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Befreit? Die syrische Fahne wehr auf dem Balkon eines Hauses in Aleppo.

Rebellen ziehen ab

Assad verkündet vollständige „Befreiung“ Aleppos

Aleppo - Es ist ein Sieg in einem Kampf, der eine Stadt zugrunde gerichtet hat: Laut Syriens Machthaber Baschar al-Assad haben die Regierungstruppen das so lange umkämpfte Aleppo „befreit“. 

Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

Assad sprach in einem am Donnerstag im Internet veröffentlichten Video von einer "Befreiung" der Stadt - die syrischen Regierungstruppen hätten "Geschichte geschrieben". Zuvor hatten Assads Streitkräfte und ihre Verbündeten weitgehend die von den Rebellen gehaltenen Stadtviertel eingenommen. Die ersten Rebellen waren nach jahrelangen Kämpfen am Donnerstag aus der Stadt abgezogen und mit Bussen ins Umland von Aleppo transportiert worden. Die Kämpfer hatten sich mit der Führung in Damaskus auf einen Abzug geeinigt. "Mit der Befreiung von Aleppo kann man sagen, dass die Situation sich geändert hat, nicht nur für Syrien, nicht nur für die Region, sondern für die ganze Welt", sagte Assad in dem offenbar mit einem Smartphone aufgenommenen Video. Mit dem Beginn der Evakuierung gebe es ein "Vorher" und ein "Nachher".

Unterdessen geht die menschliche Tragödie in Aleppo weiter; Der Bürgermeister des Ostteils der Stadt appellierte in Brüssel in einem beispiellosen Akt direkt an die EU-Chefs.  Mehr als 50.000 Zivilisten seien in Gefahr, es müsse sichergestellt werden, dass sie die Stadt verlassen könnten, sagte Kommunalpolitiker Brita Hagi Hasan am Donnerstag am Rande des Treffens der EU-Chefs in Brüssel. „Sie sind kurz davor massakriert zu werden“, so Hasan.

Zivilisten droht der Kältetod

Auch Hilfsorganisationen berichten Dramatisches und riefen zu Spenden auf: Rund 70.000 Menschen würden im Zuge der Evakuierung aus der Stadt gebracht, teilten insgesamt 17 Organisationen am Donnerstag vor Journalisten in der türkischen Stadt Gaziantep mit. „Die Menschen verlassen Aleppo mit nichts“, warnte Mohammed Katub von Syrian American Medical Society (SAMS). „Der Winter ist sehr kalt und wir rechnen damit, dass Menschen durch das kalte Wetter sterben.“ Es gebe 400 bis 500 Fälle, die dringend im Krankenhaus behandelt werden müssten, erklärte Wail al-Ras von der Union of Relief and Medical Care Organizations (UOSSM). Zugleich werde eine große Zahl an Menschen erwartet, die medizinische Versorgung brauchten.

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AFP/dpa

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