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Schonungslose Rede: Laschet spricht Handyverbot für CDUler aus - dann räumt er mit „Schäuble-Legende“ auf

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Von: Lena Bammert, Cindy Boden

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Am Samstagvormittag stellte sich CDU-Chef Laschet der Jungen Union. Er übernahm die Verantwortung für das „bittere Ergebnis“ bei der Bundestagswahl. News-Ticker.

Update vom 16. Oktober, 21.30 Uhr: Markus Söder steht in der Union zunehmend in der Kritik. Währenddessen stichelt der CSU-Chef ungebrochen gegen eine mögliche Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP.

Deutschlandtag der Jungen Union: CSU-Generalsekretär Markus Blume schwört auf Oppositionsarbeit ein

Update vom 16. Oktober, 17.15 Uhr: CSU-Generalsekretär Markus Blume hat die Union beim Deutschlandtag der Jungen Union auf eine starke Oppositionsarbeit eingeschworen. „Wir müssen jetzt die Realität anerkennen: Wir sind Opposition. Aber wir sind eine starke Opposition“, sagte Blume am Samstag im Münster vor gut 300 Delegierten. „Die Substanz der Union ist stark.“ Komme es zu einer Koalition von SPD, Grünen und FDP, werde die Union „ein starkes Stoppschild aufstellen“ bei falschen Entscheidungen einer neuen Ampel-Regierung. Die Oppositionsarbeit beginne mit dem Deutschlandtag in Münster.

Zu dem viel kritisierten Umgang der Spitzen von CDU und CSU untereinander räumte der Generalsekretär ein, es gebe unterschiedliche Temperamente - „manchmal zu viel Temperament“. Von CSU-Chef Markus Söder hatte es immer wieder Sticheleien gegen Unionskanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet gegeben. Söder hatte seine Teilnahme an der JU-Tagung kurzfristig abgesagt.

Deutschlandtag der Jungen Union: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiaknimmt Armin Laschet in Schutz

Update vom 16. Oktober, 16.50 Uhr: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat Mitverantwortung für das Debakel der Union bei der Bundestagswahl übernommen. Es ehre ihren Kanzlerkandidaten Armin Laschet und zeige dessen menschliche Größe, dass er die alleinige Verantwortung für den Absturz tragen wolle, sagte Ziemiak am Samstag in Münster beim Deutschlandtag der Union. Alle wüssten aber, dass zu solch einer krachenden Niederlage mehr gehöre als eine Einzelperson. Er bekenne sich auch dazu.

Die CDU habe in allen Bereichen verloren. Eine Ursache sei mangelndes Profil, bilanzierte der Generalsekretär. „Volkspartei heißt nicht Breite in Beliebigkeit.“ Eine Volkspartei brauche klare Antworten - zum Beispiel zu den Fragen Verbot des Verbrennungsmotors, Zukunft der Landwirtschaft, Mindestlohn, Migration. „Rumlabern hilft nicht, weil dann Kultur verloren geht“, sagte Ziemiak.

Am Vormittag hatte Laschet die alleinige Verantwortung für das miserable Abschneiden übernommen. „Wir haben ein bitteres Ergebnis erzielt“, sagte er. „Nichts lässt sich schön reden. Die Verantwortung trage ich als Vorsitzender und Kanzlerkandidat“, sagte Laschet. „Den Wahlkampf, die Kampagne habe ich zu verantworten und sonst niemand.“

Bei Besuch der Jungen Union: CDU-Mann Jens Spahn wird wegen Bundestagswahl deutlich

Update vom 16. Oktober, 12.50 Uhr: Auch Jens Spahn kam am Samstag nach Münster, um vor der Jungen Union das „beschissene Wahlergebnis“ und die entsprechende Lage aufzuarbeiten. Ein „Chapeau für die brutale Ehrlichkeit und Offenheit“ verteilte er erst einmal an Armin Laschet, der zuvor sprach (siehe vorherige Updates). Die Partei müsse nun tiefer in die Analyse gehen, wobei Spahn zwei Punkte aufgreift. Zum einen die „Zerrissenheit“ in der CDU. Ein „Unbehagen“ gebe es schon etwas länger. Deshalb findet es der CDU-Gesundheitsminister richtig, dass der Bundesvorstand den Weg frei für neue Wahlen macht. Die Partei müsse miteinander wieder eine „Kultur des Vertrauens“ aufbauen.

Und sie müsse bessere Debatten führen - „überhaupt mal wieder Debatten führen“. Ein Wort wolle er nie wieder hören und grenzt sich damit auch ein wenig von Kanzlerin Angela Merkel ab, der dieses Wort seit Jahren zugeschrieben wird: „Das ist alternativlos.“ Um ein „Schaulaufen“ der Kandidaten geht es indes in den Augen von Spahn bei diesem „Deutschlandtag“ der Jungen Union nicht. „Es geht um den Aufbau eines starken Teams.“

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht beim Deutschlandtag der Jungen Union.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht beim Deutschlandtag der Jungen Union. © Marcel Kusch/dpa

CDU-Chef Laschet: „Diese zehn Tage des Streits haben den Wahlkampf auch nicht befördert“

Update vom 16. Oktober, 11.30 Uhr: Nach seiner Rede bekommt Laschet noch ein paar Fragen von Mitgliedern der Jungen Union gestellt. Es ist gut angekommen, dass er Verantwortung für das Ergebnis der Bundestagswahl übernommen hat. Ein Mitglied bedankt sich für die klaren Worte. Doch jetzt müsse es schnell gehen und die Union dürfe sich nicht nur auf das Personal konzentrieren, sondern müsse auf Inhalte schauen, mahnen Mitglieder. Laschet spricht sich im Anschluss noch dafür aus, ein Gremium finden, dass sich mit der Wahl von Kanzlerkanzlerkandidaten beschäftigt. „Diese zehn Tage des Streits haben den Wahlkampf auch nicht befördert“, analysiert der CDU-Chef. 

Update vom 16. Oktober, 11.20 Uhr: Die Rede von Armin Laschet beim „Deutschlandtag“ ist beendet. Er räumte in vielerlei Hinsicht auf. Beispielsweise übernimmt er deutlich die Verantwortung für den Bundestagswahlkampf und das Ergebnis (siehe Update vom 16. Oktober, 10.40 Uhr). Die Erzählungen zur Rolle von Wolfgang Schäuble bei der Bestimmung des Kanzlerkandidaten nannte er eine „Legende“ (siehe Update vom 16. Oktober, 11.05 Uhr). Dass vor der Wahl immer wieder Informationen nach außen gestochen wurden - und auch bei Gesprächen mit anderen Parteien danach -, ärgerte Laschet (siehe Update vom 16. Oktober, 11 Uhr). Zudem äußerte er sich zu den „Ampel-Sondierungen“ und fand sogar manch lobende Worte (siehe Update vom 16. Oktober, 10.50 Uhr).

Laschet beim „Deutschlandtag“ der Jungen Union: „Wir müssen wieder zusammenstehen“

Update vom 16. Oktober, 11.10 Uhr: Armin Laschet spricht viel über Hendrik Wüst, der bald neuer Ministerpräsident in NRW werden soll - und lobt ihn. Außerdem müssten jetzt offen und ehrlich die Defizite benannt werden. „Aber dann auch zum Ergebnis kommen und dann die Landtagswahlkämpfer auch nicht vergessen.“ Im März und Mai stehen Wahlen an. „Wir müssen wieder zusammenstehen gegen den Rest des politischen Spektrums und nicht gegeneinander.“

Einem Antrag, den die Junge Union zur Aufarbeitung der Bundestagswahl vorgebracht hat, stimme Laschet „in nahezu allem“ zu. Sowohl was ihn betreffe, als auch die Analyse zum Wahlkampf. „Armin Laschet konnte die Herzen der Menschen leider nicht erreichen. Ganz im Gegenteil: Viele Wähler haben der Union wegen des Personalangebots die Stimme nicht gegeben“, steht in dem Antrag unter anderem (siehe Update vom 16. Oktober, 10.33 Uhr).

Update vom 16. Oktober, 11.05 Uhr: Laschet möchte noch mit der „Legende“ aufräumen, Wolfgang Schäuble habe entschieden, wer Kanzlerkandidat wurde. Die Mitglieder im Bundesvorstand wüssten, dies sei „grober Unfug“. Schäuble habe an einem Punkt zu einem Gespräch eingeladen. „Aber er war es nicht, der diese Kanzlerkandidatur geschrieben hat“, sagt Laschet. Schließlich sei Schäuble in anderen Wettbewerben auch Unterstützer von Friedrich Merz gewesen. Er lobt den Bundestagspräsidenten für seine Leistungen. Dass er jetzt als Abgeordneter weggedrängt werde, werde Laschet nicht dulden.

Er zollt Respekt gegenüber Annegret Kramp-Karrenbauer und Peter Altmaier, die ihre Listenmandate für den Bundestag zur Verfügung stellen, damit zwei junge Abgeordnete nachrücken können. Daraus aber abzuleiten, dass Ältere nun alle aus dem Bundestag müssten, „halte ich für falsch“, erklärt Laschet.

Update vom 16. Oktober, 11 Uhr: CDU-Chef Armin Laschet analysiert deutlich: Die Union müsse wieder geschlossen in den Wahlkampf gehen, um Wahlen zu gewinnen. Bezüglich der Findung des Kanzlerkandidaten regt dich Laschet darüber auf, dass die Sitzung des CDU-Bundesvorstandes im Live-Ticker mitgelesen werden konnte. Das „war schon der Beginn einer Schwächung im Wahlkampf“, attestiert Laschet. In Sitzungen fordere er nun, das Handy auf die Fensterbank zu legen. Wer es zückt, werde daran erinnert. „Solange ich CDU-Vorsitzender bin, gilt dieses Handyverbot und ich werde jedem danach das Gleiche empfehlen.“

Laschet spricht vor der Jungen Union: „Das war mal die Stärke der Union, und das muss in Zukunft wieder die Stärke der Union werden“

Update vom 16. Oktober, 10.55 Uhr: Bezüglich eines möglichen Mitgliederentscheids in der CDU verteidigt Laschet die Stellung des Parteitages. „Bundesparteitage sind immer noch ein gutes Instrumentarium“, das die Breite der Partei abdecke. Die SPD hat eine Mitgliederbefragung durchgeführt, aber auch dort war es kein Allheilmittel. Aber: „Die SPD hat gezeigt, wie man trotz Gegensätze Wahlkampf macht. Das war mal die Stärke der Union, und das muss in Zukunft wieder die Stärke der Union werden.“

Update vom 16. Oktober, 10.50 Uhr: Das Sondierungspapier der Ampel sei „in Ordnung“, hält Laschet beim „Deutschlandtag“ fest. Es sei manches dabei, was „wir auch mitmachen können“. Man dürfe nicht am ersten Tag sagen: „Alles ganz schrecklich“. Sondern: „Wir werden sie messen an den Taten, nicht an 12 Seiten Sondierungspapier“, sagt Laschet. Neben vielen guten Sachen sei in dem Papier auch vieles verklausuliert. „Mir ist vieles noch nicht klar, wie sie es auflösen.“ Da müsse die Union hinschauen.

Update vom 16. Oktober, 10.46 Uhr: Jetzt stehe die Union vor einem besonderen Punkt: Die Opposition droht. Etwas, das nach 16 Jahren Regierung viele JU-Mitglieder womöglich gar nicht bewusst kennen. Laschet fordert eine klare Fehleranalyse. Man sei aber kein „totaler Sanierungsfall“, sagt Laschet. Er schätze die Analysestärke von Merz (siehe Update vom 16. Oktober, 8.25 Uhr), aber man habe ein gutes Programm gehabt. Es komme jetzt darauf an, „nicht schrill zu werden, nicht plump zu werden“. Die CDU müsse „klug die Finger in die Wunde legen“, was die künftige Regierung falsch macht.

Laschet rechtfertigt auch seinen Auftritt am Wahlabend. Das Rennen um 18 Uhr war noch sehr eng zwischen SPD und Union. „Dann finde ich, wir sind in der Pflicht, alles zu tun, damit Gesprächsmöglichkeiten bestehen.“ Er hätte sich bei den Gesprächen mit anderen Parteien einen seriöseren Auftritt gewünscht, dass eben keine Details getwittert werden.

Laschet beim „Deutschlandtag“: „Wo immer ihr gebraucht wurdet, habt ihr gekämpft“

Update vom 16. Oktober, 10.43 Uhr: CDU-Chef Armin Laschet lobt die Hilfe der Jungen Union im Wahlkampf zur Bundestagswahl. „Wo immer ihr gebraucht wurdet, habt ihr gekämpft.“ Der Applaus vor Ort vor den Triellen sei Rückenwind gewesen. Laschet könne jetzt Sneaker tragen, witzelt er. „Ich bin stolz auf diese Junge Union.“

Update vom 16. Oktober, 10.40 Uhr: Jetzt spricht Armin Laschet und bedankt sich für die Einladung zum „Deutschlandtag“ bei der Jungen Union. Auch wenn er gern unter anderen Vorzeichen gekommen wäre, sagt Laschet. „Ein CDU-Vorsitzender muss bei der Jungen Union sein, in guten wie in schlechten Zeiten.“ Applaus für Laschet. „Wir haben ein bitteres Ergebnis erzielt“, sagt Laschet. „Die Verantwortung dafür trage ich“, stellt Laschet klar und erhält Applaus für diese Aussage. „Die Kampagne habe ich zu verantworten und sonst niemand“, fährt der CDU-Chef fort. „Und das muss auch jedem so klar sein“, fügt er an. Er spricht von „anstrengenden Tagen“.

Update vom 16. Oktober, 10.38 Uhr: „Du zeigst damit, dass du heute hier bist, dass du dich einer Diskussion stellst“, lobt Tilman Kuban, Vorsitzender der Jungen Union, CDU-Chef Armin Laschet unter Beifall. Er zeige einen „starken Charakter“ mit seiner Anwesenheit. „Wir wissen, dass du die Junge Union immer mit eingebunden hast in diesen Wahlkampf. Wir wissen, dass nicht immer alles rund gelaufen ist“, sagte Kuban weiter.

Update vom 16. Oktober, 10.35 Uhr: Armin Laschet hat in Münster die Bühne erreicht. Jetzt muss er sich vor dem Nachwuchs beweisen.

Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, geht weg, nachdem er ein Pressestatement zum Fortgang der Sondierungsgespräche im Konrad-Adenauer-Haus gegeben hat.
Es wird kein leichter Gang werden: Armin Laschet redet nach seiner Wahlniederlage auf dem Jahrestreffen der Jungen Union in Münster. © Michael Kappeler/dpa

„Deutschlandtag“ der Jungen Union: „Armin Laschet konnte die Herzen der Menschen leider nicht erreichen“

Update vom 16. Oktober, 10.33 Uhr: Noch steht CDU-Chef Armin Laschet nicht auf der Bühne des „Deutschlandtags“ der Jungen Union. Doch die JU ist nach dem historischen Desaster von CDU und CSU bei der Bundestagswahl hart mit ihren Mutterparteien ins Gericht gegangen. Zum Unionskanzlerkandidaten und CDU-Chef heißt es in einem Antrag des JU Bundesvorstands am Samstag: „Armin Laschet konnte die Herzen der Menschen leider nicht erreichen. Ganz im Gegenteil: Viele Wähler haben der Union wegen des Personalangebots die Stimme nicht gegeben.“

Der JU-Bundesvorstand kritisiert: „Eine solche Kandidatur ist aber keine One-Man-Show. Weder im Sieg noch in der Niederlage.“ Nur wenige im Bundeskabinett seien im Wahlkampf hilfreich gewesen, heißt es weiter in dem Papier „Neuanfang. Unser Plan für eine moderne Volkspartei“. Auch die Spitzen von CDU und CSU hätten „keine gute Figur abgegeben“. Die Analyse lautet: „Wir haben aus eigener Schwäche verloren, nicht wegen der Stärke der anderen.“

Hohe Erwartungen an Laschet-Rede: Gibt er eine klare Antwort, wie es mit der CDU weitergeht?

Update vom 16. Oktober, 10.25 Uhr: Als erster Redner des Tages soll gleich Armin Laschet vor der Jungen Union auftreten. Einige Mitglieder betonten im Vorfeld, dass sie gut fänden, dass sich der CDU-Chef der Debatte stellt. Dennoch gab es auch schon Kritik an ihm (siehe Erstmeldung). Die Erwartungen an seine Rede sind hoch: Anwesende sagten gegenüber Welt-TV, sie hofften auf eine klare Antwort, wie es nun weitergeht.

Kritik für Laschet Söder: „Deutschlandtag“ der JU rechnet ab - Debakel bei der Bundestagswahl aufarbeiten

Update vom 16. Oktober, 9.35 Uhr: Gegen die Unions-Parteivorsitzenden Armin Laschet und Markus Söder hagelte es bereits Kritik. Bei einem dreitägigen Treffen des Parteinachwuchses in Münster wird von den beiden zumindest Laschet erwartet (siehe Update vom 16. Oktober, 8.25 Uhr). Der „Deutschlandtag“ ist das höchste Gremium der Jungen Union Deutschlands. Zu dem jährlich stattfindenden Treffen kamen 318 Delegierte aus allen 18 Landes- und den Auslandsverbänden nach NRW.

„Deutschlandtag“ der Jungen Union: Laschet am Samstag erster Redner

Update vom 16. Oktober, 8.25 Uhr: CDU-Chef Armin Laschet wird gegen 10.30 Uhr eine Rede bei der Jungen Union halten. Im Vorfeld gab es vom Nachwuchs schon viel Kritik an ihm (siehe Erstmeldung). Beim Auftakt des „Deutschlandtags“ am Freitag hatte Friedrich Merz (CDU) ein dramatisches Bild der Union nach ihrer Wahlniederlage gezeichnet.

Er bezeichnete die Union als „insolvenzgefährdeten schweren Sanierungsfall“. Dabei forderte der ehemalige Unionsfraktionschef seine Partei auf, nicht Personalfragen in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die inhaltliche Aufstellung. „Wir sollten uns ausschließlich mit der Frage beschäftigen, wie kommen wir da wieder raus?“ Und weiter: „Die Union ist in den letzten Jahren in der Regierung denkfaul geworden.“ Mit Blick auf den möglichen Gang der Union in die Opposition sagte Merz: „Es steht uns eine lange, schwierige, herausfordernde Zeit des Arbeitens und Diskutierens bevor.“ Die CDU/CSU müssten sich inhaltlich schärfer profilieren und eine „Agenda 2025“ ausarbeiten - im Jahr 2025 stehen regulär die nächste Bundestagswahl an. „Es glaube keiner im Ernst, dass es ein Automatismus ist, dass wir diese Wahl gewinnen“, warnte Merz.

Laschet-Auftritt beim „Deutschlandtag“ der Jungen Union: Heftige Kritik im Vorfeld

Erstmeldung vom 16. Oktober: Münster - Schwer vorstellbar, dass Armin Laschet sich auf diesen Termin freut. Thema des dreitägigen „Deutschlandtags“ der Jungen Union ist die Aufarbeitung der Wahlniederlage. Die jährlich stattfindende Veranstaltung ist das höchste Gremium der Jungen Union. Am Samstagvormittag wird CDU-Chef Laschet eine Rede halten. Zuvor wurde bei der Eröffnung am Freitagabend mit dem Unionsvorsitzenden abgerechnet - und zwar vor großem Publikum. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP kamen 318 Delegierte aus allen 18 Landes- und Auslandsverbänden nach Münster.

Kritik der Jungen Union an Laschet und Söder: „Raus aus der alten Denke“

„Wer im Wahlkampf auftritt wie Armin Laschet, der sollte nach der Wahl nicht direkt den Anspruch erheben, Kanzler zu werden, sondern vor allen Dingen Verantwortung für das Ergebnis übernehmen“, sagte der Landesvorsitzende der Unions- Nachwuchsorganisation von Nordrhein-Westfalen, Johannes Winkel. Auch der Bundeschef der Jungen Union, Tilman Kuban, kündigte ein ehrliches Resümee der Wahlniederlage an. Die CDU müsse „raus aus der alten Denke“, damit die Union zukunftsorientiert auf den richtigen Kurs gebracht werden könne.

Eigentlich wurde auch CSU-Chef Markus Söder beim „Deutschlandtag“ der Jungen Union erwartet, doch der sagte kurzfristig ab – für eine CSU-Basisveranstaltung in Bayern. Kritisiert wurde er nicht nur deswegen. „Wer im Wahlkampf so nachtritt wie Markus Söder, der sollte nach der Wahl nicht über Stilfragen reden, sondern zur Beichte gehen“, so Winkel. Der Landeschef forderte außerdem, Laschets Nachfolger als CDU-Chef per Mitgliederbefragung bestimmen zu lassen. Die CDU-Gremien befänden sich für eine derartige Aufgabe zu sehr „in einer Vertrauenskrise“.

Weitere Redner am Samstag sind CDU-Vizechef Jens Spahn sowie die Generalsekretäre von CDU und CSU, Paul Ziemiak und Markus Blume. (AFP/leb)

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