Auf Bundesamts-Gelände

Asylbewerber drohen mit Hungerstreik in Nürnberg

Nürnberg - Rund 80 Asylbewerber sind am Donnerstagabend in Nürnberg auf das Gelände des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vorgedrungen.

Nach einer vom Bayerischen Flüchtlingsrat verbreiteten Erklärung fordern sie die Anerkennung ihrer Asylanträge und drohten, am Freitag um 9.00 Uhr in den Hungerstreik zu treten. Etwa 40 der Asylbewerber harrten in der Nacht vor dem Gebäude aus. Die Lage sei ruhig geblieben, wie ein Polizeisprecher am frühen Freitagmorgen sagte.

Die Demonstranten warfen der Bundesrepublik „rassistische Gesetze“ vor und verlangten zugleich ein Gespräch mit dem Präsidenten des Bundesamtes. Ein Sprecher des Flüchtlingsrats sagte, drei Vertreter des Bundesamts hätten am Abend mit einer Delegation der Flüchtlinge gesprochen und die Überprüfung ihrer Verfahren zugesagt. Die Asylanträge der meisten Teilnehmer seien abgelehnt worden.

Am Abend berieten die Teilnehmer der Aktion über ihr weiteres Vorgehen. Anders als beim Hungerstreik von Asylbewerbern auf dem Münchner Rindermarkt im Juni 2013 seien keine Kinder dabei, sagte der Sprecher.

Die Polizei griff zunächst nicht ein. Rund 50 Unterstützer der Asylbewerber demonstrierten auf der Straße vor dem Gebäude.

Erst vor einer Woche hatten iranische Asylbewerber einen Hungerstreik in Würzburg nach einem Gespräch mit Bischof Friedhelm Hofmann abgebrochen. Hofmann habe ihnen zugesagt, ihr Anliegen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vorzutragen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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