+
Außenminister Heiko Maas (SPD, l.) spricht zu Beginn seines Antrittsbesuchs mit Nikos Kotzias, Außenminister von Griechenland. Foto: Petros Giannakouris/AP

Maas besucht Griechenland

Athen: Reparationsforderung für Kriegsschäden weiter möglich

Es ging schon einmal vor drei Jahren um 289 Milliarden Euro, die Griechenland von Deutschland für Schäden und Verbrechen im Zweiten Weltkrieg verlangte. Jetzt taucht die Forderung wieder auf - allerdings ohne konkrete Summen.

Athen (dpa) - Die griechische Regierung behält sich weiter Reparationsforderungen an Deutschland für Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg vor.

"Was historisch richtig ist, muss man angehen zum geeigneten Zeitpunkt und auf dem geeigneten Weg und zur richtigen Stunde", sagte Außenminister Nikos Kotzias am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Heiko Maas in Athen.

Der griechische Parlamentspräsident Nikos Voutsis hatte kürzlich bei einer Rede in einer von der Wehrmacht zerstörten Ortschaft auf Kreta angekündigt, dass er noch in diesem Jahr das Ergebnis einer langjährigen Untersuchung zu Reparationsforderungen präsentieren wolle.

Eine vom Parlament einberufene Kommission aus Experten hatte bereits vor drei Jahren den Umfang der Kriegsschäden auf mindestens 289 Milliarden Euro beziffert. Es wird damit gerechnet, dass sich das Parlament in Athen im Dezember auf diese Studie beruft.

"Ich glaube, jede Regierung respektiert ihr Parlament. Deshalb werden wir uns diesen Bericht anschauen, wenn der Parlamentspräsident ihn vorlegt", sagte Kotzias. "Und wir werden uns dazu äußern."

Auch in Polen gibt es Bestrebungen, Reparationen für die von Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg verursachten Schäden zu fordern. Für Deutschland ist das Thema mit dem 1990 als internationale Grundlage für die deutsche Wiedervereinigung unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag abgeschlossen. Darin heißt es, es seien "keine weiteren Reparationen" vorgesehen.

Parlament

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

ZDF-Frau Hayali meldet sich nach Wochen zurück - mit düsteren Postings
Dunya Hayali war einen Monat lang von Facebook verschwunden. Als sie sich wieder zu Wort, meldet offenbart sie den Fans ihre Gefühle. 
ZDF-Frau Hayali meldet sich nach Wochen zurück - mit düsteren Postings
Bei Zapfenstreich für Ursula von der Leyen: ARD-Kommentar erbost die Zuschauer 
Ursula von der Leyen ist mit dem Großen Zapfenstreich verabschiedet worden, die Zeremonie war im TV zu sehen. Zuschauer störten sich an einem Detail.
Bei Zapfenstreich für Ursula von der Leyen: ARD-Kommentar erbost die Zuschauer 
Greta Thunberg: Flaute auf See - Kritik an Flügen der Crew in die USA
Greta Thunberg ist auf dem Weg per Renn-Segelboot über den Atlantik. Über die Langstreckenflüge, die ihre Crew absolviert, wird heftig diskutiert.
Greta Thunberg: Flaute auf See - Kritik an Flügen der Crew in die USA
Umfrage unter Briten: Lieber No-Deal-Brexit als Corbyn
Oppositionschef Jeremy Corbyn will den Brexit ohne Abkommen verhindern und dafür eine Revolte anzetteln. Doch sowohl in der britischen Bevölkerung als auch bei anderen …
Umfrage unter Briten: Lieber No-Deal-Brexit als Corbyn

Kommentare