Deutschland macht die Grenzen dicht 

Coronavirus-Talk bei Anne Will: Zeitgleiche ORF-Sendung zeigt, wie es in diesen Zeiten gehen kann

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Die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutsche Bevölkerung beschäftigen die Menschen. „Wie drastisch müssen die Maßnahmen werden?“ Diese Frage stellte sich Anne Will in ihrem Polittalk am Sonntagabend,

  • Das Coronavirus* hat Deutschland im Griff.
  • Mittlerweile sind die Folgen von Covid-19 für das gesellschaftliche Leben deutlich spürbar.
  • „Wie drastisch müssen diese Maßnahme werden?“ Mit dieser Frage beschäftigt sich Anne Will in ihrem ARD-Polittalk am Sonntagabend.

22.53 Uhr: Abschließend erklärte Anne Will, die Diskussion nach der Sendung werde „mit zwei Metern Abstand“ fortgeführt. Die eigentliche Sitzordnung sah etwas gegenteiligeres vor (siehe Update um 22.30 Uhr).

22.50 Uhr: Das Coronavirus beeinträchtigt die Wirtschaft massiv. Bundesfinanzminister Olaf Scholz forderte daher eine zusätzliche Maßnahme, um „denjenigen zu helfen, die ihre Belastung weiter haben, aber keine Einnahmen mehr.“ Seine gegenwärtigen Überlegungen beinhalten einen speziellen Fonds, der entsprechende Unternehmen entschädigen soll. Daran werde aktuell gearbeitet.

22.43 Uhr: Der Virologe fordert, es müssen mehr Menschen getestet werden: „Wir wissen gar nicht, wie viele Infizierte da sind.“

Anne Will: Zeitgleicher Corona-Talk in Österreich - ARD patzt bei Sitzordnung

22.30 Uhr: Im österreichischen Fernsehen läuft auf ORF2 im Moment ebenfalls eine Talk-Show, die sich thematisch mit der Coronavirus-Pandemie beschäftigt. Auffällig: Die Studiogäste halten den vorgegebenen Abstand von zwei Metern ein, während bei „Anne Will“ in der gewohnten Sitzordnung diskutiert wird.

22.23 Uhr: Kekulé sieht unterdessen einen regelrechten „Kommunikations-Gau“ auf die Bevölkerung zukommen. Sollten nach den nächsten zwei Wochen etwa keine entscheidenden Ergebnisse in Sachen Eindämmung der Krankheit erkennbar sein, scheint für den Virologen klar: Man dürfe die Bürgerinnen und Bürger nicht weiter „einsperren.“ Der Experte pflichtete der Bundeskanzlerin  zwar bei, soziale Kontakte auf das mindeste einzuschränken, betonte jedoch, dass man den Menschen „den Kontakt mit der frischen Luft nicht verbieten könnte und sollte.“

22.12 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet verteidigte unterdessen die Entscheidung, die Grenze zu Belgien und den Niederlanden bislang offen zu lassen. Dies begründete der CDU-Politiker mit dem engen Austausch zu den Gesundheitsbehörden der Länder sowie mit der Tatsache, dass es in Grenzgebieten bis dato nicht zu Hamsterkäufen von belgischen beziehungsweise niederländischen Staatsbürgern gekommen sei.

22.08 Uhr: Außerdem bekräftigte Kekulé seine Aussagen von letzter Woche, wonach Deutschland im Moment „drei Mal so viele Infizierte wie offiziell gemeldet“ habe. Denn eine infizierte Person würde durchschnittlich zwei weitere Menschen anstecken. Zudem dauere es, bis Symptome auftreten und das Virus entdeckt werde.

Coronavirus-Talk bei Anne Will/ARD: „Wegen einem nicht entdeckten Kind sterben 15 Menschen“

22.05 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé kritisierte den Zeitpunkt der Grenzschließungen, dieser komme viel zu spät denn „wir haben bis jetzt einfach wahnsinnig viel Zeit verschlafen.“ Was dies zu bedeuten hätte, machte der Experte an einer düsteren Rechnung deutlich: „Ein Kind, das irgendwo in der Schule sitzt und nicht erkannt wurde als Corona-Fall hat in acht Wochen ungefähr 3000 Personen infiziert. Das können Sie ganz einfach nachrechnen. Etwa 0,5 Prozent sterben, das bedeutet wegen einem nicht entdeckten Kind sterben etwa 15 Menschen. Ich denke, das sagt alles, was hier versäumt wurde (...) Wir sind in einer Phase, eine Minute vor zwölf oder gar eine Minute nach zwölf.“

21.54 Uhr: Wie Vizekanzler Olaf Scholz bekräftigt, wurden die neuen Grenzregelungen in enger Absprache mit den jeweiligen Nachbarländern getroffen.

21.50 Uhr: Es ist leer im „Anne-Will“-Studio in Berlin. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, findet der Polittalk ohne Zuschauer statt.

Update 20.02 Uhr: Wie Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Abend bekannt gab, werden neben Frankreich, Österreich und der Schweiz auch die Grenzen zu Luxemburg und Dänemark geschlossen.

Coronavirus-Talk bei Anne Will/ARD: „Wie drastisch müssen Maßnahmen werden?“

Erstmeldung: Berlin - Die Coronavirus-Pandemie beschäftigt Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel* richtete am Samstag in einer Videobotschaft ihr Wort an die Bevölkerung und forderte, soziale Kontakte zu beschränken - „um das Virus einzudämmen und das Gesundheitssystem somit zu entlasten.“

Coronavirus in Deutschland: Bundesrepublik macht Grenzen dicht 

Gleichzeitig werden im ganzen Land Veranstaltungen abgesagt* und Schulen geschlossen - das gesellschaftliche Leben scheint in diesen Tagen nahezu still zu stehen und die Bevölkerung könnte dies demnächst noch stärker zu spüren bekommen. Deutschland schließt ab Montagmittag seine Grenzen zu den Nachbarländern Frankreich, Österreich und Schweiz. Was dies zu bedeuten hat, erklärte Innenminister Horst Seehofer auf einer Pressekonferenz.

Die Schließung der Grenzen in Anrainerstaaten der Bundesrepublik hat unterdessen auch Auswirkungen auf Deutschland. So kann es beispielsweise zu Lieferengpässen in Supermärkten kommen, sollten Lkws etwa nicht über die polnische Grenze fahren dürfen. Generell ist jetzt schon klar: Die Corona-Krise schadet der Wirtschaft massiv.

Corona-Krise in Deutschland/Anne Will: „Wie drastisch müssen die Maßnahme werden?“

Viel wichtiger ist aktuell allerdings die Frage, wie Deutschlands Gesundheitssystem die Corona-Pandemie verkraftet. Wie gut sind Deutschlands Krankenhäuser aufgestellt? Drohen uns schon bald italienische Verhältnisse? 

Der ARD-Polittalk „Anne Will“ beschäftigt sich am Sonntagabend ab 21.45 Uhr mit diesen Fragen. Unter dem Titel „Die Corona-Krise - wie drastisch müssen die Maßnahmen werden?“ diskutiert Anne Will in ihrer Sendung beispielsweise mit Vizekanzler Olaf Scholz (SPD), Nordrhein-Westfalens MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU) sowie dem Virologen Alexander Kekulé, der zuletzt bei Markus Lanz Alarm in Sachen Coronavirus schlug. Auch der Epidemiologe Gérard Krause war unterdessen beim Talk von Anne Will zu Gast.

Coronavirus Anne Will/ARD: Die Gäste der Talkshow in der Übersicht

  • Olaf Scholz (SPD): Vizekanzler und Bundesfinanzminister
  • Armin Laschet (CDU): Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen
  • Claudia Spies: Ärztliche Leiterin des CharitéCentrums für Anästhesiologie und Intensivmedizin 
  • Alexander Kekulé: Direktor des Institutes für Medizinische Mikrobiologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 
  • Angela Inselkammer: Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern 
  • Cerstin Gammelin: Stellvertretende Leiterin des Parlamentsbüros der „Süddeutschen Zeitung“

Luisa Neubauer von Fridays for Future wundert sich, wie handlungsfähig Regierung und Gesellschaft angesichts der Corona-Krise sein können. Hilft die Maskenpflicht gegen das Coronavirus? Ministerpräsident platzt bei Lanz der Kragen.

as

Rubriklistenbild: © Screenshot ARD

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