+
Blick auf die Stadt Stanley auf den Falklandinseln vor der Küste Argentiniens. Foto: Felipe Trueba

Argentiniens Präsident erhebt Anspruch auf Falklandinseln

Seit Jahrzehnten beharken sich Argentinien und Großbritannien in einem Territorialstreit um die Falklandinseln. Am Jahrestag des Kriegsbeginns erhebt Staatschef Macri erneut Anspruch auf die Inseln. Dabei hatte London nach dessen Wahl auf moderatere Töne gehofft.

Buenos Aires (dpa) - Am Jahrestag des Falklandkrieges hat der argentinische Präsident Mauricio Macri den Anspruch seines Landes auf die umstrittene Inselgruppe im Südatlantik unterstrichen.

"Diese Inseln, mit denen wir so viele Erinnerungen verbinden, gehören uns", schrieb der Staatschef in einer Mitteilung auf Facebook. "Wir werden zurückkehren und dazu die Macht des Dialogs, der Wahrheit und der Gerechtigkeit nutzen."

Zuvor legte Macri Blumen am Kriegerdenkmal in Buenos Aires nieder. Argentinien hatte am 2. April 1982 eine Invasion auf den Falklandinseln gestartet, die seit 1833 unter britischer Verwaltung stehen. In dem gut zwei Monate langen Krieg kamen 649 Argentinier, 255 Briten und drei Inselbewohner ums Leben.

Vor wenigen Tagen hatte eine UN-Kommission die Hoheitsgewässer Argentiniens über die Falklandinseln hinaus erweitert. Die argentinische Regierung feierte die Entscheidung als entscheidenden Sieg in dem seit Jahrzehnten andauernden Territorialstreit um die Inselgruppe.

Diese Entscheidung bekräftige die Souveränitätsrechte des südamerikanischen Landes über die Falklandinseln, einer "politisch, wirtschaftlich und strategisch wichtigen Zone", sagte Außenministerin Susana Malcorra.

Die britische Regierung erklärte, das Urteil der UN-Kommission sei nicht bindend. 2013 hatten sich die Bewohner der Inselgruppe mit überwältigender Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen.

Nach der Wahl des liberalen Macri hoffte man in London eigentlich auf eine moderatere Falkland-Politik in Argentinien. Die linkspopulistische Ex-Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hatte mit dem emotionalen Thema immer wieder Stimmung gemacht. Neu entdeckte Öl- und Gasvorkommen vor den Inseln hatten den Konflikt zusätzlich befeuert.

Macri auf Facebook

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schulz fordert Atomwaffenabzug: Regierung reagiert zurückhaltend
Die Bundesregierung hat zurückhaltend auf die Forderung von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nach einem Abzug der in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen reagiert. …
Schulz fordert Atomwaffenabzug: Regierung reagiert zurückhaltend
Kommentar: Schulz gibt den Schröder
Der Martin-Schulz-Zug kommt einfach nicht in Fahrt. Jetzt probieren‘s die Genossen mit Donald Trump als Zugpferd. Ob‘s was hilft? Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur …
Kommentar: Schulz gibt den Schröder
Terror in Spanien: Attentäter mit Verbindungen ins Ausland
Die spanischen Sicherheitsbehörden versuchen, den Anschlägen von vergangener Woche auf den Grund zu gehen. Vieles deutet darauf hin, dass die Terroristen enge …
Terror in Spanien: Attentäter mit Verbindungen ins Ausland
EU-Bürgern mit Abschiebung gedroht: London entschuldigt sich
Etwa 3,2 Millionen EU-Bürger leben derzeit in Großbritannien. Sie brauchen dafür bislang keine besondere Erlaubnis. Das könnte sich nach dem geplanten Austritt des …
EU-Bürgern mit Abschiebung gedroht: London entschuldigt sich

Kommentare