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BAMF

BAMF überfordert

Asylakten stapeln sich: Bundes-Flüchtlingsamt verfehlt Zielvorgaben 

Asylanträge stapeln sich, die Bearbeitungszeiten dauern zu lange: Wie jetzt bekannt wurde, hinkt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seinen Zielvorgaben weit hinterher.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat Zeitungsberichten zufolge mehrere fürs laufende Jahr gesteckte Ziele verfehlt. Dies geht aus einem Vergleich bisher vorgelegter Zahlen sowie einer Vereinbarung der Behörde mit dem Bundesinnenministerium hervor, wie Nürnberger Nachrichten und Die Welt (beide Samstag) berichteten. 

Nach einem Zielvorgabe-Dokument vom 23. Januar sollte demnach etwa die Zahl der bis Ende 2016 aufgenommenen Asylanträge - sogenannte Alt-Verfahren - bis Ende Mai auf 79.000 schrumpfen. Wie das BAMF auf Anfrage der Zeitungen erklärte, waren Ende Juni allerdings noch 97.514 jener Verfahren nicht entschieden. Ende Juli waren es noch immer 81.432. Das BAMF war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auch bei der verabredeten Bearbeitungsdauer der Anträge hinkt das BAMF den Berichten zufolge bisher hinterher. Geplant sei, 2017 einen Durchschnitt von weniger als sechs Monaten zu erreichen. Ende Juli habe dieser Wert mit elf Monaten allerdings noch fast doppelt so hoch. Gut laufe es dagegen bei Anträgen, die nach dem 1. Januar 2017 gestellt worden seien. Hier sei eine Bearbeitungsdauer von weniger als drei Monaten verabredet, der tatsächliche Wert habe Ende Juli bei nur 1,7 Monaten gelegen.

Die Linke hat kürzlich die Personalpolitik im BAMF kritisiert: Wegen der viele befristeten Stelleherrsche dort Existenzangst und Stress. Das Amt hat in der Vergangenheit auch wiederholt durch Pannen für Schlagzeilen gesorgt - unter anderem beim Fall des Messerstechers von Hamburg und des Berlin-Attentäters Anis Amri und des als Flüchtling getarnten Bundeswehrsoldaten Franco A..

dpa

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