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Punkten nicht beim Wähler: Markus Söder (l.) und Horst Seehofer.

ZDF-Politbarometer

Asyl-Streit hat Folgen: Söder und Seehofer stürzen in Umfrage ab

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Der Asyl-Streit scheint der CSU mehr zu schaden als zu nutzen. Die Wähler bewerten Horst Seehofer und Markus Söder schlechter als in der Vorwoche. Auch mit der Bundesregierung sind sie unzufrieden.

Berlin - Im Asyl-Streit mit Kanzlerin Angela Merkel geht es der CSU auch um eines: Verlorengegangenes Vertrauen der Wähler wiedergutzumachen, die absolute Mehrheit in Bayern nicht zu verlieren. Doch das aktuelle ZDF-Politbarometer legt nahe, dass die Strategie derzeit eher nach hinten losgeht.

Die Ergebnisse des aktuellen ZDF-Politbarometers dürften den CSU-Alphatieren Hoster Seehofer und Markus Söder nicht freuen: In der Liste der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politiker stürzen beide ab. Horst Seehofer wird auf einer Skala von +5 bis -5 ,mit -0,3 bewertet (zuvor: +0,3). Markus Söder kommt mit einer Bewertung von -0,5 sogar auf den schlechtesten Wert für einen CSU-Politiker in den Top Ten seit zehn Jahren. 

Lesen Sie hier Alles zum Asyl-Streit im Nachrichten-Ticker

Zudem sinkt unter den Deutschen der Umfrage zufolge die Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung. Nach 64 Prozent vor drei Wochen sind insgesamt laut ZDF-Politbarometer nur noch 49 Prozent mit der Arbeit der großen Koalition zufrieden. Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, käme die Union auf 32 Prozent - ein Prozentpunkt weniger als noch vor drei Wochen. Obwohl sie gar nicht im Zentrum der Auseinandersetzung zwischen CDU und CSU steht, verliert die SPD sogar zwei Zähler und fällt auf 18 Prozent.

Nur noch Jamaika hätte eine Mehrheit

AfD und Grüne legen hingegen jeweils um einen Prozentpunkt auf 14 Prozent zu. Die FDP steigert sich um einen Prozentpunkt auf neun Prozent. Die Linke stagniert bei zehn Prozent. Neben einer großen Koalition hätte demzufolge nur eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen eine parlamentarische Mehrheit.

Auch interessant: Umfrage zum Asyl-Streit: Bayerische CDU wäre vor allem, für zwei Parteien eine Katastrophe

Gut ein Viertel der Befragten glaubt, dass aufgrund des Zerwürfnisses in der Migrationsfrage die Regierung aus Union und SPD zerbricht. 58 Prozent würden begrüßen, dass in Folge des Streits CDU und CSU künftig bei Wahlen in Deutschland getrennt antreten.

58 Prozent der Befragten befürworten die Forderung der CSU, Flüchtlinge, die bereits in anderen EU-Ländern registriert sind, zukünftig an der deutschen Grenze zurückzuweisen. Gut zwei Drittel (68 Prozent) glauben aber nicht, dass das in der Praxis funktioniere.

smu/dpa

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