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Wahlkampfmanager Michael Spreng (Mitte) 2002 mit Edmund Stoiber und Angela Merkel.

Abrechnung

Asylstreit: Ex-Stoiber-Berater Spreng mit vernichtendem Urteil über CSU

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Im Asylstreit meldet sich der frühere Stoiber-Wahlkampfmanager Michael Spreng zu Wort. Er sieht eine „Selbstzerstörung der CSU“. 

Er mühte sich im Bundestagswahlkampf 2002 um die Geschlossenheit der Unionsparteien: Michael Spreng, der ehemalige Chefredakteur von „Bild am Sonntag“ und dem Kölner „Express“. Damals ließ CDU-Chefin Angela Merkel dem CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber den Vortritt als Kanzlerkandidat. Und die Christdemokraten stellten sich eindeutig hinter den christsozialen bayerischen Ministerpräsidenten. In diesen Tagen ist vom damaligen Unions-Geist wenig bis nichts mehr zu spüren. 

Für Spreng steht fest, wer im Asylstreit die Hauptschuld an der Eskalation trägt: Die CSU. Mehr noch was sich momentan in Berlin abspiele, sei nichts weniger als die öffentliche Zerstörung der Christsozialen. „Was die CSU aufführt, ist eine Tragikomödie, ein Trauerspiel mit absurden und lächerlichen Zügen“, schreibt er auf seinem Blog Sprengsatz.de. „Es ist der öffentliche Selbstzerstörungsprozess einer einst stolzen Partei, die 70 Jahre lang die Politik der Bundesrepublik Deutschland und die Parteienlandschaft mitgeprägt hat.“

Für Spreng steht fest, dass der Konfrontationskurs der CSU die Partei in den Abgrund reißt: „6,2 Prozent erreichte sie nur noch bei der Bundestagswahl, 38,5 Prozent nur noch in Bayern. Die jetzige Selbstzerstörung ist nur die Fortsetzung ihres Niedergangs. Mia san mia, Bayern first – das sind Bretter, die sich die CSU selbst vor die Stirn genagelt hat.“ Sprengs Wahlanalyse darf man kritisch hinterfragen. Schließlich gibt es auch die Theorie, wonach die CSU massiv Stimmen verlor, weil sie im Wahlkampf an der Seite der Kanzlerin stand - die sie zuvor in der Flüchtlingspolitik massiv attackiert hatte.

Spreng zu Asylstreit: Drei Optionen für Seehofer

Im Asylstreit, so meint der ehemalige-Stoiber Wahlkampfmanager, habe die CSU sich „mit hohem Tempo und großer Brutalität“ in eine Sackgasse manövriert. Seehofer und seine Partei hätten nun noch drei Optionen.

1. Auf den Zurückweisungen bestimmter Flüchtlinge an den Grenze zu bestehen. Was zwangsläufig zu Seehofers Rauswurf, dem Bruch der Koalition und vielleicht sogar der Union führen müsse. 

2. Im Asylstreit mit der Kanzlerin nachzugeben, „was dazu führt, dass der vermeintlich kraftstrotzende bayerische Löwe als Bettvorleger landet“

3. Den Rücktritt von Horst Seehofer. Nur: Dessen Nachfolger stehe vor derselben Misere im Asylstreit. „Allerdings hätte im letzteren Fall Seehofer wenigstens als Märtyrer abtreten können.“

Das für Montag angesagte Fraktionstreffen wertet Spreng als „letztes sinnloses Gespräch mit der CDU“, das allein deshalb nichts bringen werde, weil die CDU schon einen klaren Beschluss zur Unterstützung der Kanzlerin gefasst habe.

Spreng wertet das Fraktionstreffen „Abschiedsbesuch einer einst stolzen Partei, die heute nicht einmal mehr 40 Prozent der bayerischen Wähler erreichen kann. Einer Partei, die sich selbst zerstört“.

Spreng: CSU sollte in Bayern bleiben

Die CDU müsse nun einsehen, dass sie mit der CSU keine funktionierende Regierung mehr möglich sei. Sprengs drastisches Fazit: „Ein Ende mit Schrecken wäre für die CDU, wäre für Deutschland besser als ein Schrecken ohne Ende. Die CSU hat Großes für Bayern geleistet. Dort und nur dort sollte sie auf ihre alten Tage bleiben.“

Dass die CSU Michael Spreng noch einmal als Wahlkampfmanager ruft, erscheint nach diesen Sätzen sehr unwahrscheinlich.

fro

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