verwickelt war, sagen wir uns von ihm los“, zitiert die Bild-Zeitung den Bruder von Anis Amir weiter. Laut Süddeutscher Zeitung rufe Amirs Bruder ihn auch zur Aufgabe auf: "Ich bitte ihn, sich der Polizei zu stellen."

+++ Im Interview mit dem Münchner Merkur fordert Markus Söder Konsequenzen. „Wir brauchen eine 180-Grad-Wende in der Flüchtlings- und Sicherheitspolitik. Wir müssen die Grenzen richtig sicher machen – nicht nur partiell und nicht nur die österreichisch-bayerische.“ Lesen Sie hier das ganze Interview

+++ CDU-Bundesvize Armin Laschet hat Kritik an den Sicherheitsbehörden geäußert. „Die Informationen, die wir seit gestern bekommen, die können einen nur erschüttern, wie Behörden hier gearbeitet haben“, sagte Laschet am Donnerstag im Deutschlandfunk. Auf die Frage, welche Behörden er konkret meine, antwortete er: „Das muss man erstmal untersuchen. Das erste ist natürlich: Die Quelle führt leider, wie so häufig, nach Nordrhein-Westfalen.“

Polizei durchsucht Flüchtlingsunterkunft in NRW

+++ Der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer hat Konsequenzen für die Asylpolitik gefordert. Der Fall zeige „wie unter einem Brennglas“, wo die Defizite liegen, sagte Mayer am Donnerstag im RBB-Inforadio. Das Aufenthaltsrecht und die Sicherheitsgesetze müssten verschärft werden.

Mayer forderte etwa eine Verlängerung der Abschiebehaft und begründete dies mit Blick auf den gesuchten Tatverdächtigen aus Tunesien: „Er konnte nicht abgeschoben werden. Er war sogar in Abschiebehaft, musste nach einem Tag wieder entlassen werden. Also, wir müssen deshalb die Dauer der Abschiebehaft verlängern.“ Außerdem müsse Tunesien zum sicheren Herkunftsland ernannt werden. Dies hatten die Grünen im Bundesrat bisher verhindert.

+++ Polizisten haben eine Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Emmerich durchsucht. Die Aktion am Donnerstagmorgen, an der schätzungsweise 100 Beamte beteiligt waren, darunter Spezialeinsatzkräfte, war nach etwa einer Stunde beendet. Über das Ergebnis war zunächst nichts bekannt. Ein Sprecher der Polizei wollte sich zu der Durchsuchungsaktion nicht näher äußern und verwies auf den Generalbundesanwalt. Aus Karlsruhe war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

+++ Der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat die Politik für den Umgang mit dem Anschlag in Berlin gelobt. „Ich habe sehr viel Besonnenheit gespürt in den Äußerungen der maßgeblichen Politiker und sehr viel Innehalten“, sagte der bayerische Landesbischof in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe den Eindruck, dass Deutschland sehr reif mit diesem Ereignis umgeht.“ Zugleich warnte er aber davor, aus dem Anschlag politisches Kapital zu schlagen.

Israelische Frau unter Todesopfern des Berliner Weihnachtsmarkts

+++ Unter den Todesopfern des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist auch eine israelische Frau. Dies bestätigte am Donnerstag ein Sprecher des israelischen Außenministeriums. Die israelische Botschaft kümmere sich um die Überführung der Leiche in die Heimat. Die Frau war mit ihrem Mann auf dem Weihnachtsmarkt gewesen und nach dem Anschlag am Montagabend als vermisst gemeldet worden.

Ihr Mann, ebenfalls israelischer Staatsbürger, wurde bei der Attacke schwer verletzt. Er sei mehrmals operiert worden, schwebe aber nicht mehr in Lebensgefahr, berichtete die Nachrichtenseite ynet. Das Ehepaar habe zwei erwachsene Kinder. Sie waren in Berlin, um bei der Identifizierung zu helfen.

+++ Die Bundesanwaltschaft rief die Bevölkerung zur Mithilfe auf und setzte 100.000 Euro Belohnung aus - das Schreiben dazu wurde auch auf Arabisch, Dari, Farsi und Urdu veröffentlicht. Zugleich mahnte sie zur Vorsicht: „Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr, denn die Person könnte gewalttätig und bewaffnet sein!“ Im Berliner Stadtteil Kreuzberg überprüfte ein Spezialeinsatzkommando der Polizei am Mittwochabend einen Mann, bei dem es sich aber nicht um Amri handelte.

+++ Der mögliche Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, soll sich im Internet über den Bau von Sprengsätzen informiert und direkten Kontakt zum IS gehabt haben. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf Aussagen nicht näher genannter amerikanischer Offizieller vom Mittwochabend. Unklar blieb zunächst, auf welchen Zeitraum sich diese Angaben beziehen. Dem Bericht zufolge stand Amri mindestens einmal über den Messengerdienst Telegram in Kontakt zum IS. Sein Name habe zudem auf der Flugverbots-Liste der USA gestanden.

Verdächtiger soll vier Jahre in italienischem Gefängnis gesessen haben

+++ Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Berliner Polizei soll einem Medienbericht zufolge am Mittwochabend zwei Wohnungen gestürmt, den gesuchten Tunesier Anis Amri aber nicht gefunden haben. Bei der Razzia sei ein anderer Mann überwältigt worden, berichtete die "Welt" unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach wurde Amri, der im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesucht wird, in einer der beiden Wohnungen vermutet. Dies wurde nun aber von der Polizei Berlin auf Twitter dementiert: „Das stimmt nicht. Gerüchte und Falschmeldungen im Netz helfen keinem. Sie gefährden unsere Kolleg. und den Einsatzerfolg. #Breitscheidplatz“

+++ Der wegen des Anschlags in Berlin gesuchte Tunesier soll nach italienischen Medienberichten vier Jahre in Italien im Gefängnis gesessen haben. Anis Amri sei 2011 als Flüchtling nach Italien gekommen und in einem Auffanglager für Minderjährige auf Sizilien untergebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwochabend unter Berufung auf Ermittlerkreise. In dem Lager habe er Sachbeschädigungen und „diverse Straftaten“ begangen.

Nach Berichten der Zeitung „La Stampa“ soll er das Auffanglager angezündet haben. Als Volljähriger wurde er den Informationen zufolge festgenommen, kam vor Gericht und wurde zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe sei er des Landes verwiesen worden, hieß es weiter. Bei der geplanten Ausweisung habe es jedoch Probleme mit den tunesischen Behörden gegeben. Amri habe Italien verlassen und sich nach Deutschland absetzen können.

+++ Angesichts der Bedrohung durch islamistischen Terrorismus will die Bundesregierung die sogenannte „elektronische Fußfessel“ für verurteilte Extremisten nach der Haft zulassen. Neben der Fußfessel sollen auch noch weitere Sicherheitsmaßnahmen in Kraft treten.

Seehofer: Kritik nach Anschlag in Berlin gilt nicht Kanzlerin Merkel

+++ Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat bestritten, dass sich seine jüngste Kritik an der Sicherheits- und Zuwanderungspolitik gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) richtete. „Wir haben nach dem Anschlag in Berlin die Kanzlerin nicht kritisiert. Wir haben aber deutlich gemacht, dass es neben Trauer aber auch um Konsequenzen für die Sicherheits- und Flüchtlingspolitik geht“, sagte Seehofer der „Welt“ (Donnerstag). Zu seiner Überraschung sei dies als Drohung interpretiert worden, dass Treffen der Präsidien von CDU und CSU Anfang Februar in München abzusagen.

+++ Der als Attentäter von Berlin verdächtigte Tunesier soll nach einem „Focus“-Bericht zu einem Terrornetzwerk gehören, das offenbar seit 2015 Anschläge in Deutschland geplant haben soll. Es habe sich um den inzwischen inhaftierten Hildesheimer Hassprediger Abu Walaa gebildet, berichtete das Nachrichtenmagazin am Mittwoch unter Berufung auf ihm vorliegende Akten und Vermerke der Bundesanwaltschaft.

Demnach soll es verschiedene Pläne gegeben haben: Überfälle auf Polizeistationen, Hinterhalte für alarmierte Beamte und ein Sprengstoff-beladener Lastwagen, der in eine Menschenmenge hätte gesteuert werden sollen. Ein eingeschleuster verdeckter Ermittler des nordrhein-westfälische Landeskriminalamts (LKA) habe zudem berichtet, dass die Gruppe sich bereits Waffen mit Schalldämpfern beschafft habe, schrieb „Focus“.

+++ Frankreich verstärkt nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt seine Kontrollen an der Grenze zu Deutschland. Allein im Elsass an der Grenze zu Baden-Württemberg sollen dem Regionalsender „France Bleu Alsace“ zufolge insgesamt 200 zusätzliche Polizisten und Soldaten eingesetzt werden. Auch im Departement Moselle, das an das Saarland und Rheinland-Pfalz grenzt, soll die Personalstärke erhöht werden.

+++ Die Geschwister des wegen des Berliner Anschlags gesuchten Tunesiers Anis Amri können nicht glauben, dass er für die Tat verantwortlich sein soll. "Als ich das Foto meines Bruders in den Medien gesehen habe, habe ich meinen Augen nicht getraut", sagte der Bruder Abdelkader Amri am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP in Tunesien. "Ich kann nicht glauben, das er das Verbrechen begangen hat."

Abdelkader Amri sagte weiter, falls sich wider Erwarten doch herausstellen sollte, dass sein 24-jähriger Bruder für den Anschlag verantwortlich sei, verdiene er "jede Strafe". "Wir lehnen den Terrorismus und die Terroristen ab", sagte der Bruder - "und wir haben keine Verbindung mit den Terroristen".

"Wir haben nie den Eindruck gehabt, dass etwas nicht stimmte", sagte die Schwester Najoua zu AFP. "Er hat über Facebook mit uns Kontakt aufgenommen, immer lächelte er und war fröhlich."

Amri ist von März bis September observiert worden

+++ Die Berliner Justiz hat Informationen über ihre früheren Ermittlungen gegen den zur Fahndung ausgeschriebenen Verdächtigen Anis Amri bekannt gegeben: Gegen Amri, nach dem im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt gefahndet wird, sei im März ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Im September sei Amris Überwachung dann aber beendet worden.

Bei den Ermittlungen sei es um Informationen gegangen, wonach Amri einen Einbruch plane, um sich dabei Mittel für den Kauf automatischer Waffen zu beschaffen - "möglicherweise, um damit später mit noch zu gewinnenden Mittätern einen Anschlag zu begehen", fügte die Staatsanwaltschaft hinzu.

Amri sei daraufhin observiert worden, auch seine Kommunikation sei überwacht worden. Allerdings hätten die "umfangreichen Überwachungsmaßnahmen" keine Hinweise zu den Vorwürfen erbracht. Deshalb habe "keine Grundlage für eine weitere Verlängerung der Anordnungen zur Überwachungsmaßnahmen mehr" bestanden, diese seien im September beendet worden, hieß es in der Justizerklärung weiter.

+++ Mehrere hundert Menschen haben nahe dem Ort des Berliner Terroranschlags gegen einen Aufzug der NPD protestiert. Sie trugen rote Herzen und Plakate mit der Aufschrift „Keine Nazis, nirgends. Keine Islamisten, nirgends“. Die rechtsextreme Partei hatte zuvor ebenfalls in der Nähe des Breitscheidplatzes zu einer Demonstration unter dem Motto „Grenzen dicht machen“ aufgerufen, zu der rund 50 Menschen kamen.

„Wir lassen nicht zu, dass geistige Brandstifter den entsetzlichen Anschlag für ihre Hetze und ihren Hass instrumentalisieren“, sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu, der zur Gegenkundgebung aufgerufen hatte.

Im Regierungsviertel folgten zudem mehrere Dutzend Menschen am Abend einem Aufruf zu einer Demonstration für „Mehr Sicherheit für Deutschland“, zu dem unter anderem AfD-Mitglieder eingeladen hatten.

Noch 12 Schwerstverletzte in Kliniken behandelt

+++ Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche werden noch zwölf Schwerstverletzte in den Kliniken behandelt. Einige Patienten seien noch "in kritischer Verfassung", erklärte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwoch. Die Zahl der Todesopfer liege nach wie vor bei zwölf und habe sich nicht weiter erhöht. Dagegen könnten immer mehr leichter Verletzte die Krankenhäuser verlassen.

+++ Der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland und dem erhöhten Terror-Risiko - auch wenn er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausdrücklich in Schutz nimmt.

Es sei falsch, die Kanzlerin für den Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt verantwortlich zu machen, betonte Mayer am Mittwoch in Berlin. Es sei aber ebenso falsch, zu behaupten, dass die Flüchtlingskrise nichts mit der gestiegenen Terrorgefahr in Deutschland zu tun habe, sagte der Bundestags-Abgeordnete nach einer Sondersitzung des Innenausschusses.

+++ Tunesische Anti-Terror-Ermittler haben die Familie des im Zusammenhang mit dem Berliner Anschlag gesuchten Anis Amri befragt. Die Befragung der Eltern sei von Beamten einer Anti-Terror-Einheit vorgenommen worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Sicherheitskreisen in Tunesien.

Diesen Angaben zufolge war Amri in Tunesien mehrfach wegen Drogendelikten festgenommen worden. Er sei 2011 von Tunesien nach Italien gelangt, wo er drei Jahre verbracht habe. Danach sei Amri nach Deutschland weitergereist.

+++ Trotz der Bekenner-Botschaft des IS ist nach Einschätzung von Experten weiter unklar, ob die islamistische Terrormiliz tatsächlich hinter dem Anschlag von Berlin steckt. „Dafür gibt es Anhaltspunkte, aber sicher ist das nicht“, sagte der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz am Mittwoch nach einer Sitzung des Bundestags-Innenausschusses, bei dem Spitzenvertreter der Sicherheitsbehörden die Fragen der Parlamentarier beantwortet hatten.

Von Notz sagte, das IS-Bekenntnis werde zwar als authentisch bewertet, aber es gebe Zweifel, weil darin kein Täterwissen enthalten sei. Das IS-Sprachrohr Amak hatte im Internet verkündet, ein IS-Kämpfer sei für den Angriff auf einen Berliner Weihnachtsmarkt verantwortlich.

Polizei hat Anis Amri zur öffentlichen Fahndung ausgeschrieben

Der gesuchte Anis Amri.

+++ Nach dem Lastwagen-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz sucht das Bundeskriminalamt öffentlich nach einem Verdächtigen. Im Auftrag des Generalbundesanwalts wurde der 24-jährige Tunesier Anis Amri zur öffentlichen Fahndung ausgeschrieben, teilte die Karlsruher Behörde am Mittwoch mit. Dazu wurde eine Belohnung von 100.000 Euro angesetzt. 

Die Behörden baten die Bevölkerung um Mithilfe, warnten aber zugleich, der Gesuchte „könnte gewalttätig und bewaffnet sein“.

Täterbeschreibung: Der 24-jährige geborene Tuensier sei 1,78 Meter groß, wiege circa 75 Kilo, habe schwarze Haare und braune Augen. Wer den Gesuchten sieht, soll die Polizei benachrichtigen.

+++ Abstruse Situation im Raum Emmerich: Zahlreiche Medienvertreter versammeln sich vor einer Flüchtlingsunterkunft. Doch die erwartete Durchsuchung verzögert sich angeblich wegen Schreibfehlern. Nicht zu fassen.

+++ Emotionen pur: Wir haben alle Reaktionen auf den Anschlag für euch hier zusammengefasst.

+++ Die deutsche Ausgabe des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ macht ihr neues Heft mit dem Berliner Terroranschlag auf. Auf der vorab verbreiteten Titelseite ist ein Lebkuchenhaus zu sehen, aus dem mehrere Gewehrläufe ragen. „Sie werden unsere Art zu leben nicht verändern“, lautet der Text zum Bild des Zeichners Foolz.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Verfahren gegen Verdächtigen eingeleitet

+++ Gegen den Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem Anschlag in Berlin hat das Landeskriminalamt NRW ein Verfahren wegen des Verdachts der

Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat

initiiert. Das sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch in Düsseldorf. Die Ermittlungen dazu seien in Berlin

Pk NRW-Innenminister Ralf Jäger

geführt worden. 

Dort habe der Verdächtige seit Februar 2016 seinen Lebensmittelpunkt gehabt und sei nach heutigem Kenntnisstand zuletzt nur kurz in Nordrhein-Westfalen gewesen. Die Sicherheitsbehörden hätten ihre Erkenntnisse über ihn im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum ausgetauscht, zuletzt im November 2016.

+++ Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche werden jetzt in der Stadt Betonsperren als zusätzliche Sicherung aufgebaut. Der Weihnachtsmarkt am Potsdamer Platz wurde am Mittwoch mit rund einem Dutzend Betonblöcken eingegrenzt. Polizisten liefen verstärkt Streife.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Als Asylbewerber abgelehnt

+++ Der Tatverdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag in Berlin wurde im Juni 2016 als Asylbewerber abgelehnt. Der Mann habe aber nicht abgeschoben werden können, weil er keine gültigen Ausweispapiere bei sich hatte, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch in Düsseldorf. Tunesien habe bestritten, dass es sich bei dem Mann um einen Tunesier handele. Der Verdächtige war über Freiburg nach Deutschland eingereist.

+++ Als Reaktion auf den Terroranschlag in Berlin mit zwölf Toten will die Moskauer Polizei die Auffahrten zu großen Plätzen - darunter auch Weihnachtsmärkte - mit Lastwagen blockieren. Mit den Barrieren solle verhindert werden, dass Fahrzeuge in Menschenmengen gelenkt werden können, sagte der Vizepolizeichef der russischen Hauptstadt, Viktor Kowalenko.

 „Wir wollen nicht, dass es irgendwelche Voraussetzungen (für einen Anschlag) gibt“, sagte er der Agentur Tass zufolge am Mittwoch.

Berlin trauert um die Opfer des Anschlags - Die Bilder

+++ Die deutschen Sicherheitsbehörden stufen nach Angaben des Bundesinnenministeriums derzeit 549 Menschen als sogenannte Gefährder ein. Das sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin. Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte Mitte November noch von 530 Gefährdern berichtet. Gefährder sind Personen, denen die Polizei grundsätzlich zutraut, dass sie einen Terrorakt begehen könnten.

+++ Nach dem Anschlag in Berlin hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch die Fahndung nach einem neuen Verdächtigen bestätigt. "Es gibt einen neuen Verdächtigen. Nach ihm wird gefahndet", sagte de Maizière in Berlin. Er sei seit Mitternacht zur Fahndung ausgeschrieben. Einzelheiten wollte der Minister nicht nennen, sagte aber, bei dem Verdächtigen müsse es sich nicht zwingend um den Täter handeln.

Verdächtiger Tunesier hatte Kontakte zu Salafisten-Prediger Abu Walaa

+++ Nach dem Anschlag von Berlin hat die französische Regierung schärfere Kontrollen an der Grenze zu Deutschland angeordnet. In einer Mitteilung des Pariser Innenministeriums, die der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag, werden die Behörden aufgefordert, "jede nützliche Maßnahme zu ergreifen, um umgehend die Kontrollen an der französisch-deutschen Grenze zu verstärken".

Nach Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt

+++ Einige Medien zeigen bereits ein Foto des verdächtigen Tunesiers. Der Mann soll in der Islamistenszene vernetzt sein. Nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR war der Verdächtige als Gefährder eingestuft. Er habe Kontakte zum Netzwerk des kürzlich verhafteten Salafisten-Predigers Abu Walaa unterhalten. Seit Dezember 2016 sei der Mann abgetaucht. Generalbundesanwalt Peter Frank sagte nach dpa-Informationen in der nichtöffentlichen Sitzung des Innenausschusses, der Verdächtige sei in Gefährderkreisen bekannt.

+++ Flüchtlinge und Berliner haben am Mittwochmittag gemeinsam in der Nähe des Breitscheidplatzes ein kleines Konzert gegeben. Der Chor der Gedächtniskirche „Everybody Can Sing“ und der Berliner Begegnungschor, in dem Flüchtlinge gemeinsam mit Berlinern singen, wollten so der Opfer des Anschlags gedenken und ein Zeichen der Solidarität setzen. Die beiden Chöre und weitere Freiwillige sangen gemeinsam die Lieder „Shine a Light“, „We are the world“ und „Stille Nacht, Heilige Nacht“.

Organisiert wurde das kleine Konzert von dem Kampagnen-Netzwerk Avaaz, das schon nach anderen Anschlägen ähnliche Aktionen gestartet hatte. Insgesamt seien mehr als 200 Menschen an dem kurzen Auftritt beteiligt gewesen, schätzte der Veranstalter.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Hackerangriff auf BKA-Portal

+++ Spiegel.de berichtet soeben, dass der gesuchte Verdächtige im Juli dieses Jahres bereits in Abschiebehaft gesessen haben soll.

+++ Auch der Offenbacher Kollege Frank Pröse von op-online gibt seine Einschätzung zum Anschlag in Berlin in einem Kommentar ab. 

+++ Auch die dpa bestätigt Informationen aus Sicherheitskreisen, wonach der tatverdächtige Tunesier den Ermittlern als Gefährder bekannt war, dem jederzeit ein Anschlag in Deutschland zugetraut wird.

+++ Der verdächtige Tunesier wurde offenbar bereits im August 2016 von der Polizei in Friedrichshafen festgenommen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Damals wurden bei ihm demnach italienische Ausweispapiere gefunden. Er ist der Polizei wegen Körperverletzung bekannt, konnte aber noch nicht angeklagt werden, weil er untergetaucht ist.

+++ Auf das Hinweisportal des Bundeskriminalamtes (BKA) soll es nach dem Anschlag in Berlin einen Hackerangriff gegeben haben.

Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auf der BKA-Internetseite können Zeugen Videos oder Fotos von dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin hochladen.

Eine Sprecherin des BKA bestätigte den Vorfall gegenüber den FUNKE-Zeitungen. Am Dienstag zwischen 17 und 19.30 Uhr sei das Portal aufgrund einer sogenannten DDos-Attacke nicht erreichbar gewesen. Man habe aber umgehend Maßnahmen eingeleitet,. Am Abend habe die Seite dann wieder funktioniert.

Anschlag in Berlin: Weihnachtsmarkt öffnet am Donnerstag schon wieder

+++ Es war schon verwunderlich, wie langsam ARD und ZDF reagierten. Selbst CNN berichtete schneller über den Anschlag in Berlin. Ein Kollege von merkur.de hat das bewertet.

+++ Bundespräsident Joachim Gauck hat den verletzten Überlebenden des Anschlags die Anteilnahme der ganzen Nation übermittelt. "Die Menschen sollen spüren, dass sie nicht allein sind", sagte Gauck nach einem Besuch im Virchow-Klinikum der Charité. "Ich habe sie an die Kräfte erinnert, die in ihnen sind", sagte der Präsident.

+++ Wo sind die Profilbilder mit Deutschlandflaggen? fragt sich unsere merkur.de-Redakteurin nach dem Anschlag in Berlin.

+++ Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz öffnet Donnerstag wieder. Das sagte eine Sprecherin des Schaustellerverbands Berlin auf am Mittwoch auf Anfrage.

Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin: Tunesier hatte wohl acht Identitäten

+++ Nach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin haben sich führende AfD-Politiker zu einer Mahnwache vor dem Bundeskanzleramt am Mittwochabend angekündigt. Sowohl Thüringens Landes- und Fraktionschef Björn Höcke, als auch der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland haben ihre Teilnahme zugesagt.

+++ Nach dem Anschlag in Berlin gehen Sicherheitskreise von „unmittelbar bevorstehenden Maßnahmen“ in Nordrhein-Westfalen aus. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch. Dort soll sich der verdächtige Tunesier aufhalten.

Seit Dezember 2016 soll der Mann abgetaucht gewesen sein. Er benutzte nach Informationen oben genannter Medien offenbar acht verschiedene Alias-Personalien, auch seine Aufenthaltsgenehmigung war auf einen der falschen Namen ausgestellt. 

Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin: Fahndung nach Tunesier

+++ Nach dem Anschlag in Berlin fahndet die Polizei nach Informationen der Mainzer Allgemeinen Zeitung und des Hessischen Rundfunks bundesweit und nicht öffentlich nach einem Verdächtigen, der laut mehreren Medien tunesischer Herkunft sein soll. Im Fußraum des Führerhauses des Lkw sei ein Ausweisdokument gefunden worden.

Der Tunesier soll Mitte zwanzig und als islamistischer Gefährder der Polizei bekannt sein. Nach Informationen von SZ, NDR und WDR hat er im April 2016 Asyl in Deutschland beantragt und zunächst eine Duldung erhalten.

+++ Als Reaktion auf den Anschlag in Berlin hat die CSU ihre Forderung nach einem verstärkten Einsatz der Bundeswehr im Innern bekräftigt. Die Bundeswehr müsse dort ihren Anteil für die Sicherheit der Bürger übernehmen können, wo sie von ihrer Ausrüstung und Ausbildung her am besten geeignet sei, sagte der CSU-Politiker Florian Hahn den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwochsausgaben). Dafür gibt es Kritik von den Grünen.

Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin: Scheuer verteidigt Seehofer

+++ Nach Informationen der rbb-Abendschau gab es in den frühen Morgenstunden eine weitere Festnahme. Auch dieser Festgenommene stellte sich jedoch nicht als der Täter heraus.

Die Polizei geht offenbar aber davon aus, dass der Täter verletzt ist. Im Fahrerhaus des Lkw seien DNA-Spuren gesichert worden. Die Polizei sucht nun Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg ab. Aber: Polizei weist die rbb-Darstellung zurück.

+++ CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat Parteichef Horst Seehofer wegen dessen umstrittener Forderung nach einer Neujustierung der Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik verteidigt. „Wir brauchen jetzt, und das erwartet das Staatsvolk, eine starke Staatsgewalt“, sagte er am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“.

CDU-Vize Armin Laschet hat den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer für seine politischen Schlussfolgerungen nach dem Anschlag von Berlin kritisiert. Es sei nicht die „normale Herangehensweise an Politik“, schon vor Ermittlung der Fakten durch die Polizei Schlüsse zu ziehen, sagte er am Dienstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner spezial“.

+++ Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt fahnden Ermittler unter Hochdruck nach dem womöglich bewaffneten Täter und etwaigen Komplizen. Auch die Hintergründe des Angriffs und der genaue Tatablauf beschäftigen die Sicherheitsbehörden am Mittwoch weiter. Der Innenausschuss des Bundestags will gegen Mittag in einer Sondersitzung über den Anschlag beraten. Die meisten Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt sollen derweil wieder öffnen. Der Breitscheidplatz, wo am Montag ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gerast war, bleibt jedoch weiter abgeriegelt.

Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin: Verhinderte polnischer Lkw-Fahrer Schlimmeres?

+++ Sollte sich bestätigen, dass der IS hinter der Tat steht, wäre es der erste islamistische Anschlag mit einer Vielzahl von Todesopfern in Deutschland. Dabei verhinderte der polnische Lkw-Fahrer, der beim Attentat auf dem Beifahrersitz saß, möglicherweise sogar noch Schlimmeres. Die Obduktion habe ergeben, dass er zum Zeitpunkt des Anschlags noch lebte, berichtete Bild.de. Ein Ermittler habe von einem Kampf gesprochen. Auch von Messerstichen ist die Rede. Erschossen worden sei der Mann erst, als der Lkw zum Stehen kam.

Nach dem Attentat fand man den Polen tot im Führerhaus. Nach dpa-Informationen wurde er mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen. Von ihr fehlt bislang jede Spur. Der Mann arbeitete für die Speditionsfirma, der der Sattelschlepper gehört.

Mit Hilfe von dpa und afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Guttenberg wünscht sich das Ende der Großen Koalition
Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich gegen eine erneute Große Koalition ausgesprochen. Am liebsten würde er mit der FDP koalieren, …
Guttenberg wünscht sich das Ende der Großen Koalition
Ruhani weist Trumps Kritik am Atomabkommen scharf zurück
Das Atomabkommen mit dem Iran dominiert den zweiten Tag der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Der Pakt gilt als historisch. Der Iran warnt die USA. Auch Deutschland …
Ruhani weist Trumps Kritik am Atomabkommen scharf zurück
Le Pen demontiert ihren Stellvertreter
Im Führungsstreit bei Frankreichs rechtspopulistischer Front National (FN) greift Parteichefin Marine Le Pen gegen ihren Stellvertreter Florian Philippot durch.
Le Pen demontiert ihren Stellvertreter
Umstrittenes Interview mit Putin-Sender: Gabriel erneuert AfD-Nazi-Vergleich
Wenige Tage vor der Wahl hat Sigmar Gabriel  ein Interview mit einem sehr umstrittenen Medium geführt. Bereits vor der Ausstrahlung hatte sich der Außenminister dazu …
Umstrittenes Interview mit Putin-Sender: Gabriel erneuert AfD-Nazi-Vergleich

Kommentare