Leere Pfarrhäuser und Wohnungen für Flüchtlinge

Asyl: Kirchen wollen mehr helfen

München – Die beiden großen Kirchen in Bayern wollen verstärkt nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge suchen.

Bisher bietet etwa das Erzbistum München und Freising 953 Flüchtlingen in 59 Objekten eine Unterkunft; im Bereich der Evangelischen Landeskirche werden zwischen 450 und 500 Asylbewerber unter dem Dach der Kirche betreut.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte in einer Brandrede in seinem Kabinett eine zu schleppende Asylpolitik vor allem im Bund beklagt. Er hatte zudem gefordert, dass zum Winter verstärkt Flüchtlinge in Einrichtungen der Kirchen untergebracht werden müssten.

Der Pressesprecher des Münchner Erzbistums, Bernhard Kellner, berichtet, es seien weitere Unterkünfte in Planung – freistehende Pfarrhäuser, Wohnungen, Grundstücke zum Aufstellen von Containern. „Man ist sich bewusst, in welcher Situation wir sind. Kardinal Reinhard Marx hat mehrfach gesagt, dass er damit rechnet, dass sich die Situation noch erheblich zuspitzen wird.“ Auch die evangelische Landeskirche arbeitet an der Bereitstellung weiterer Unterkünfte. Laut Pressesprecher Michael Mädler stehen derzeit 32 Wohnungen zur Verfügung – hinzu kommen zahlreiche Initiativen vor Ort von haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern. „Unser Ziel ist es, bis Mitte nächsten Jahres weitere 70 Wohnungen zur Verfügung zu stellen.“ An die Öffnung von Pfarrzentren ist noch nicht gedacht, zumal diese von den baulichen Gegebenheiten nicht geeignet seien. In der Staatsregierung wird aber auch das nicht ausgeschlossen. „Sie werden sehen, im Winter sind die Pfarrheime alle voll“, hieß es aus dem Kabinett.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warf der EU-Kommission bei einem gemeinsamen Auftritt mit Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner vor, der Nichtbeachtung europäischer Verträge durch Italien und Griechenland tatenlos zuzusehen. In beiden Ländern würden „überhaupt keine wirksamen Grenzkontrollen mehr stattfinden“.  

cm/cd/dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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