Attila Hildmann bei einer Kundgebung gegen die Corona-Politik der Bundesregierung in Berlin.
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Das Hacker-Kollektiv Anonymous hat zum Beginn der Woche einen weitreichenden Angriff auf Attila Hildmann ausgeführt.

100.000 Mails erbeutet

Hacker-Kollektiv Anonymous legt Attila Hildmann lahm - und übernimmt Telegram-Kanal

  • Felix Durach
    VonFelix Durach
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Das Hacker-Kollektiv Anonymous hat einen Angriff auf Attila Hildmann durchgeführt. Dabei wurde wohl auch strafrechtlich relevantes Material erlangt.

München – Mitglieder des internationalen und dezentralen Kollektivs Anonymous haben am Montag einen Hacker-Angriff auf die Internetpräsenz den Kochbuchautor und Verschwörungsideologen Attila Hildmann gestartet. Der Gruppierung ist es dabei gelungen, mehrere von Hildmann geführte Webseiten und Blogs, sowie ein Großteil dessen Gruppen auf dem Messenger-Dienst Telegram unter Kontrolle zu bringen.

Hacker-Kollektiv legt Hildmanns Internet-Präsenz lahm - Websites und Blogs übernommen

So ist seit Dienstag auf der offiziellen Website von Hildmann nur noch das Logo des Anonymous-Kollektivs so wie ein Video zu sehen, in dem sich die Hacker an Hildmann richten und ihre Handlungen erklären. Ebenso veröffentlichte Anonymous auf dem Telegram-Kanal von Attila Hildmann, wo dem 40-Jährigen über 66.000 Menschen folgen, eine Nachricht. „Attila wird diesen Kanal nicht zurückkriegen, er ist für immer unser“, teilt das Kollektiv hierbei Hildmanns Followern mit. Telegram galt als wichtigster Kommunikationskanal des 40-Jährigen, wo dieser seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 mitunter antisemitische Verschwörungsideologien teilt und seine Follower zum Widerstand aufruft.

Hildmann verliert wichtigste Kommunikationskanäle durch Hack - 100.000 Mails erbeutet

Den Hack vollziehen konnte Anonymous einem Bericht des Blogs anonleaks.net, der über Aktionen des Kollektivs informiert, zu Folge, da ein ehemaliger Vertrauter Hildmanns dessen Zugangsdaten zu diversen Plattformen an Anonymous-Mitglieder übergeben hatte. In dem Blogeintrag wird ebenfalls eine Auflistung der Seiten und Kommunikationskanäle zur Verfügung gestellt, die das Kollektiv unter seine Kontrolle bringen konnte. „Damit haben wir Attila fast seine gesamte Reichweite genommen. Einige Kanäle wird er sich zurückholen, aber seine wichtigsten, die mit den meisten Followern...nö. Sind nicht seine“, kann man dort lesen.

Hildmann war im vergangenen Jahr in die Türkei geflohen und untergetaucht, nachdem die Berliner Justiz einen Haftbefehl wegen Volksverhetzung gegen ihn herausgegeben hatte. Bereits kurz nach seiner Flucht machten Gerüchte die Runde, wonach Hildmann von einem Mitarbeiter der Justiz vor dem bevorstehenden Haftbefehl gewarnt wurde. Informationen darauf könnten nun aus den fast 100.000 Mails hervorgehen, die Anonymous in seinen Besitz bringen konnte. Auch t-online berichtete davon, dass man Beweise für die Existenz dieser Mails hatte einsehen können.

Anonymous hackt Corona-Leugner Hildmann – Kochbuchautor bestätigt Datenverluste

Der 40-Jährige hat sich mittlerweile auf einem verbliebenen Telegram-Kanal zu den Vorgängen geäußert und den Verlust seiner Daten bestätigt. „Alle Plattformen, wo man unzensiert kommunizieren kann, sind jetzt weg. Mein operatives Geschäft, wo man meine Bio-Produkte kaufen kann, ist weg“, erklärt Hildmann laut t-online. Es tue ihm „sehr leid für alle, die jetzt in irgendeiner Form angeschrieben werden“.

Ob Anonymous die strafrechtlich relevanten Informationen in Bezug auf Hildmann an die Behörden weiterleiten wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Das Kollektiv habe nach Angaben von anonleaks.net das Vertrauen in diese verloren. Doch auch ohne direkte strafrechtliche Konsequenzen stellt der Hacker-Angriff einen harten Schlag gegen die Internetpräsenz, Reichweite und Online-Geschäfte von Atilla Hildmann dar. (fd)

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