„Bei Laschet nicht unbedingt immer der Fall“

Laschet-Eklat: CDU-Kanzlerkandidat hat auch abgeschrieben - Kopierter Autor mit Seitenhieb

  • Marc Dimitriu
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Die nächste Plagiats-Affäre trübt den Wahlkampf: Auch CDU-Kanzlerkandidat Laschet hat abgeschrieben. Jetzt entschuldigt er sich.

Update vom 30. Juli, 13.50 Uhr: Der Autor Karsten Weitzenegger, von dem Armin Laschet abgeschrieben hatte, reagierte gelassen auf das Plagiat. Er habe sich nicht vorstellen können, dass Laschet bei seiner heutigen Einstellung bei ihm abgeschrieben habe, sagte der als Berater in der Entwicklungshilfe tätige Weitzenegger dem Portal t-online: „Aber es ist begrüßenswert, wenn die Politik auf die Wissenschaft schaut, das ist ja auch bei Herrn Laschet nicht unbedingt immer der Fall.“

Weitzenegger hob auch hervor, dass ihm die Aufregung um Plagiate von Politikern zu groß sei. Das gelte sowohl für den Fall von Laschet, aber auch bei Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

Auch Laschet hat abgeschrieben: CDU-Kanzlerkandidat gibt Fehler in eigenem Buch zu

Erstmeldung vom 30. Juli 2021:

Berlin - Beim Wahlkampf um die Bundestagswahl 2021 bekleckern sich die Kanzlerkandidaten nicht mit Ruhm. Nachdem die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock wegen der Plagiats-Äffäre um ihr Buch viel Zustimmung verloren hat, droht Armin Laschet nun dasselbe Szenario. Die scharfen Attacken der CDU gegen die Grüne sind somit nicht gut gealtert, denn der Unions-Kanzlerkandidat hat nun ebenfalls Fehler in seinem Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ aus dem Jahr 2009 eingeräumt.

Plagiats-Affäre: Auch Laschet hat abgeschrieben - CDU-Kanzlerkandidat entschuldigt sich

Laschet entschuldigte sich dafür gegenüber der dpa: „Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt. Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, werde ich unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlassen.“

In dem Buch gebe es offenkundig Fehler, die er verantworte, erklärte Laschet. „Dafür möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten, denn sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren.“ Auf Twitter war zuvor ein Hinweis auf mögliche Parallelen zwischen einer Passage aus Laschets Buch und einer anderen Veröffentlichung öffentlich. Der kopierte Autor Karsten Weitzenegger tweetete selbst, dass ihn ein Plagiatsjäger darauf aufmerksam gemacht hatte.

Laschet hatte in den vergangenen Wochen immer wieder mit Skandalen zu kämpfen. Zum einen grenzte er sich nicht deutlich von rechten Parteimitgliedern ab und stimmte der AfD in umstrittenen Aussagen zu. Dann folgte seine Entgleisung im Katastrophengebiet nach dem Hochwasser, als er im Hintergrund lachte, während Bundespräsident Steinmeier den Opfern in einem Interview Trost spendete.

Plagiats-Affäre um Laschet: Auf Twitter wurden Parallelen mit anderer Publikation öffentlich

In seinem Buch forderte Laschet eine „dritte deutsche Einheit“. Das Buch habe er in seiner damaligen Funktion als nordrhein-westfälischer Integrationsminister verfasst, erklärte der NRW-Ministerpräsident. „Es ist ein Debattenbeitrag und er diente dazu, die Arbeit des ersten Integrationsministeriums Deutschlands darzustellen und für eine neue Integrationspolitik bundesweit zu werben. Dementsprechend wurde für das Buch auch auf Ausarbeitungen des Ministeriums Rückgriff genommen.“ Dies gehe aus dem Literaturverzeichnis und der Danksagung hervor.

Der Reinerlös des Buchs sei offenbar an das Integrationsprojekt „Coach e.V.“ gespendet worden, das eng mit der Arbeit des Ministeriums verbunden gewesen sei, was seit 2009 bekannt sei. (md mit dpa)

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/photothek/dpa/IMAGO

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