Bei Maaßen-Thema weicht Laschet aus

Armin Laschet im ZDF-Sommerinterview: „Ich bin gegen eine Impfpflicht“

  • Kathrin Reikowski
    VonKathrin Reikowski
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Armin Laschet (CDU) versuchte im ZDF-Sommerinterview, seine bei der Flutkatastrophe verlorenen Vertrauenspunkte wiedergutzumachen. Neben Steuern war auch Söder Thema.

Update vom 25. Juni, 20.14 Uhr: In den sozialen Medien wird Armin Laschet dafür kritisiert, zu unkonkret auf Fragen geantwortet zu haben. Obwohl die Themen Klimakrise und steigende Inzidenzen klare Antworten erfordern, habe sich Laschet zu abwartend gezeigt: „Steuersenkungen? Schauen wir mal, wie die Lage ist! Impfpflicht? Bin nicht dafür, aber wir schauen mal im Herbst. Maaßen? Sag ich nix dazu. Thüringen? War doch nicht schlimm“, schreibt ein User auf Twitter.

Update vom 25. Juni, 19.28 Uhr: Laschet lehnt eine Impflicht ab (siehe Erstmeldung, 17.22 Uhr). Der richtige Ort, um über neue Kennzahlen zu diskutieren, sei die Ministerpräsidentenkonferenz. Wie schnell das passieren muss, müsse man in der nächsten Zeit sehen. Mit einem Appell für kreative Aktionen zur Steigerung der Impfquote endet das Sommerinterview mit Laschet. Am kommenden Sonntag wird Markus Söder (CSU) im ZDF Rede und Antwort stehen.

Laschet im Sommerinterview zu Hans-Georg Maaßen (CDU), Steuerpolitik und Markus Söder (CSU)

Update vom 25. Juni, 19.25 Uhr: Sollen Wählerinnen und Wähler Hans-Georg Maaßen wählen, der immer wieder mit stark umstrittenen Äußerungen auffällt? Laschet reagiert ausweichend:. „Ich gebe keine Empfehlung für alle Wahlkreise“, sagte er..

Auf die Frage, ob er sich wünsche, dass der CDU-Bundestagskandidat Hans-Georg Maaßen nicht zum Direktkandidaten gewählt worden wäre, sagte er lediglich: „Unser Recht sieht es so vor, dass im Wahlkreis selbst entschieden wird, wer der Kandidat ist. Und ich finde, das muss man respektieren, auch wenn man viele Positionen nicht teilt.“

Update vom 25. Juni, 19.23 Uhr: „Wenn wir das alles schaffen, was wir uns vornehmen, können wir Steuersenkungen machen“, fasst Laschet seine Pläne zur Steuerpolitik zusammen. Zunächst müsse man aber zu nachhaltigem Wachstum kommen.

Update vom 25. Juni, 19.19 Uhr: Auch angesprochen auf Sticheleien von Markus Söder (CSU) lässt sich Armin Laschet (CDU) nicht aus der Reserve locken. Söder hatte das Wahlkampftempo indirekt als „Schlafwagentempo“ bezeichnet. Laschet beschreibt sein Verhältnis zu Söder als gut.

Update vom 25. Juni, 19.10 Uhr: Hat Laschet Schwächen, wollte ZDF-Journalist Theo Koll zu Beginn des Interviews wissen. Angela Merkel habe dem Kandidaten attestiert, dass er „viele Qualifikationen“ habe. Laschet antwortet souverän: „Das sind schon große Fußstapfen, die Angela Merkel hinterlässt. Aber ich erinnere mich an ihre Anfangszeit, da hat sie auch noch manches lernen müssen.“ Bei sich selbst sieht er

Auch im Sommerinterview wird Laschet nicht erklären, was genau ihn im Hochwassergebiet während der Rede Steinmeiers zum Lachen gebracht hat: „Ich war den ganzen Tag rund um die Uhr unterwegs und habe in dem Moment den Bundespräsidenten nicht gehört. Mehr kann ich dazu nicht sagen“, sagte Laschet.

Erstmeldung vom 25. Juni 2021, 17.22 Uhr:

Berlin - Der Wahlkampf 2021 ist alles andere als überschau- und vorhersehbar. Verheerende Unwetter und lauter werdende Rufe nach Klima- und Umweltschutz, eine sich möglicherweise aufbauende vierte Corona-Welle und gleichzeitig nachlassende Impfeuphorie: Der Wahlkampf zur Bundestagswahl ist kein Wahlkampf., für den man alte Themen aus der Schublade ziehen könnte. Mit Spannung erwartet werden Armin Laschets Aussagen im ZDF-Sommerinterview zu den Themen, die sich vor der Wahl im September aufstauen.

Nach Aussagen zur Unwetterkatastrophe hatten Wählerinnen und Wähler Laschet zuletzt nicht zugetraut, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ob sich das auf das Verhalten der Wählerinnen und Wähler auswirken wird, bleibt allerdings abzuwarten. Das Interview wurde vorab aufgezeichnet und wird ab 19.10 Uhr im ZDF übertragen. Einige Aussagen Laschets liegen der dpa bereits vor.

Armin Laschet im ZDF-Sommerinterview: „Ich halte nichts von einer Impflicht“

Wie geht es weiter, wenn sich immer weniger Menschen in Deutschland impfen lassen wollen? „Ich halte nichts von einer Impfpflicht und halte auch nichts davon, auf Menschen indirekt Druck zu machen, dass sie sich impfen lassen sollen“, sagt Laschet (CDU) laut dpa im Interview. „Freiheitsrechte müssen für alle gelten, wenn man keine Impfpflicht will.“

Statt auf Impfzwang will Laschet demnach auf kreative Impfangebote, etwa bei Sport- und Kulturveranstaltungen. Das übergeordnete Ziel sei die Bekämpfung der Pandemie, sodass „alle Freiheits- und Grundrechte wieder in Kraft gesetzt werden“. Dafür sei eine hohe Impfquote wichtig. Es müsse alles dafür getan werden, mehr Menschen zu überzeugen, sich impfen zu lassen.

„Steuersenkungen müssen finanzierbar sein“ - Armin Laschet im ZDF-Sommerinterview

Zu Steuersenkungen äußerte sich Laschet eher zurückhaltend: „Wir wollen stabile Staatsfinanzen und keine
unseriösen Versprechen“, sagte er. Es sei nicht seriös, flächendeckende Steuersenkungen zu versprechen. Auch untere und mittlere Einkommen könnten nur entlastet werden, wenn das finanzierbar sei. Allerdings sprach er sich klar gegen Steuererhöhungen aus: Das „wäre jetzt wirklich Gift für Innovationen, für die Wirtschaft und für neue Arbeitsplätze.“

Das Unions-Wahlprogramm sieht derzeit allerdings unter anderem die Abschaffung des Solidaritätszuschlags auch für die oberen zehn Prozent und eine Entlastung von Familien vor. „Alles nach Finanzlage“, betonte Laschet laut dpa.

Laschet im ZDF-Sommerinterview zum Kohleausstieg: Durch den CO2-Preis wird sich ein schnellerer Ausstieg ergeben

„Ich finde, Politik muss verlässlich sein“, sagte Laschet im ZDF-Sommerinterview. Er sei der Meinung, dass man beim verabredeten Zeitplan vom Kohleausstieg bis 2038 bleiben solle - anders als sein Amtskollege Markus Söder (CSU). Die Unwetterkatastrophe in NRW hatte Bilder produziert, die den Klimawandel greifbarer machen und eine neue Debatte um Klimaschutz angeschoben.

Alleine durch den CO2-Preis werde sich allerdings ein schnellerer Ausstieg ergeben - so seine persönliche Einschätzung. Sein Bundesland Nordrhein-Westfalen könne es jedenfalls schaffen, bis 2030 vollständig aus der Kohle auszusteigen, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident im ZDF. (dpa/kat)

Rubriklistenbild: ©  Marius Becker/ZDF/dpa

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