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ARD-Korrespondent und „Tagesthemen“-Kommentator Markus Preiß.

Eindringlicher Appell

„Gefährlich!“: ARD-„Tagesthemen“-Kommentator warnt Merkel

Wie soll sich Deutschland in einem Europa der Eigeninteressen verhalten? Ein „Tagesthemen“-Kommentator hat einen kontroversen Vorschlag - und warnt Angela Merkel vor einem „weiter so“.

Berlin - Schwierige Zeiten in Europa: Großbritannien verlässt die EU; Italien, Ungarn und weitere pfeifen auf die Regeln des Staatenbundes und setzen im Trump-Stile ihre eigenen momentanen Interessen kompromisslos an die erste Stelle. Und was sollte Deutschland nun tun? ARD-Korrespondent und „Tagesthemen“-Kommentator Markus Preiß hat am Dienstagabend einen eindringlichen Appell an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Bundesregierung gerichtet.

Der Streit um das italienische Budget und den Brexit seien nur „ein Symptom dafür, dass Europa derzeit zerbröselt“, warnte Preiß. Die EU brauche einen Aufbruch. „Es ist Deutschland, es ist der Kanzlerin vorzuwerfen, dass wir den nicht längst haben, vor allem jetzt mit Macron“, sagte der Journalist mit Blick auf die Reform-Vorstöße des französischen Präsidenten

„Tagesthemen“-Kommentator nimmt Angela Merkel beim Wort

Die Realität in der deutschen Politik sehe allerdings ganz anders aus. Es dominiere ein Denken unter dem Motto „so, wie es ist, nutzt es uns, deshalb bloß nichts ändern“, konstatierte der „Tagesthemen“-Kommentator.

Alle aktuellen Informationen zur Nachfolge-Debatte rund um Angela Merkel finden Sie in unserem News-Ticker

Genau das sei aber „kurzsichtig und gefährlich“. Preiß‘ kontroverse Forderung: „Wenn es stimmt, was die Kanzlerin heute gesagt hat, dass wir nur gemeinsam eine Zukunft in dieser rauen Welt haben, dann müssten wir Deutschen viel stärker die Probleme unserer Nachbarn lösen.“

„Tagesthemen“-Kommentar zu Brexit und Merkel stellt kontroverse These auf

Möglichen Widerspruch der Zuseher hatte der TV-Mann bereits einkalkuliert. „‚Das wäre ja noch schöner‘, werden sie jetzt vielleicht sagen, wenn wir bei Italien bleiben, ‚die machen Schulden und wir sollen denen helfen?‘“, vermutete Preiß. Und lieferte sein Gegenargument direkt mit.  

Schwierige Beziehung: Angela Merkel und Italiens Premier Giuseppe Conte.

EU-Partner mit Geld zu unterstützen, koste Geld - „aber vielleicht muss man das kühl als Investition sehen“, sagte der WDR-Mann. Wenn die nächsten Generationen in einem selbstbestimmten Europa leben sollen, müsse man diese womöglich tätigen. Eine These, die freilich im gegebenen Fall, mit dem sehenden Auges erhöhten italienischen Etat, besonders heikel wirkt. Dennoch: Länder wie China investierten bereits jetzt viel Geld, um übermorgen gut dazustehen, betonte Preiß. Deutschland hingegen halte „die Füße still - weil es früher schön war, und heute auch noch geht“.

„Tagesthemen“-Kommentator sieht „klassische Zwickmühle“

Eines räumte der Kommentator allerdings auch ein: Der rechtspopulistischen italienischen Regierung Geld zu geben und damit „die Lehren der Griechenland-Krise zu vergessen“ oder aber eine „politische Megakrise“ zu riskieren - das sei eine „klassische Zwickmühle“.

Aussicht auf eine schnelle Lösung des Problems gibt es unterdessen nicht: Italien weigerte sich am Dienstag im Haushaltsstreit trotz Protesten der EU und großer Nervosität an den Finanzmärkten weiter, von seinen Schuldenplänen abzuweichen.

Die Haushaltsziele für das kommende Jahr änderten sich nicht, erklärte der Vize-Premierminister Luigi Di Maio. „Es ist unsere Überzeugung, dass dieser Haushalt das ist, was das Land braucht, um wieder auf die Beine zu kommen.“ Die Regierung wolle mit dem Verkauf von staatlichen Immobilien die Staatskasse aufbessern.

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fn/dpa

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Kommentare

Karlene Stamm-TischlerAntwort
(0)(0)

Im Unterschied zu Merkel vertritt Macron mit seinen EU-Plänen ausschließlich französische Interessen. Merkel dagegen verrät die deutschen Interessen.

Karlene Stamm-TischlerAntwort
(0)(0)

Ist ja klar. Jetzt wo die Wähler wegbrechen und man das Parlament nicht beliebig vergrößern kann, muss man für die arbeitslosen Abgeordneten neue Stellen schaffen. Natürlich auf Kosten des Steuerzahlers.

Karlene Stamm-TischlerAntwort
(0)(0)

Wo ist das "bissl"?