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Ex-SPD-Chef Kurt Beck (rechts) hat die Beri chterstattung über Kanzlerkandidat Peer Steinbrück als nicht objektiv kritisiert.

ARD-Politikmagazin "Panorama"

Beck stinksauer wegen Steinbrück-Berichten

Hamburg - Der frühere SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat im ARD-Politikmagazin "Panorama" die Berichterstattung über Peer Steinbrück als nicht objektiv kritisiert.

Beck: "Wenn mit gleicher kritischer Elle die Arbeit der jetzigen Bundesregierung gemessen würde, würde ich sagen: 'In Ordnung, lieber Peer Steinbrück - das musst du dir gefallen lassen'. Aber wir haben eine Regierung, die nicht regiert. Und das wird einfach so hingenommen."

Man habe sich auf Seiten vieler Medien offenbar entschlossen, die Eigenschaften, die man früher an Peer Steinbrück gelobt habe - seine direkte Sprache und die auch mal impulsive Art, Probleme anzusprechen - jetzt einfach ins Negative umzudrehen, so Beck in "Panorama".

Peer Steinbrück und sein Wahlkampfteam

Peer Steinbrück und sein Wahlkampfteam

So bezeichnete er beispielweise die Berichterstattung über das Kanzlergehalt als "Fallenstellerei": "Nicht dass der Satz oder die Aussage unwahr ist, aber sie ist so aus dem Zusammenhang gerissen, und zwar mit Absicht, um Empörung zu erzeugen. Und das nenne ich ein besonders Maß an Unwahrheit. Denn dann muss jeder Mensch annehmen: Ja, wenn der Steinbrück Kanzler wird, dann ist ihm das Gehalt zu niedrig. Und darum ging es in dem Interview wirklich nicht."

Auch die Spekulationen verschiedener Medien, ob der emotionale Auftritt mit seiner Frau Gertrud auf einer SPD-Veranstaltung im Juni kalkuliert war oder nicht, kritisierte Beck scharf. "Er hatte ja ein Stimmversagen aus einer gewissen Ergriffenheit. Und das dann wieder so runter zu machen, das finde ich einfach eine dümmliche Umgehensweise mit Menschen. Menschlich ist es ohnehin nicht." Journalismus müsse frei sein und ganz viele Spielräume haben, so Beck weiter. "Aber viel Freiheit muss eben auch viel Verantwortung bedeuten. Und das kann ich nicht immer ausreichend erkennen."

Beck selbst sicherte Steinbrück seine volle Unterstützung zu. "Alle, die ihn gewählt haben, und ich habe dazugehört, wussten, wie er ist. Und jetzt stehe ich auch dazu. Man kann nicht jemand ins Rennen schicken und dann unterwegs sagen: 'Nee, der bewegt die Füße so komisch'. Ich könnte jetzt auch anfangen rumzukritisieren. Aber ich habe selber erlebt, wie es ist. Und ich würde es keinem anderen zumuten."

Kurt Beck hatte als SPD-Vorsitzender im Jahr 2008 starken medialen und innerparteilichen Gegenwind bekommen, nachdem er einen Kursschwenk im Umgang mit der Linkspartei angedeutet hatte. Zudem galt er vielen Hauptstadtjournalisten als "provinziell". Die Tageszeitung "taz" bezeichnete ihn als "Sargnagel" der SPD, die "Süddeutsche Zeitung" beobachtete "Becks dynamisches Torkeln", und für "BILD" war Beck gar "ein König ohne Volk".

"Ich will natürlich einräumen, dass man auch selber Fehler macht. Das ist ja nicht alles erfunden. Aber es verdichtet sich dann zu einem Bild, das nicht mehr den ganzen Menschen zeigt. Und so ähnlich geht es jetzt auch Peer Steinbrück."

Dem Kanzlerkandidaten der SPD rät Beck, so zu bleiben, wie er ist. "Er darf sich nicht verbiegen. Denn das wäre, glaube ich, das Schlimmste, so zu sein, wie manche erwarten, dass er sein sollte."

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