„Genug Impfdosenöffner bestellt?“

#laschetdenktnach: CDU-Chef denkt an Ostern über Corona-Maßnahmen nach - und erntet viel Spott bei Twitter

  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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Armin Laschet bekommt im Netz viel Spott ab für seine Ankündigung, über Ostern nachzudenken, wie die dritte Corona-Welle gebrochen werden kann.

Düsseldorf - Nachdenken bevor man redet und handelt. Das ist eigentlich eine weise Idee. Gerade in Krisenzeiten, in denen halbgare Überlegungen wie die „Osterruhe“ aus der Gipfel-Nacht schnell nach hinten losgehen können. Gleichzeitig müssen Regierungen bei rasant steigenden Corona-Infektionszahlen schnell aktiv werden. Zeit zum ewigen Nachdenken bleibt da kaum, zumal die Krisensituation nicht erst seit wenigen Tagen andauert.

CDU-Chef Armin Laschet wird nun bei Twitter verspottet, weil er ankündigte, über Ostern über weitere Maßnahmen nachzudenken, um die dritte Welle zu brechen. Mit ernsten Hintergedanken sagte er am Mittwochabend im ZDF-„heute journal“: „Deshalb müssen wir jetzt gemeinsam über die Ostertage nachdenken, was ist denn eine Ersatzmöglichkeit, wo können wir weitere Schutzmechanismen einführen, wo können wir das Leben herunterführen, darüber muss gesprochen werden. Es gibt nur noch nicht die Lösung, wenn sie mich fragen.“

Er bekam sogleich die Rückfrage gestellt, ob angesichts der stark steigenden Infektionszahlen noch die Zeit da sei, sich ein paar Tage Gedanken zu machen. „Nein, wir haben die Zeit nicht“, räumt der Ministerpräsident von NRW zwar ein, „aber wir haben an dem Beispiel Gründonnerstag/Karsamstag gesehen, dass, wenn man zu schnell was entscheidet, die Praktiker sagen: Es geht nicht.“ Deshalb sei es eben gut, dass man jetzt genau das überlege.

#laschetdenktnach: Armin Laschet bekommt auf Twitter einige ironisch Vorschläge, worüber er nachdenkt

Bei Twitter ergab sich daraus ein beliebter Hashtag: #laschetdenktnach. Nutzer posteten zahlreiche nachdenkliche Fotos von Laschet und schrieben darüber mögliche Gedanken, die sich Laschet derzeit machen könnte - zu den wildesten Themen. „Warum heißt Ostern bei uns in NRW nicht ‚Western‘?“, schreibt beispielsweise jemand. „Kann ein Glatzkopf eine Glückssträhne haben?“ oder „Wird das Internet leichter, wenn ich da was herunterlade?“, legen andere Laschet in den Mund. „Warum riechen Füße, während Nasen laufen?“, hofft jemand spaßeshalber zu erfahren. Doch auch Laschets Ambitionen, Kanzlerkandidat der Union zu werden, greift ein User auf: „Muss ich jetzt eigentlich grün wählen, um Kanzler zu werden?“ Zu seinem aktuellen Aufgabenfeld heißt es: „Was macht man als Ministerpräsident eigentlich beruflich?“

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (Archiv)

Der Gedanke, dass Laschet in dieser ernsten Corona-Lage erst einmal ein paar Tage nachdenkt, erzürnt einige. „Wieder ein Tag ohne Maßnahmen der Regierung verstrichen“, heißt es etwa. Über einem Screenshot mit der Online-Überschrift „Laschet will an Ostern nachdenken“ schreibt jemand: „Macht er einfach so selten, dass er es ankündigen muss.“

Einige glauben Laschet scheinbar gar nicht erst, dass er wirklich intensiv nachdenken wird. „April, April! Ich habe gar nicht nachgedacht!“ oder „Die glauben wirklich, ich würde nachdenken“, schreibt ein Nutzer zu einem Bild, auf dem Laschet lacht.

Armin Laschet erntet Spott im Netz: „Haben wir genug Impfdosenöffner bestellt?“

Corona selbst ist auch Thema bei den Gedankenspielen rund um Themen zu Nachdenken: „Wenn das doch ‚Covid-19‘ heißt, ist das dann in 2021 überhaupt noch gefährlich?“ „Kann man Infektionstreiber nicht einfach deinstallieren?“ „Haben wir genug Impfdosenöffner bestellt?“, fragen Twitter-Nutzer.

Auch der Satiriker Jan Böhmermann ist unter den Twitterern: „Mit jedem Tag, an dem Armin Laschet jetzt gerade nachdenkt, sterben in 3 bis 4 Wochen 1000 Menschen am Tag.“ Worauf Ruprecht Polenz, früherer CDU-Bundestagsabgeordneter, kommentierte: „ALLE MP und die Bundeskanzlerin wollen kurz NACH Ostern neue Maßnahmen treffen. Ich erwarte, dass sie bis dahin weiter nachdenken.“

Corona in Deutschland: CDU spricht von Impfoffensive ab Karfreitag - an Karsamstag

Einige User entdeckten außerdem einen Tweet CDU Deutschlands vom 3. April, 11.16 Uhr. Darin ein Foto von Laschet mit einem Auszug aus einem dpa-Interview offenbar der letzten Tage mit dem CDU-Chef: „Wir müssen eine Oster-Impfoffensive einleiten und rund um die Uhr von Karfreitag bis Ostermontag impfen. Das ist oberste Priorität in diesen Tagen.“ Eine Reaktion darauf: „Karsamstag fordern, dass man auch Karfreitag impfen soll. Das hat jetzt aber oberste Priorität.“ Jemand anderes fordert: „Denk weiter!“ Zwar gibt eine Nutzerin Laschet mit dem Statement recht, doch es reiche nicht: „Das stimmt. Allerdings ist das Impfen nicht unser Weg raus aus der dritten Welle, da akut nicht genug Impfstoff für alle da ist - welche sofortigen Maßnahmen sind dazu jetzt angedacht?“

Darauf muss Deutschland scheinbar bis nach den Ostertagen warten. Denn der Hintergrund all dieser Späße bleibt ernst. Laut einem Bild-Bericht konkretisiert das Kanzleramt weitere Corona-Pläne. (cibo)

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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