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Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras bei einer Parlamentssitzung in Athen. 

Gleichzeitig soll ein Flüchtlingslager geräumt werden

Athen hofft auf rasche Freigabe weiterer Hilfen

Die griechische Regierung dringt auf eine möglichst schnelle Freigabe weiterer Hilfen für das Land.

Athen - „Was gemacht werden muss, ist die Überbrückung der Differenzen zwischen Deutschland und dem IWF“, sagte der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos am Dienstag in Athen. Das griechische Volk habe sich angestrengt und alle Voraussetzungen erfüllt. Jetzt müssten die Gläubiger und Partner ihre Versprechen einhalten.

Griechische Arbeiter protestieren gegen die Massenarbeitslosigkeit im Land. 

Um den Weg für neue Finanzhilfen zu ebnen, hatte Griechenland zuletzt ein weiteres hartes Sparprogramm in Höhe von knapp fünf Milliarden Euro beschlossen. In der Nacht zum Dienstag konnten sich die Minister der Eurozone wegen eines Streits über Schuldenerleichterungen allerdings noch nicht auf die Freigabe eines neuen Kredits einigen. Dieser wird von der dortigen Regierung im Juli zur Rückzahlung alter Verbindlichkeiten gebraucht. Am 15. Juni soll es einen neuen Einigungsversuch geben.

Griechische Behörden wollen Flüchtlingslager bei Athen räumen

Unterdessen will die griechische Regierung ein provisorisches Flüchtlingslager bei Athen räumen. Ein Vertreter des Migrationsministeriums sagte am Dienstag, die Menschen würden derzeit über die Schließung des Camps Elliniko informiert. In Kürze würden die Flüchtlinge in andere Lager verlegt. Amnesty International rief die griechischen Behörden auf, menschenwürdige Unterkünfte zur Verfügung zu stellen.

In dem Lager Elliniko auf dem früheren Athener Flughafengelände hausen nach offiziellen Angaben derzeit rund 700 Menschen, vorwiegend aus Afghanistan. Amnesty kritisierte unter Berufung auf die Bewohner die "mangelhaften sanitären Verhältnisse, die eingeschränkte Privatsphäre und die unsichere Situation". Niemand bedauere deshalb die Schließung des Lagers; allerdings müssten die Flüchtlinge über ihren Umzug informiert werden.

Einen genauen Zeitplan für die Verlegung in andere Lager gibt es laut dem Ministeriumsvertreter nicht. "Es wird aber nicht Monate dauern", sagte er. Nach Medienberichten dürften die meisten Bewohner des Lagers nach Thiva rund hundert Kilometer nördlich der Hauptstadt umgesiedelt werden.

Wegen der Schließung der Balkanroute sitzen über 60.000 Flüchtlinge in Griechenland fest

In Griechenland sitzen den Behörden zufolge rund 62.000 Flüchtlinge fest. Grund ist das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei sowie die Schließung der Grenzen im Norden Griechenlands im März 2016.

Nach dem Abkommen sollen Flüchtlinge, die über die Ägäis gekommen sind, in die Türkei zurückgebracht werden. Für jeden so abgeschobenen Syrer soll die EU einen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufnehmen. Die meisten der in Griechenland festsitzenden Menschen stammen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Pakistan.

afp/dpa

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