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Das Hamburger Wohnhaus von Bundesfinanzminister Olaf Scholz nach der Attacke. Foto. Bodo Marks Foto: Bodo Marks

Mehr als zehn Angreifer

Attacke auf Hamburger Wohnhaus von Vizekanzler Scholz

Mehr als zehn vermummte Angreifer zünden Reifen an und schmeißen Farbgläser auf ein Hamburger Mehrfamilienhaus, in dem auch der Bundesfinanzminister eine Wohnung hat. Es wird eigentlich besonders bewacht. Wie konnte das passieren?

Hamburg (dpa) - Eine Gruppe Vermummter hat das Hamburger Wohnhaus von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) attackiert.

Eine Gruppe von mindestens zehn Personen habe in der Nacht zunächst einen Autoreifen vor dem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Altona angezündet und danach mit schwarzer Farbe gefüllte Marmeladengläser gegen die Hauswand geworfen, teilt die Polizei mit. Die Täter seien geflüchtet. Der SPD-Politiker selbst wollte zu dem Zeitpunkt mit Kanzlerin Angela Merkel zum G20-Gipfel nach Argentinien fliegen und war nicht in der Wohnung. In seiner Berliner Dienstzeit nutzt der frühere Hamburger Bürgermeister zudem eine weitere Wohnung im nahe gelegenen Potsdam.

In Hamburg hatte eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife den brennenden Reifen entdeckt und gelöscht. Er lag neben einem Wachhäuschen der Hamburger Polizei - Scholz' Wohnhaus wird wegen seiner hohen Gefährdung bewacht, allerdings nur wenn er in der Hansestadt ist. Die Wohnung bewohnt der 60-Jährige gemeinsam mit Ehefrau Britta Ernst, die Bildungsministerin in Brandenburg ist. Möglicherweise wollten die Täter auch die Scheiben des Gebäudes einwerfen, da lose Pflastersteine gefunden wurden.

Ein Großaufgebot der Polizei suchte nach den Tätern, die aber unerkannt entkamen. Der Staatsschutz ermittelt nun wegen einer politischen Straftat. Ob der Anschlag im Zusammenhang mit dem beginnenden G20-Gipfel in Buenos Aires und den angekündigten Protesten steht, ist unklar.

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