Polarisiert: der Tagesthemen-Kommentar der ARD zu steigenden Öl- und Gas-Preisen.
+
Polarisiert: der Tagesthemen-Kommentar der ARD zu steigenden Öl- und Gas-Preisen.

Debatte nimmt Fahrt auf

„Tagesthemen“-Kommentar zu Öl- und Gas-Preisen löst heftige Reaktionen aus - „Trieft nur so vor Arroganz“

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
    schließen

Der Tagesthemen-Kommentar der ARD befasst sich mit dem Benzin-, Öl- und Gas-Preis - samt steiler These. Diese sorgt bei Twitter für hitzige Reaktionen.

München - Dieser Kommentar der „Tagesthemen“ (ARD) sorgt für reichlich Reaktionen im Netz. Redakteur Detlef Flintz kommentierte steigende Öl- und Gas-Preise in Deutschland mit einer recht steilen These. Wie es zum Aufgabenprofil eines Journalisten gehört. Doch empörte Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

ARD-Tagesthemen: Kommentar zu steigenden Öl- und Gas-Preisen sorgt für Diskussionen bei Twitter

„Er ist da der Preisschock - gut so! Denn nur wenn Öl und Gas spürbar teurer werden, kriegen wir die Erderwärmung in den Griff. Mehr Windräder und Solarenergie? Solange können wir nicht warten. Wir sollten froh sein, dass wir gezwungen werden, Konsum und Produktion zu ändern“, kommentierte Flintz und meinte: „Achtsames Heizen, weniger Energiefresser im Haushalt, keine Kurzstreckenflüge, aber auch zum Beispiel Stahl oder Aluminium moderner herstellen. Und: Wollten wir das nicht sowieso?“

Dennis Radtke, der für die CDU im Europaparlament sitzt, meinte dazu: „Ein Kommentar, der vor Arroganz nur so trieft. Verteuerung, gerade kurzfristig, kann nur eine Lenkungswirkung haben, wenn Alternativen da sind. Zu Auto auf dem Land und heizen bekommen wir das ad hoc wie hin?“ Ein User schrieb dagegen bei Twitter: „Was war das für ein schrecklicher #Tagesthemen Kommentar!“

ARD-Tagesthemen: Detlef Flintz kommentiert steigende Öl- und Gas-Preise - Debatte bei Twitter

Und eine Nutzerin fragte bei Social Media: „Ich nehme an, Herr Flintz wird die Preiserhöhung nichts ausmachen, weil er sich die locker leisten kann?“ Zur Einordnung: In den vergangenen Monaten hatte die weltweite Gasknappheit auch die Ölpreise stark ansteigen lassen.

Im Video: Was Gaskunden bei steigenden Preisen tun können

Zuletzt versetzte das Ölexportkartell OPEC+ der „Tagesschau“ zufolge die Märkte mit der Entscheidung in Unruhe, die Förderung im November um 400.000 Barrel pro Tag anzuheben. Ende September war der Preis für die europäische Ölsorte Brent auf über 80 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter) gestiegen - erstmals seit 2018. Offenbar steigt auch die Nervosität unter Konsumenten.

Ein Twitter-User sprang ARD-Mann Flintz entsprechend zur Seite und versuchte, dessen Kommentar zu relativieren: „Schauen Sie doch den Beitrag bis zum Ende. Das Problem, dass es nicht alle bezahlen können, ist ihm sehr bewusst.“ So oder so - das Thema bewegt ganz offensichtlich die Menschen hierzulande. (pm)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare