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Baschar al-Assad

Er lädt Berlin als Vermittler ein

Assad streitet Giftgasangriffe ab

Berlin - Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat in einem Interview mit einem Nachrichtenmagazin erneut Giftgasangriffe auf Zivilisten und die bewaffnete Opposition bestritten.

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat in einem Interview mit dem „Spiegel“ erneut Giftgasangriffe auf Zivilisten und die bewaffnete Opposition bestritten. Zugleich zeigte er sich auf eine entsprechende Frage des Nachrichtenmagazins offen für eine mögliche Vermittlerrolle Deutschlands.

„Ich würde mich freuen, wenn Gesandte aus Deutschland nach Damaskus kämen, um mit uns über die wahren Verhältnisse zu sprechen (...) Sie können dann hier Überzeugungsarbeit leisten“, sagte Assad. „Wenn sie mit uns reden, heißt das nicht, dass sie unsere Regierung unterstützen.“ Deutschland und Österreich hätten „noch den objektivsten Blick“ auf die Geschehnisse in der Region.

„Wenn ihr jedoch denkt, ihr müsstet uns isolieren, dann sage ich nur: Damit isoliert ihr euch selbst - und zwar von der Wirklichkeit. Hier geht es auch um eure Interessen“, betonte der syrische Machthaber im „Spiegel“-Interview. „Was habt ihr davon, wenn sich in eurem Hinterhof Al-Kaida tummelt, wenn ihr hier bei uns Instabilität unterstützt? Nach zweieinhalb Jahren solltet ihr eure Politik überdenken.“

Über den Chemiewaffeneinsatz vom 21. August sagte Assad: „Wir haben keine Chemiewaffen eingesetzt. Das ist falsch. Und das Bild, das Sie von mir zeichnen, von einem, der sein eigenes Volk umbringt, ist es auch.“ Zum Bericht der UN-Inspekteure über einen Giftgasangriff an dem Tag sagte der syrische Präsident: „Keiner kann mit Bestimmtheit sagen, dass Raketen verwandt wurden.“ Stattdessen warf er den Rebellen erneut vor, selbst Sarin eingesetzt zu haben. Er betonte die Bereitschaft der syrischen Behörden, mit ausländischen Chemiewaffenexperten zusammenzuarbeiten. „Wir sind transparent, die Experten dürfen zu jeder Anlage gehen. Sie werden alle Daten von uns bekommen.“ Ein Expertenteam der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hält sich seit Montag in dem Bürgerkriegsland auf. Nach Schätzungen verfügt das Assad-Regime über rund 1000 Tonnen Chemiewaffen. Mitte 2014 soll das Land nach einem Beschluss des UN-Sicherheitsrates chemiewaffenfrei sein.

dpa

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