Nach EMA-Entscheidung

Astrazeneca: Deutschland setzt Impfungen fort - Spahn nennt Starttermin

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Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat eine Entscheidung zum Corona-Impfstoff von Astrazeneca getroffen. Ab Freitag soll in Deutschland wieder mit dem Vakzin geimpft werden.

Update vom 18. März, 20.16 Uhr: Die Pressekonferenz in Berlin ist beendet. Ab Freitag könne laut Gesundheitsminister Jens Spahn wieder mit Astrazeneca geimpft werden.

Update vom 18. März, 20.14 Uhr: Spahn beteuert, in Deutschland seien in den letzten Tagen nur Impftermine mit Astrazeneca abgesagt worden. Zudem gelinge es Deutschland wie auch anderen Ländern, den Stopp durch zusätzlichen Impfstoff wie etwa von Biontech/Pfizer aufzufangen.

Update vom 18. März, 20.12 Uhr: Nun stellt sich Spahn noch einmal den Fragen der anwesenden Presse. Was bedeutet der zwischenzeitliche Astrazeneca-Stopp für die deutsche Impfstrategie? „In den letzten vier Tagen ist weniger geimpft worden“, so Spahn, der noch einmal bekräftigt, eine „notwendige“ Entscheidung getroffen zu haben. „Nun gilt es, diese vier Tage wieder aufzuholen.“

Update vom 18. März, 20.11 Uhr: Cichutek betont, dass nach wie vor unklar sei, ob die Fälle von Hirnvenenthrombosen ursächlich mit dem Impfstoff in Zusammenhang zu bringen sind.

Update vom 18. März, 20.10 Uhr: Cichutek sagt, in Deutschland habe es bis Donnerstagmittag zwölf Fälle von Sinusvenenthrombosen bei Frauen gegeben, die alle unter 55 Jahre alt waren. Zwei davon seien daran gestorben. Einen weiteren tödlichen Verlauf habe es bei einem Mann gegeben.

Update vom 18. März, 20.09 Uhr: Nun spricht Klaus Cichutek, der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Er verweist nochmals auf die aufgetretenen Nebenwirkungen bei Astrazeneca und erklärt, die Entscheidung der EMA mitzutragen. „Insgesamt kann man sagen, dass damit die Information für die Impfwilligen da ist. Es ist klargestellt, es handelt sich um ein sehr seltenes Ereignis, und es ist klargestellt, dass insofern die Impfungen weiterhin ein positives Nutzen-Risiko-Profil tragen und weitergeimpft werden kann.“ Der Nutzen überwiege klar den Risiken. Cichutek betont, dass nach wie vor unklar sei, ob die Fälle von Hirnvenenthrombosen ursächlich mit dem Impfstoff in Zusammenhang zu bringen sind.

Astrazeneca: Impfungen in Deutschland sollen am Freitag wieder aufgenommen werden

Update vom 18. März, 20.07 Uhr: Schon ab Freitag soll in Deutschland wieder mit Astrazeneca geimpft werden. „Das ist ein wichtiges, gemeinsames Zeichen“, so der Gesundheitsminister. „Die Kampagne muss jetzt zügig weitergehen.“

Update vom 18. März, 20.05 Uhr: Zudem bestehe gegenüber den Menschen im Land, die sich impfen lassen wollen, eine gewisse „Vorsorgepflicht“. Sie müssten nun auch umfangend aufgeklärt werden. Die Entscheidung, das Impfen mit dem Vakzin zu stoppen, sei Spahn dennoch nicht leicht gefallen. Es gehe aber immer um eine „Abwägung von Nutzen und Risiko“ bei Impfstoffen.

Update vom 18. März, 20.03 Uhr: Spahn sieht in den Einschätzungen der EMA „eine gute Entscheidung“. Es sei „richtig“ gewesen, die Impfungen vorerst zu stoppen. „Uns bestätigt die Analyse der EMA in unserem Vorgehen“. Denn „Ärztinnen und Ärzte ohne diese Einschätzung der Impfung weiter impfen zu lassen, wäre unverantwortlich gewesen“, sagte der Gesundheitsminister.

Update vom 18. März, 19.58 Uhr: Nun also doch: In wenigen Minuten werden sich Jens Spahn und Klaus Cichutek zur Einschätzung der EMA äußern. Wir halten Sie in diesem Text zu allen wichtigen Aussagen auf dem Laufenden

Update vom 18. März, 18.41 Uhr: Tritt Gesundheitsminister Jens Spahn heute noch mal vor die Kamera? Ein Statement am frühen Abend wurde abgesagt. Der Sender ntv berichtet, Spahn wolle sich im Laufe des Abends noch äußern, zurzeit ist aber kein konkreter Zeitpunkt bekannt. Aber erste Städte und Minister melden sich zu Wort, dass sie bald wieder mit Astrazeneca impfen wollen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) etwa möchte nach der positiven Bewertung durch die EMA das Impfen mit dem Vakzin so schnell wie möglich wieder aufnehmen. „Wichtig ist, dass nun auch der Bund umgehend grünes Licht gibt und wir wieder Impftermine mit Astrazeneca vergeben können. Wir wollen den Hebel in Bayern schnell wieder umlegen und Astrazeneca so rasch wie möglich wieder einsetzen“, sagte er.

Die EMA hatte zuvor die Sicherheit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca erneut bestätigt. Allerdings werde eine extra Warnung hinzugefügt vor möglichen seltenen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen, hieß es nach einer Sondersitzung des Sicherheitsausschusses.

Und auch die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf will schon am Freitag wieder mit Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca beginnen - man rechne mit einem Erlass des Bundesgesundheitsministeriums für die Freigabe des Vakzins noch am Donnerstagabend. Das sagte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) am Donnerstagnachmittag in der Sitzung des Stadtrats. Auch der Kreis Viersen hatte zuvor angekündigt, ebenfalls ab Freitagmorgen um 8 Uhr wieder mit Astrazeneca zu impfen. Andere Kreise und Städte wollen noch abwarten.

Hinweis der Redaktion

Aufgrund von Berichten der Nachrichtenagentur dpa stand in einer früheren Version des Artikels fälschlicherweise, dass Düsseldorf auch ohne offiziellen Erlass des Bundesgesundheitsministeriums plane, ab Freitag wieder zu impfen. Diese Information haben wir korrigiert. Wir bitten um Entschuldigung.

Entscheidung zu Astrazeneca-Impfstoff: Spahn-PK vorerst abgesagt

Update vom 18. März, 17.59 Uhr: Nun ist auch die Pressekonferenz mit Jens Spahn und Klaus Cichutek kurzfristig abgesagt worden. Im Bundeskanzleramt waren bereits zahlreiche Kameras aufgebaut und der Gesundheitsminister sowie auch die Kanzlerin erwartet worden. Weshalb Merkel und Spahn nicht vor die Presse getreten sind, ist unklar. Am Freitag steht nun der Impfgipfel auf dem Programm. Spätestens dann werden sich Merkel und Spahn zu den neuesten Entwicklungen äußern. Es gilt allerdings als sicher, dass sich die Bundesregierung der EMA-Empfehlung anschließen wird. Damit könnte in Deutschland schon bald wieder mit Astrazeneca geimpft werden.

Jens Spahn wollte sich eigentlich nach dem Statement der EMA im Berlin zu Wort melden.

Update vom 18. März, 17.35 Uhr: Das Pressestatement von Angela Merkel ist kurzfristig abgesagt worden. Warum sich die Kanzlerin nicht zur Entscheidung der EMA äußern wird, ist unklar. Gesundheitsminister Jens Spahn soll allerdings schon bald Rede und Antwort stehen. Ebenfalls sprechen soll zudem Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts.

Update vom 18. März, 17.12 Uhr: Die Entscheidung ist gefallen. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat soeben grünes Licht für die Impfung mit Astrazeneca gegeben. Die EMA sieht kein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel durch eine Astrazeneca-Impfung. Es werde aber eine extra Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen.

In Kürze werden sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn zu der Entscheidung äußern.

EMA-Entscheidung zu Astrazeneca: Bundesregierung wartet gespannt auf Einschätzung 

Erstmeldung: Brüssel - Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) berät aktuell über den Impfstoff Astrazeneca. Am heutigen Donnerstag (18.03.) soll die EU-Behörde bekannt geben, ob sie weiter an dem Präparat festhält oder nicht. Das Vakzin wird aktuell erneut geprüft, da Deutschland und andere Länder die Impfungen wegen mehrerer Thrombosefälle ausgesetzt hatten. In Deutschland liegen bis zum jetzigen Zeitpunkt 13 gemeldete Fälle zu Blutgerinnseln in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen vor. Dies teilte das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mit.

Die Bundesregierung erwartet mit Spannung die Einschätzung der EU-Behörde zum Vakzin Astrazeneca. Die Bewertung der EMA soll nämlich bindend sein, wie das Ressort von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch (17.03.) mitteilte. Zusätzlich beraten die Ständige Impfkommission (Stiko) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) über den Impfstoff. Sowohl Jens Spahn als auch der Präsident des in Deutschland für solche Zulassungen zuständigen PEI wollen sich noch heute zu den Konsequenzen der Entscheidung der EU-Behörde äußern.

Astrazenca: Deutsche Ärzte gehen unter neuen Auflagen von Weiterverwendung des Vakzins aus

Deutsche Ärzte und Ärztinnen gehen mehrheitlich davon aus, dass Astrazeneca zugelassen bleibt. Gerechnet wird allerdings mit Auflagen. „Dann könnte es vielleicht eine Zulassung mit Einschränkungen geben - etwa nur für bestimmte Altersgruppen oder beispielsweise ohne gleichzeitige Nutzung der Pille“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), Frank Bergmann. Der Fachanwalt für Medizinrecht, Alexander Ehlers, hält einen generellen Stopp des Impfstoffs für unwahrscheinlich. 

Bisher wertet die EMA die mit dem Impfstoff Astrazeneca einhergehenden Vorteile für die Verhinderung von Covid-19 größer ein als das Risiko der Nebenwirkungen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte bereits vor voreiligen Schlüssen eines Impfstopps. 

Entscheidung der EU-Behörde: Bundesregierung wartet gespannt auf Einschätzung der EMA

Gleich nach der erwarteten EMA-Bewertung wollen sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten an diesem Freitag (19.03.) per Telefonkonferenz zusammenschalten. Dabei soll über das weitere Vorgehen in der Impfkampagne in Deutschland beraten werden. Auch über den Zeitplan für einen breiten Impfstart in Arztpraxen soll geredet werden. Gesundheitsminister Spahn hatte die Impfungen mit dem Vakzin Astrazenca am Montag vorübergehend gestoppt. Von den 13 gemeldeten Fällen von Thrombose nach Impfungen endeten drei tödlich. Bei den Betroffenen handele es sich laut Aussage der Gesundheitsbehörde um zwölf Frauen und einem Mann zwischen 20 und 63 Jahren.

Die EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen hatte betont, dass sie dem Impfstoff Astrazeneca vertraue. Sie erwarte von der EMA eine „deutliche Aussage“. Das Vakzin spielt eine wichtige Rolle in der Impfstrategie der EU. Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers hat zwar aktuell mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen, allerdings sind EU-weit allein für das zwei Quartal 70 Millionen Dosen anvisiert.

Astrazeneca besonders wichtig für Impfstrategie: Ohne starke Kühlung verimpfbar

Der besondere Vorteil bei diesem Impfstoff: Da das Vakzin nicht stark gekühlt werden muss, könnten es auch Hausärzte leicht verimpfen. Seit dem Start der Impfkampagne kämpfen die EU-Länder kämpfen mit einem Mangel an Impfstoffen. In den kommenden Wochen sollen aber immer mehr Menschen geimpft werden können.

In Deutschland sollen zum Beispiel die Probleme knapper Dosen und überlastetes Termin-Hotlines behoben werden. Die größte Lieferung an Impfstoff wird von Biontech/Pfizer erwartet - nach den bisherigen Planungen allein 40,2 Millionen Dosen im zweiten Quartal. Das Vakzin Astrazeneca sollte mit 16,9 Millionen Dosen dabei sein. 6,4 Millionen Dosen von Moderna wurden ebenfalls eingeplant.

Zulassung weiterer Impfstoffe erwartet: Johnson-&-Johnson und Sputnik V

Zudem wird in der zweiten Aprilhälfte der Lieferbeginn des Johnson-&-Johnson-Stoffs erwartet. Bereits im Mai oder Juni soll entschieden sein, ob das Präparat Curevac (Tübingen, Niederlande) zugelassen wird. Auch der russische Impfstoff Sputnik V könnte zugelassen werden. Eine entsprechende Forderung erhoben die Länderchefs von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die aktuelle Problematik stellt sich eindeutig dar: Beim Impfen gibt es einen Wettlauf gegen die Zeit. Die dritte Infektionswelle steht bevor. Das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet ein exponentielles Wachstum und die britische Mutation des Coronavirus macht schwere Krankheitsverläufe wahrscheinlicher. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI am Donnerstag (18.03.) bei 90 und damit deutlich höher als am Vortag. (Astrid Theil/dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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