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Fraktions-Chef, Minister oder Posten im Vatikan - Wie geht es für Laschet im Fall einer Niederlage weiter?

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Von: Katarina Amtmann

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Armin Laschet vor einem Plakat der CDU.
Wie geht es für CDU-Chef Armin Laschet im Falle einer Niederlage weiter? © Philipp von Ditfurth/dpa

Die Umfragen zur Bundestagswahl deuten ein Kopf-an-Kopf-Rennen an. Wie geht es mit Armin Laschet weiter, sollte der CDU-Chef verlieren? Es gibt mehrere Szenarien.

München - Am Sonntag (26. September*) wählen die Bürger im Rahmen der Bundestagswahl die Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Diese wiederum stimmen über den zukünftigen Kanzler oder die zukünftige Kanzlerin ab. Nach 16 Jahren tritt Angela Merkel nicht mehr an. Ihre Nachfolge entscheidet sich zwischen CDU-Chef Armin Laschet, Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen).

Am Freitag veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) eine Allensbach-Erhebung. Ergebnis der Umfrage*: Die CDU von Laschet liegt mit 25 Prozent nur noch einen Prozentpunkt hinter der SPD. Auch im Trendbarometer von RTL und ntv bleibt die SPD mit 25 Prozent stärkste Kraft, die Union lag in dieser Umfrage etwas deutlicher dahinter - bei 22 Prozent. Es bleibt trotzdem spannend. Doch sollten CDU/CSU verlieren, wie geht es dann für Armin Laschet weiter?

Bundestagswahl: Laschet will auch bei Niederlage nach Berlin

Bereits vor einiger Zeit hatte der CDU-Chef angekündigt, auch im Falle einer Niederlage nach Berlin zu wechseln. Eine Rückkehr in die Düsseldorfer Staatskanzlei als Regierungschef von Nordrhein-Westfalen hatte der 60-Jährige ausgeschlossen. Ob er im Falle einer Wahlniederlage allerdings Oppositionsführer im Bundestag werden wolle, hatte Laschet sich noch offengehalten. „Ich trete an, um die Wahl zu gewinnen“, stellte er gegenüber der FAZ klar. Doch erwartet den NRW-Ministerpräsidenten ein politisches Desaster, beispielsweise wenn er nicht mal als Abgeordneter in den Bundestag einzieht?

Armin Laschet: „Mein Platz ist nach der Bundestagswahl in Berlin“

Laschet verzichtet auf mögliches Direktmandat für das Parlament - mit Folgen?

Denn: Laschet steht in NRW auf CDU-Listenplatz eins. Er hatte auf ein mögliches Direktmandat für das deutsche Parlament verzichtet. Als Bundeskanzler müsste er auch nicht zwingend gleichzeitig gewählter Abgeordneter sein. Doch es gibt zwei Haken. Erstens: Wenn Laschet nicht Kanzler wird. Zweitens wird in Nordrhein-Westfalen die Landesliste der CDU wohl außen vorbleibt. Denn, die Partei dürfte wohl 37 der 64 Wahlkreise in NRW gewinnen - und damit würden keine Abgeordneten über die Landesliste nachrücken. Das schrieb das Berliner Beratungsunternehmen Johanssen + Kretschmer (JK) in einer Prognose zur Bundestagswahl 2021.

Die Listenplätze der Union werden dem Papier zufolge also nicht ihre übliche Wirkung entfalten. Wegen des hohen Anteils an gewonnenen Direktmandaten wird es reichlich Überhangmandate geben. Vielleicht mit der Folge, dass es ein Parlament ohne Laschet wird?

Im Fall einer Laschet-Niederlage: Wird er Fraktionsvorsitzender?

Schafft es die Union nicht in die Regierung, wäre der Fraktionsvorsitz im Bundestag wohl der wichtigste Posten innerhalb der Union. Laschet hatte sich offengelassen, ob die Rolle des Oppositionsführers für ihn in Frage kommt (siehe oben). Doch würde eine dezimierte CDU-Fraktion dafür überhaupt die Person wählen, die der Union nach 16 Jahren an der Macht, eine schmerzhafte Niederlage beschert hat? Die Tagesschau bezeichnet das als „fraglich.“ Mögliche Kandidaten für diese Position wären neben Friedrich Merz und Jens Spahn auch der aktuelle Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus.

Wie der Tagesspiegel schreibt, dürfte Laschet als Unions-Fraktionschef im Falle einer Niederlage kaum durchsetzbar sein, sollte es für die Union nur für die Opposition reichen.

(Scholz oder Laschet? Letzte Prognosen und erste Ergebnisse bekommen Sie in unserem Politik-Newsletter.)

Was passiert im Falle einer Wahlniederlage? Bleibt Laschet CDU-Chef?

„Es ist ganz klar, dass die CDU an der Schwelle steht, ihren Status als Volkspartei für immer zu verlieren“, sagte Parteienforscher Oskar Niedermayer der Zeitung. Und weiter: „Ich vermute, dass man einen neuen Parteivorsitzenden braucht, wenn Armin Laschet die Union in die Opposition führt.“

Im Falle einer Wahlniederlage: Wird Laschet Minister oder sogar Vizekanzler?

Ein Szenario wäre ein Ministeramt und möglicherweise sogar der Posten des Vizekanzlers, wie die Tagesschau berichtet. Allerdings nur, sollte es Laschet mit einem guten Ergebnis gelingen, die CDU als Juniorpartner in eine Koalition zu führen. Doch Platz zwei hinter der SPD wäre nach 16 Jahren an der Macht eine empfindliche Niederlage. Der Unmut in der Union könnte so groß werden und sich im Druck auf Laschet entladen, auf einen Eintritt in die Regierung zu verzichten, wie die Tagesschau weiter berichtet.

Wilde Spekulation um mögliche Wahlniederlage: Zieht sich Laschet in den Vatikan zurück?

Der WDR stellte kürzlich sogar eine wilde Spekulation in den Raum. Möglicherweise könnte sich Laschet nach einer Niederlage komplett aus der Politik zurückziehen und in den Vatikan gehen. Dorthin verschlug es bereits Bundesbildungsministerin Anette Schavan (CDU) als Botschafterin, nachdem sie ihr Amt aufgrund von Plagiaten verloren hatte. Lachet habe den Papst immerhin schon mehrfach besucht, zuletzt im September letzten Jahres. Außerdem war er bis 1994 Chefredakteur der KirchenZeitung. Ein Rückzug in den Vatikan wäre also möglicherweise eine Rückkehr zu seinen beruflichen Anfängen. (kam)

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