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Flüchtlinge vom Balkan (Archivbild).

Asylpolitik

Flüchtlinge: Balkan-Zentrum kommt nach Bamberg

München – Bayerns Staatsregierung wird das zweite „Aufnahme- und Rückführungszentrum“ für chancenlose Asylbewerber vom Balkan in Bamberg eröffnen.

Das ebenfalls zur Diskussion stehende Donauwörth erhält eine reguläre Erstaufnahmeeinrichtung. Darauf haben sich die jeweiligen Stadtverwaltungen und die Staatsregierung verständigt.

Nachdem das oberbayerische Manching für das erste der zwei geplanten Aufnahmezentren ausgewählt worden war, suchte die Staatsregierung zuletzt mit Hochdruck bayernweit nach einem Standort für das zweite dieser umstrittenen Zentren für unerwünschte Asylbewerber vom Balkan. In der nordschwäbischen Stadt Donauwörth gab es daraufhin massive Proteste. Nun wird dort in der Alfred-Delp-Kaserne eine reguläre Erstaufnahmeeinrichtung für rund 600 Asylbewerber eröffnet.

Der Freistaat stellt für den Umbau fünf Millionen Euro zur Verfügung. Die Nutzung als Flüchtlingszentrum sei bis Ende 2019 befristet, hieß es. Der Stadtrat von Donauwörth hatte in der vergangenen Woche eine Resolution gegen das Zentrum für 1500 Balkan-Flüchtlinge verabschiedet. Die Industriestadt will die leerstehende Kaserne lieber als Bauland nutzen und kann diese Pläne nun zumindest teilweise umsetzen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte bei einem Besuch in Manching, er rechne mit einem weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen. „Wir steuern auf 600.000 und mehr zu.“ Das Bundesamt für Migration hatte bisher mit 450.000 kalkuliert und will Ende August seine Zahlen erneuern. Dieser Wert ist schon fast erreicht.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte weitere Hilfe der Bundeswehr bei der Bewältigung der Flüchtlingsströme zu. Die CDU-Politikerin besichtigte in Sonthofen im Allgäu ein Wohnheim für Asylbewerber, das in einem Teil einer Kaserne eingerichtet wurde. Die Bundeswehr habe bisher schon für mehrere tausend Menschen Unterkünfte geschaffen, sagte sie. Zudem rette die Marine im Mittelmeer Menschen von havarierten Flüchtlingsbooten vor dem Ertrinken. Bundesweit hat die Bundeswehr 15 Grundstücke zur Unterbringung von Flüchtlingen gestellt. In Hamburg, Sachsen-Anhalt und Brandenburg dienen rund 140 Bundeswehr-Großzelte der Aufnahme von Asylbewerbern.

mm/dpa

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