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Als Vergeltung für das Bombardement des Gazastreifens sollen radikale Palästinenser ein Attentat auf Israels Außenminister geplant haben.

Hamas hält Mordplan für gerechtfertigt

Anschlagspläne auf Israels Außenminister vereitelt

Tel Aviv - Knapp einem Anschlag entgangen, ist anscheinend der israelische Außenminister Avigdor Liebermann. Im Sommer wollten radikale Palästinenser ihn ermorden.

Die radikal-islamische Hamas hat die mutmaßlichen Anschlagspläne auf Israels Außenminister Avigdor Lieberman als gerechtfertigt bezeichnet. Der ranghohe Hamas-Führer Ismail Radwan sagte am Freitag, Lieberman und die israelische Regierung hätten im Gaza-Krieg „Massaker an Frauen und Kindern begangen“. Auch beschmutzten sie „die Al-Aksa-Moschee und unsere heiligen Stätten jeden Tag“. Daher sei Lieberman während des Gaza-Krieges ein „legitimes Ziel“ gewesen.

Am späten Donnerstagabend war bekanntgeworden, dass Israels Sicherheitsbehörden im Sommer einen Anschlag auf den Außenminister verhindert haben sollen. Eine Gruppe militanter Palästinenser habe geplant, das Auto des Politikers mit einer Panzerfaust anzugreifen, berichteten israelische Medien unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst Schin Bet.

Die Männer hätten unter anderem Liebermans Fahrtrouten ausgekundschaftet. Der Außenminister lebt in einer Siedlung im Westjordanland. Radwan wollte den Wahrheitsgehalt der Berichte weder bestätigen noch dementieren. Man müsse erst prüfen, ob die israelischen Berichte richtig oder falsch seien.

Lieberman gehört der ultrarechten Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) an. Im Sommer sprach er von einer „gründlichen Säuberung“ des 2005 von Israel geräumten Gazastreifens und forderte, dass Israel wieder die Kontrolle über den Küstenstreifen übernimmt.

Die Zeitung „Haaretz“ berichtete am Freitag, es habe mehrere Festnahmen gegeben. Einer der Verhafteten sei ein 37-jähriger führender Hamas-Aktivist. Der Anschlag sollte ein Signal an Israels Regierung sein, die Angriffe auf den Gazastreifen zu stoppen. Der Krieg zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas war Ende August nach 50 Tagen mit einer Waffenruhe zu Ende gegangen. In dieser Zeit wurden mehr als 2100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet.

Auch nach dem Gaza-Krieg erleben Israel und die Palästinensergebiete Wochen der Gewalt. Vor allem in Jerusalem kam es immer wieder zu Ausschreitungen und auch Anschlägen. Erst am Dienstag hatten zwei Palästinenser bei einem Anschlag in einer Synagoge in Jerusalem fünf Menschen getötet, bevor sie erschossen wurden.

In Jerusalem wurden nun erneut die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, wie der israelische Rundfunk berichtete. In der Altstadt waren wegen des Freitagsgebets zahlreiche Sicherheitskräfte im Einsatz. Der Tempelberg war erneut für alle Muslime geöffnet. Aus Sorge vor Krawallen hatte Israel den Zugang in den vergangenen Wochen oft beschränkt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Donnerstag in Telefonaten dazu auf, die Lage zu beruhigen und sich gegen Extremisten zu positionieren. Laut Mitteilung eines UN-Sprechers warnte Ban vor einer Spirale der Gewalt.

dpa

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