Schülerin in Wahlarena

Klima-Disput in der ARD: Nach heftigen Vorwürfen unterbricht Laschet Fragestellerin - „Nein, hören Sie auf“

  • Richard Strobl
    VonRichard Strobl
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In der ARD-Wahlarena machte eine junge Bürgerin Armin Laschet heftige Klima-Vorwürfe. Der Kanzlerkandidat setzt sich zur Wehr.

Berlin - Armin Laschet stellte sich am Mittwochabend in der ARD-„Wahlarena“ den Fragen der Zuschauer, respektive der Bürgerinnen und Bürger. Der Kanzlerkandidat der Union hat laut den aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl einiges aufzuholen und musste sich in der Sendung teils unangenehmen Fragen stellen. Darunter auch die einer Klimaaktivistin aus Hamburg, in deren Folge sich eine kurzzeitig hitzige Diskussion entwickelte.

Armin Laschets Klima-Politik eine „Katastrophe“? Schülerin greift K-Kandidaten heftig an

Die Klimapolitik von Armin Laschet in den letzten Jahren nannte die 15-jährige Schülerin, bevor sie ihre eigentliche Frage stellte, eine „Katastrophe“ und machte Laschet dann heftige Vorwürfe. Sie spricht von „krassen Fehlentscheidungen und Skandalen“ und zeigt sich „verärgert“ darüber, dass Laschet eine zuvor gestellte Klima-Frage mit guten Entscheidungen in NRW beantwortet habe.

So würde die CDU immer noch den Ausbau von erneuerbaren Energien blockieren - in NRW zum Beispiel durch die Windkraftanlagen-Abstandsregelungen. Zudem sei der Hambacher Forst unter Laschets Regierung „illegalerweise“ gerodet worden und er habe im Jahr 2020 ein neues Kohlekraftwerk ans Netz gehen lassen.

Zwar räumt die „Fridays for future“-Aktivistin ein, dass keine Partei ihrem Wahlprogramm nach ihren Ansprüchen gerecht wird, meint aber: „Sie und die CDU haben da besonders stark versagt“. Jetzt kommt dann auch die eigentliche Frage nach den Anschuldigungen: Was wären Laschets Sofortmaßnahmen in der Klimapolitik.

Laschet in ARD-„Wahlarena“ hart angegangen: Er holt weit aus und wird dann deutlich

Armin Laschet antwortet einer Klimaaktivistin in der ARD-„Wahlarena“.

Laschet bleibt trotz der heftigen Anschuldigungen ruhig und holt dann aus. Die NRW-Vorgängerregierung aus SPD und Grünen habe beschlossen, dass bis 2045 Braunkohle abgebaut werden solle. Das Kohlekraftwerk sei auch von den Vorgängern beschlossen worden und diese Regierung habe auch die Rodung des Hambacher Forstes beschlossen.

Da unterbricht die Schülerin lautstark und ist auch ohne Mikrofon zu hören: Danach habe sie nicht gefragt.

Laschet bleibt erneut ruhig und meint: Er wird ja wohl noch antworten dürfen. Wieder wird er unterbrochen - auch der Moderator greift nun ein.

Als Schülerin in der ARD wieder unterbricht - fährt es aus Laschet heraus: „Nein, hören Sie auf“

Als die Schülerin wieder unterbricht, fährt es in der ARD-Sendung aus Laschet heraus: „Nein, hören Sie auf! Sie sind Klimaaktivistin und haben gerade drei Behauptungen aufgestellt, wo ich doch kurz mal entgegnen darf, dass die alle drei falsch waren.“

Daraufhin erklärt er erneut, dass seine Regierung den Hambacher Forst „gerettet“ habe - die Vorgänger hätten ihn roden wollen. Zudem habe er den Kohleausstieg mitverhandelt, der jetzt komme. „Und jetzt schalten wir Stück für Stück ab. Keiner vorher hat das gemacht“.

Dann richtet Laschet das Wort direkt an die Schülerin und meint: „Jetzt werden Sie sagen: Das geht mir zu langsam. Aber es geht wenigstens los“. In dieser Richtung müsse man nun weitermachen, so der Kanzlerkandidat. Man müsse die Energieform umstellen, den regenerativen Strom ausbauen und die Industrie umbauen. Das sieht Laschet als „größten Brocken“ und meint: „Wenn uns das gelingt, unter Erhalt der Arbeitsplätze, ein klimaneutrales Industrieland zu werden, dann haben wir viel geschafft“.

Doch die Frage nach den Sofortmaßnahmen ist damit natürlich immer noch nicht direkt beantwortet, moniert die Schülerin.

Laschet meint: Man müsse vor allem schneller werden in den Beschlüssen und hier auch teils parteiübergreifend handeln. Man brauche schnellere Plan und Genehmigungsverfahren: „Das dauert alles viel zu lange“.

Als Beispiel nennt er die Bahn. Wenn man weniger fliegen wolle, müsse man die Bahn ausbauen. Doch das müsse in Deutschland auch ausgebaut werden und dies dauere teils 25 Jahre. Ähnlich sei es bei den Stromtrassen. Dies wolle er möglichst bald nach der Wahl angehen, wenn man ihm denn die Chance dazu gebe. (rjs)

Rubriklistenbild: © Screenshot: ARD

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