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Anton Hofreiter: Ausgebooteter Grünen-Politiker bekommt neuen Job

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Von: Andreas Schmid

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Anton Hofreiter, Bundesagsfraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, sitzt alleine auf einem Stuhl
Anton Hofreiter musste seinen Minister-Traum begraben. © Kay Nietfeld/dpa

Anton Hofreiter hat das Rennen um einen Ministerposten verloren. Er soll stattdessen einen Ausschussvorsitz erhalten.

München - „Wir werden alle brauchen und die Partei so besetzen, dass alle und auch Anton Hofreiter eine Wirksamkeit entfalten können.“ Das sagte Grünen-Co-Chef Robert Habeck zuletzt über die künftige Rolle von Anton Hofreiter. Jenem Grünen-Politiker, der in die zweite Reihe der Partei abzurutschen droht.

Grüne: Anton Hofreiter soll Europaausschuss bekommen

Den Kampf um das Landwirtschaftsministerium hat der Münchner gegen Cem Özdemir verloren, als Fraktionschef scheidet er aus. Die Grünen wollen fortan auf eine weibliche Doppelspitze setzen. Als Entschädigung soll Hofreiter nun einen Ausschussvorsitz bekommen. Wie der Spiegel und die Deutsche Presse-Agentur berichten, soll der 51-Jährige Vorsitzender des Europaausschusses im Bundestag werden. Die Chance sich zu profilieren?

Der Parteilinke Hofreiter gilt als Europafreund. 2015 veröffentlichte er in der Zeit einen Gastbeitrag unter dem Titel „Nicht weniger, sondern mehr Europa“. Darin schrieb er: „Wollen wir ein Europa, in dem nationale Interessen allem anderen übergeordnet werden? Oder wollen wir ein starkes, gemeinsames Europa der Solidarität und des gegenseitigen Vertrauens? Ich bin klar für Letzteres.“

Anton Hofreiter: Hintertür ins Kabinett?

Hofreiter könnte zudem ins Kabinett nachrücken, wenn ein Grünen-Minister abtreten sollte. Es gibt Spekulationen, dass Hofreiter Özdemir ersetzen könnte, falls der statt Minister Ministerpräsident werden sollte. Der Schwabe Özdemir gilt als möglicher Nachfolger von Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann. Der einzige Grünen-Ministerpräsident, immerhin schon 73 Jahre alt, hatte zuletzt allerdings angekündigt, die volle Legislaturperiode Ministerpräsident bleiben zu wollen. Die nächste Landtagswahl in Baden-Württemberg findet 2026 statt, die nächste Bundestagswahl 2025.

Damit bleibt vorerst wohl „nur“ der Europaausschuss. Dabei hätten Hofreiter viele Grüne, gerade aus dem linken Flügel, gerne im Kabinett gesehen. Der langjährige Fraktionschef galt eigentlich als gesetzt. Dass die Entscheidung der Parteispitze - für Özdemir und gegen Hofreiter - für Ärger in der Partei gesorgt hatte, räumte auch Bundesgeschäftsführer Michael Kellner ein. „Nun, es hat gerumpelt und es gab unterschiedliche Wünsche, und es ist auch wirklich schwer, alle unter einen Hut zu bringen“, sagte Kellner in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. Er bedauere Hofreiters Nicht-Berücksichtigung. „Ich hätte mir Anton Hofreiter sehr gewünscht, will aber auch sagen, Cem Özdemir steht natürlich ebenfalls für eine gesellschaftliche Veränderung.“ (as)

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