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Ein Besucher wurde hier schon vor Beginn des Rechtsrock-Konzerts von der Polizei kontrolliert.

In Thüringen

Monate nach Rechtsrock-Konzert: Gericht entscheidet gegen gastgebende Gemeinde

Bei einem Rechtsrock-Konzert im thüringischen Apolda war es zu Ausschreitungen gekommen. Monate nach der Veranstaltung fällt das Landgericht ein Urteil.

Update vom 4. Juli 2019, 17.38 Uhr: Neun Monate nach einem umstrittenen Rechtsrock-Konzert in Thüringen hat das Landgericht Erfurt eine Entscheidung gefällt. Die Gemeinde Magdala hätte einen Feldweg als Zugang zum vorgesehenen Gelände nicht sperren dürfen. Im Auflagenbescheid des Landkreises sei nämlich genau dieser Weg als einziger Zugang zum Gelände ausgewiesen worden, wie ein Sprecher erläuterte. Zunächst hatte die „Ostthüringer Zeitung“ berichtet.

Update um 22.55 Uhr: Mittlerweile ist die Rede von acht verletzten Polizisten. Alle wurden leicht verletzt, waren aber weiter dienstfähig. 

Ein großes Polizeiaufgebot eskortierte die bundesweit angereisten Besucher nach dem vorzeitigen Konzertende zu ihren Autos. Gerade als die Polizei damit begonnen hatte, das Konzert aufzulösen, erklärte der Veranstalter es am Abend eigenständig für beendet. Zuvor war es laut Polizei auch an einer Sicherheitsschleuse zu einem Durchbruchsversuch von Rechten gekommen, die Beamten setzten Pfefferspray ein.

Hickhack um Veranstaltungsort

Vorausgegangen war ein Hickhack um die Veranstaltungsorte. Am Freitag wurde das Konzert von Magdala, einer Kleinstadt nahe Weimar und Jena, nach Apolda verlegt. Das Amtsgericht Weimar hatte den Organisatoren dort den Zugang zum privaten Veranstaltungsgelände über einen kommunalen Weg untersagt. In Apolda hatte der Veranstalter, ein Neonazi aus Ostthüringen, das Konzert im Vorfeld parallel angemeldet.

Weil sie die in Magdala bereits aufgebauten Bühne, Technik und Toiletten nicht abbauen durften, stand den Rechten in Apolda nur eingeschränkte Technik zur Verfügung. Nach einem ersten Konzert am Freitagabend mit 750 Szeneanhängern auf dem Apoldaer Marktplatz meldeten sie daraufhin kurzfristig eine Veranstaltung für Kirchheim bei Arnstadt (Ilm-Kreis) an, wo die rechte Szene seit Jahren eine private Gaststätte für ihre Treffen nutzt. Dieses Konzert wurde vom Landratsamt verboten.

In Apolda protestierten Neonazi-Gegner unter anderem mit einem Bürgerfest auf dem Marktplatz, nur wenige Meter entfernt und durch Polizei und Absperrgitter getrennt von den Rechten. Parteien und Verbände hatten Informationsstände aufgebaut. Zu einem ökumenischen Gottesdienst waren am Vormittag etwa 150 Menschen gekommen, darunter auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie weitere Vertreter der Thüringer Landesregierung.

Erstmeldung vom 6. Oktober 2018 um 21.55 Uhr: Steine und Flaschen fliegen auf Beamte

Apolda - Nach Polizeiangaben warfen Rechte Steine und Flaschen auf Beamte. Vier Polizisten wurden demnach leicht verletzt. Die Polizei begann damit, das Konzert aufzulösen. Als Grund nannte ein Sprecher einen drohenden unfriedlichen Verlauf der Veranstaltung.

An dem Konzert nahmen nach vorläufigen Angaben der Polizei etwa 700 Rechte teil. An der Gegenveranstaltung eines Bürgerbündnisses beteiligten sich demnach ebenfalls rund 700 Menschen. Das Rechtsrock-Konzert war am Freitag von Magdala, einer Kleinstadt nahe Weimar und Jena, nach Apolda verlegt worden.

“Kein Ort für Nazis“ - rund 700 Menschen protestierten gegen das Rechtsrock-Konzert, unter anderem auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Rechte Terrorzelle in Chemnitz enttarnt

In Chemnitz hat die Polizei eine Gruppe von mutmaßlichen Rechtsterroristen ausgehoben. Innenminister Horst Seehofer spricht von einer hohen Terrorgefahr in Deutschland.

dpa

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