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Die CSU im Raum Aschaffenburg ist entsetzt über eine Predigt. In der Kirchengemeinde gibt es aber auch andere Stimmen. 

Bei einer Erstkommunion

Bayerischer Pfarrer predigt gegen Söder - CSU findet es „skandalös“

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Die Messe zur Erstkommunion im Aschaffenburger Stadtteil Schweinheim soll ein Pastor zur Abrechnung mit der Politik von Ministerpräsident Söder ausgenutzt haben. 

Aschaffenburg - Wie das Portal infranken.de berichtet, wetterte der Pfarrer gegen den Kreuz-Erlass, nach dem in allen bayerischen Behörden ab dem 1. Juni Kruzifixe hängen müssen. Im Mitteilungsblatt der Gemeinde sei nun ein offener Brief abgedruckt worden, der unter anderem von der CSU-Landtagsabgeordneten Judith Gerlach sowie drei weiteren CSU-Mitgliedern unterzeichnet wurde. 

Darin wird dem Pfarrer vorgeworfen, dass sein Verhalten im Gottesdienst „skandalös“ gewesen sei. Der Geistliche habe sich „ins Alberne“ verstiegen und den Ministerpräsidenten auch persönlich beleidigt, indem er eine Karikatur "des kopfüber ans Kreuz gehängten Ministerpräsidenten" gezeigt habe.

Ein Gottesdienstbesucher, der frühere Mittelschuldirektor Theo Ostheimer, sei sogar während der Predigt aufgestanden und habe den Pfarrer aufgerufen: „Kommen Sie bitte zum Punkt!“ Das erzählte Ostheimer dem „Main-Echo“. Er habe eine Unruhe in der Kirche wahrgenommen und nach seiner Intervention viel Applaus erhalten. 

„Erstkommunion-Gottesdienst als Forum missbraucht“

Nun hat sich auch Justizminister Winfried Bausback eingeschaltet. Auf Facebook schrieb der CSU-Politiker aus Aschaffenburg: "Was ich als katholischer Christ allerdings nicht verstehe, ist, wenn ein Priester sogar einen Erstkommunion-Gottesdienst als Forum missbraucht, um aus meiner Sicht in reißerischer und völlig unangemessener Art und Weise seine ablehnende Meinung auszudrücken."

Eine Brezel hing am Kreuz - nicht Söder

Drei Mitglieder des Gemeindegremiums antworteten auf die CSU-Kritik ebenfalls mit einem Offenen Brief im Mitteilungsblatt. Auch gegenüber dem „Main-Echo“ nahmen sie Stellung. Die Predigt sei „zugegebenermaßen recht forsch“ gewesen, habe aber theologisch in Schwarze getroffen. Es stimme, dass es den Zwischenruf von Ostheimer gab, jedoch habe ein anderer Gottesdienst-Besucher daraufhin gerufen: „Lassen Sie den Pfarrer reden“ und auch dieser habe dafür Applaus erhalten. 

Der katholische Geistliche habe Söder außerdem nicht persönlich verunglimpft, noch parteipolitisch argumentiert. „Es ging ihm alleine darum, sehr deutlich auf die Gefahr hinzuweisen, die mit einer Instrumentalisierung des Kreuzes einhergeht“, so einer der befragten Gremiumsmitglieder gegenüber dem „Main-Echo“.

Auch dass ein Bild Söders an einem Kreuz aufgehängt worden sei, stimme nicht. „Aufgehängt am Kreuz war lediglich eine Brezel“, erklärt ein weiteres Gremiumsmitglied. „Sie hing an einem um das Kreuz gewickelte blauen Band. Der rechte Flügel des Kreuzes war mit einem weißblauen Papierstreifen verlängert und ganz unten am Schaft des Vortragekreuzes klebte ein aus der Zeitung ausgeschnittenes kleines Foto von Söder, der von unten nach oben zur Brezel aufschaut.“

Auf Anfrage von infranken.de wollte sich der Pfarrer nicht zu den Vorwürfen äußern. Das Pfarrbüro der Kirchengemeinde teilte mit, dass er nicht für eine Stellungnahme erreichbar sei. 

Während der Kreuz-Erlass schon in der kommenden Woche in Bayern gilt, sind noch viele Fragen zur genauen Umsetzung offen

mag

Bald keiner mehr rein?

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