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Guido Wolf ist Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg.

Verhältnis Baden-Württemberg zu Bayern

Guido Wolf: "Auf der Südschiene ginge deutlich mehr"

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München - Guido Wolf ist der Spitzenkandidat der CDU, der in Baden-Württemberg 2016 Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) herausfordert. Gestern traf er in München Horst Seehofer. Ein Gespräch.

Herr Wolf, Horst Seehofer hat angekündigt, Sie wie einen Staatsgast zu empfangen. Wie war’s?

Mir war ehrlich gesagt viel wichtiger, dass er mich wie einen Freund empfangen hat. Wir sind uns einig, dass Bayern und Baden-Württemberg künftig wieder mehr an einem Strang ziehen müssen.

Hat er Hilfe für den Wahlkampf angeboten?

Es scheint ihm ein großes Anliegen zu sein, dass die CDU auch in Baden-Württemberg wieder Regierungsverantwortung übernimmt. Ich habe das gute Gefühl, dass er uns dabei unterstützen wird.

In welchem Zustand ist denn die einst so berühmte Südschiene?

Da ginge deutlich mehr. Schauen Sie sich die Debatte über den Länderfinanzausgleich an: Bayern zahlte 2014 fast fünf Milliarden Euro, Baden-Württemberg weit über zwei. Diese erhebliche Schieflage ist ein dauerndes Ärgernis. Der Süden muss gemeinsam auf ein Ausgleichssystem dringen, das nicht leistungsfeindlich ist.

Bislang weigert sich Baden-Württemberg, der Klage von Hessen und Bayern beizutreten . . .

Hätte die CDU die Landtagswahl gewonnen, wären wir längst dabei. Sollte 2016 noch kein Urteil gefallen sein, schließen wir uns natürlich an.

Ein Streitthema sind die Stromtrassen. Herr Seehofer will überhaupt keine – in Baden-Württemberg sieht man das anders.

Wir sind da aufgeschlossener. Windenergie sollte dort generiert werden, wo es auch tatsächlich windet, nämlich im Norden des Landes. Diese Energie muss dann in den Süden gebracht werden.

Sehen Sie Chancen auf eine Einigung mit Bayern?

Ich habe nicht den Eindruck, dass sich Seehofer generell gegen Trassen ausspricht. Den Südlink hat er bei unserem Treffen von sich aus angesprochen – eine Trasse, die er offenbar durchaus für notwendig hält. Er verlangt aber zunächst ein stimmiges Konzept für den Energiemix aus Kohle, Gas und erneuerbare Energien. Zu Recht: Wir sind nicht aus der Atomkraft ausgestiegen, um sie durch Kohle zu ersetzen.

Zu Baden-Württemberg: Wir stehen ein Jahr vor der Wahl, aber die SPD hat schon eine Koalition mit Ihrer „erzkonservativen CDU“ ausgeschlossen.

Ich bin erstaunt, in welcher Härte Grüne und SPD über mich herziehen. Das kann ich aushalten. Sie scheinen zu merken, dass die CDU in großer Geschlossenheit auftritt.

Sind Sie denn so erzkonservativ?

Vielleicht sehen es SPD und Grüne als erzkonservativ an, wenn man das Bildungschaos in Baden-Württemberg beenden will. Beim Familienbild und in der Gesellschaftspolitik bin ich es sicher nicht.

Schließen Sie denn Koalitionen aus?

Mit allen im Landtag vertretenen Parteien, also Grünen, SPD und FDP, würde ich sprechen. Das ist die Lehre aus der letzten Landtagswahl. Die Ausschließeritis von damals war für uns der Anfang vom Weg in die Opposition. Allein die AfD ist für uns kein Partner.

Vor der Bundestagswahl 2017 werden viele auf Ihr Ergebnis schauen. Spüren Sie den Druck?

Natürlich. Aber sollte es wirklich einen Superwahltag mit Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt geben, könnten wir für die CDU schon ein bärenstarkes Signal senden.

Zusammengefasst: Mike Schier

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