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Außenminister Frank-Walter Steinmeier (re.) konferierte am Freitag mit dem griechischen Staatspräsidenten  Antonis Samaras.

Botschafter wird ausgewechselt

Steinmeier verspricht Athen weitere Hilfe

Athen  - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat dem Euro-Krisenland Griechenland weitere deutsche Unterstützung zugesagt. Zugleich hat Steinmeier die Griechen aufgefordert, den Reformweg fortzusetzen.

Bei einem Treffen am Freitag in Athen ermunterte er Ministerpräsident Antonis Samaras und dessen Mitte-Links-Koalition, trotz schlechter Stimmung in der Bevölkerung den Reformweg fortzusetzen. „Die Arbeit, die hier getan wird, ist nicht nur eine Arbeit für Griechenland, sondern für Europa. Dafür habe ich Ermutigung ausgesprochen.“ Griechenland hat seit Jahresbeginn auch die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union.

Das hochverschuldete Land steckt seit Jahren in einer schweren Krise, aus der es sich nur durch internationale Hilfspakete retten kann. Vier Monate vor den Europawahlen im Mai hat die Mitte-Links-Koalition nach allen Umfragen keine Mehrheit mehr. Steinmeier mahnte Samaras und Außenminister Evangelos Venizelos, die Sparbemühungen trotzdem nicht aufzugeben. „Beide wissen um die politischen Risiken, die dieser Weg für sie und ihre Parteien bedeutet. Aber beide sind ebenso überzeugt, dass der Weg der begonnenen Reformen nicht abgebrochen werden darf.“

Deutscher Botschafter in Athen wird ausgewechselt

Am Rande des Besuchs wurde bekannt, dass Deutschland seinen Botschafter in Athen auswechselt. Neuer Botschafter wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa der bisherige Beauftragte für die Beziehungen zu den anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, Peter Schoof. Der Spitzendiplomat löst auf Vorschlag Steinmeiers den bisherigen Botschafter Wolfgang Dold ab, der im Amt als Abteilungsleiter in die Zentrale nach Berlin zurückkehrt. Der 55-Jährige war seit März 2012 im Amt. Die Personalie muss vom Kabinett noch bestätigt werden.

Angesichts von anti-deutschen Stimmungen in Griechenland gehört der Botschafterposten in Athen zu den wichtigsten Posten, die zu vergeben sind. Wegen der Sparprogramme infolge der enormen Staatsverschuldung gibt es in Griechenland immer wieder massive Kritik an Berlin. Die Residenz des Botschafters war Ende Dezember Ziel eines Anschlags. Damals feuerten Unbekannte mit zwei Kalaschnikow-Sturmgewehren 60 Kugeln ab. Verletzt wurde niemand.

dpa

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