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Alle gegen einen? Bei „Hart aber fair“ sorgte die Meinung von CDU-Mitglied Ralf Höcker für großen Diskussionsstoff. 

Unions-Rebell bringt möglichen Nachfolger ins Spiel 

Aufreger bei „Hart aber fair“: CDU-Mitglied zählt Merkel an

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Berlin - Wenn es nach CDU-Mitglied Frank Höcker geht, hat Angela Merkel ausgedient. Er attackierte die Bundeskanzlerin scharf - und präsentierte sogleich einen eigenen Wunsch-Kandidaten. 

„Die ewige Kanzlerin – ist Merkel die Lösung oder das Problem?“ - das war am Montagabend das zentrale Thema bei der ARD-Talkshow „Hart aber fair“. Und die Gästeliste war durchaus prominent: Neben dem Ex-Vorsitzenden der Grünen, Jürgen Trittin, empfing Moderator Frank Plasberg auch CDU-Politiker Elmar Brok, Spiegel-Redakteurin Melanie Amann und Welt-Journalist Alan Posener. Ebenfalls mit dabei: CDU-Mitglied Frank Höcker. Was anfangs noch nicht zu ahnen war: Sein Auftritt sollte DAS bestimmende Diskussionsmotiv der über einer Stunde dauernden Gesprächsrunde werden. 

Zum Thema Merkel hatte der Jurist und Medienanwalt jedenfalls eine klare Meinung. "Sie hat diese Partei genommen und nach links verschoben und auf SPD und Grüne gesetzt", so Höcker. "Ich erkenne diese Partei nicht wieder." Mit der parteiinternen Gruppe „Konrads Erben“ will er nun Merkels erneute Kandidatur für das Bundeskanzleramt unbedingt verhindern. Sein Appell: „Frau Merkel, treten Sie nicht noch einmal vier Jahre an.“

Anlass zur Kritik sieht er dabei auch in Merkels Europapolitik. So habe die Bundeskanzlerin Deutschland mit ihren Alleingängen dahin gebracht, dass „unsere Nachbarn uns nicht mehr verstehen.“ Und weiter: „Konrad Adenauer würde sich im Grab umdrehen“. Harte Worte vom langjährigen CDU-Mitglied. 

Höcker zum geeignetsten Kanzler-Kandidaten: "In der idealen Welt wäre Jens Spahn ein paar Jahre älter"

Zu diesem Zeitpunkt war das wahre - wenn auch fragwürdige - Highlight der Sendung im Übrigen noch gar nicht gefallen. Denn auf Trittins Aussage, der Union fehle - Merkel ausgeschlossen - ein geeigneter Kandidat, erwiderte Höcker lapidar: „Spahn, wenn er etwas älter wäre. Jetzt macht Schäuble noch zwei Jahre Kanzler. Solange legen wir Spahn auf Eis. Dann macht er das.“ Höcker sähe dieser Aussage also Jens Spahn, im Moment Staatssekretär bei Finanzminister Wolfgang Schäuble, als geeignetsten Unions-Kandidaten. "In der idealen Welt wäre Jens Spahn ein paar Jahre älter", ergänzte er noch. 

CDU-Rebell Höcker: Kritik von allen Seiten 

Mit derlei Ansichten stand Höcker in der ARD-Diskussionsrunde jedoch ziemlich alleine da. "Die CDU war nie rechts oder konservativ. Sie war immer eine liberale und christlich-soziale Partei“, erinnerte CDU-Politiker Elmar Brok und bezeichnete Merkel als „letzten Stabilitätsanker in Europa“ - eine entschiedene Absage an Höckers Statements.  

Ähnlich bewertete auch Alan Posener, Journalist für die Tageszeitung Die Welt, die Lage. „Es gibt niemanden außer ihr, der den Laden zusammenhält." Zu Höckers Aussage, Merkel habe die konservative Volkspartei nach links in Richtung SPD und Grüne geschobenen, meinte er: "Sie hat die CDU dahin gerückt, wo das Volk war."

Für diesen Schritt gab es sogar Lob vom Bundestagsabgeordneten der Grünen, Jürgen Trittin. „Sie hat die CDU ein Stück modernisiert, in der Energiepolitik, mit von der Leyen in der Frauenpolitik.“ Zwar habe Merkel den richtigen Zeitpunkt abzudanken verpasst. Allerdings seien ihr eben auch die Hände gebunden. „Die CDU hat keinen anderen“, konstatierte er. 

lpr

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