Britisches Kabinett billigt Entwurf für Brexit-Abkommen mit EU

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Auf dem SPD-Sonderparteitag begegnete Martin Schulz einigen Zweiflern.

Geteiltes Echo

Pressestimmen: So reagieren die deutschen Zeitungen auf die SPD-Entscheidung

Der knappe Entscheid auf dem SPD-Parteitag hat deutschlandweit für Furore gesorgt. So haben die Tageszeitungen das Ergebnis kommentiert.

München - Denkbar knapp haben sich die Stimmberechtigten auf dem SPD-Parteitag für eine Aufnahme von Koalitionsverhandlungen ausgesprochen. Das Echo in den deutschen Medien war ein sehr vielfältiges. Wir fassen für Sie zusammen, wie die großen Tageszeitungen das Ergebnis kommentiert haben.

Über die aktuellsten Entwicklungen in den Koalitionsverhandlungen halten wir Sie in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.


Die Welt: „Die SPD wird also weiter mit den Unionsparteien sprechen - mal defensiv verzagt gegenüber sich selbst, mal aggressiv gegenüber dem möglichen künftigen Koalitionspartner und hat sich immer weiter in Richtung einer rein sozialpolitisch orientierten Klientelpartei verengt. Von einer Partei, die mit dem Anspruch diskutiert, eines Tages das Kanzleramt zu führen, verlangt man mehr.“

Hannoversche Allgemeine Zeitung: „Für Parteichef Schulz ist dies dennoch nur ein Etappensieg. Dass es Fraktionschefin Andrea Nahles war, die mit ihrem Einsatz die Stimmung auf dem Parteitag zugunsten des Vorsitzenden drehte, dürfte die Autorität von Schulz innerhalb der SPD weiter schwächen.“

Münchner Merkur: „Die SPD rollt die rote Fahne ein und hisst die weiße. Das gequälte Ja des Sonderparteitag zu Verhandlungen für eine neue GroKo war kein selbstbewusster Aufbruch in ein neues Kräftemessen mit einer schwächer werdenden Kanzlerin, sondern eine Kapitulationserklärung aus Angst vor dem Untergang. Verzagt und weinerlich marschiert die Partei in die dritte Koalition unter Angela Merkel.“

Badische Neue Nachrichten: „Die massiven Bedenken zur GroKo belasten die anstehenden Gespräche mit der Union gewaltig. Die Wortführer der Konservativen werden sich bei jedem Zugeständnis fragen, ob sich das Verbiegen denn wirklich lohnt. Wie weit sie wirklich sozialdemokratischen Verhandlungsführern entgegenkommen sollen, die anschließend ihre eigenen Erfolge nicht ihren eigenen Gefolgsleuten vermitteln können.“

Martin Schulz an Martin Schulz gescheitert?

Süddeutsche Zeitung: „Wenn es am Ende doch noch schiefginge, wäre Schulz an jener Stimmung gescheitert, die er selbst heraufbeschworen hat. Er ist als Kanzlerkandidat angetreten, der mit der großen Koalition nichts gemein haben wollte. Er hat so getan, als könnte man sich an einer Regierung mit der Union und an Angela Merkel kontaminieren wie an Atommüll. Wenn die SPD sich am Ende gegen eine große Koalition entscheidet, ist Martin Schulz daran gescheitert, dass er Martin Schulz nicht vergessen machen konnte.“

Mitteldeutsche Zeitung: „Die SPD geht damit zwar als zerrissene Partei in die Koalitionsverhandlungen, aber auch mit einem taktischen Vorteil: Die Union hat kein Interesse an einer Neuwahl (von einzelnen Glücksrittern mal abgesehen). Sie muss die SPD also nun mit Vorsicht behandeln, wenn es funktionieren soll. Das bedeutet nicht nur einen gemäßigten Ton, sondern auch inhaltliche Zugeständnisse.“

Weser-Kurier: „Nicht nur für die SPD war dies eine schicksalhafte Abstimmung, bei der Union hat man ebenfalls nervös nach Bonn geschaut - schließlich ist eine erneute Große Koalition für Angela Merkel und Horst Seehofer nach dem Scheitern von Jamaika der letzte Rettungsanker. Da geht also noch etwas in den Koalitionsverhandlungen für die SPD, auch wenn sich die Union sicherlich nicht erpressen lassen wird.“

„Parteivorsitzender inzwischen ein Kontrahent“

Frankfurter Rundschau: „Viele erinnerten aber mit der Entweder-oder-Haltung an die Streitereien in der sozialdemokratischen Geschichte, an deren Ende sich gar Teile der Partei abspalteten. Profitiert hat davon immer der politische Gegner. Bei manch einem aktuellen Beitrag hatte man den Eindruck, dass der Parteivorsitzende inzwischen ein Kontrahent ist.“

Stuttgarter Zeitung: „Viele Schicksalsfragen hat die SPD nun erst einmal vertagt: Wie lange kann sie Martin Schulz als Parteichef noch ertragen? Welche Rolle soll er künftig spielen? Ist ihr Anspruch, Volkspartei sein zu wollen, nicht viel zu verwegen angesichts des dramatisch schrumpfenden Wählerpotenzials?“

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