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Ungewöhnlicher Fototermin in der Staatskanzlei: Söder vor dem Anbringen des Kreuzes. 

„Bekenntnis zur Identität“

Aufregung um das Kruzifix: Jetzt spricht Söder

Ab dem 1. Juni ist ein angebrachtes Kreuz in den Eingangsbereichen der Behörden Pflicht, das hat der Ministerrat per Verordnung beschlossen. Warum, das erklärt Markus Söder jetzt.

München – Markus Söder steht vor einer weißen Wand und greift zum Kreuz. Der Nagel ist schon eingeschlagen, alles ist angerichtet für einen Handgriff mit Symbolwirkung. Der CSU-Ministerpräsident lächelt noch kurz in die Kameras, zack, schon hängt das Kruzifix im Foyer der Münchner Staatskanzlei. Ihm sollen viele weitere folgen – und zwar in den Eingangsbereichen aller Behörden des Freistaats. Ab dem 1. Juni ist ein angebrachtes Kreuz dort Pflicht, das hat der Ministerrat per Verordnung beschlossen. Gemeinden, Landkreisen und Bezirken wird empfohlen, entsprechend zu verfahren.

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„Das Kreuz ist nicht ein Zeichen einer Religion“, hat Söder zuvor verkündet. Das Anbringen in staatlichen Behörden sei deshalb auch „kein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot“. Söder spricht stattdessen von einem „Bekenntnis zur Identität“ und zur „kulturellen Prägung“ Bayerns.

„Barmherzigkeit und Nächstenliebe“ wäre wichtiger

Lob gibt es von der AfD. Alle anderen Parteien gehen derweil davon aus, dass es Söder weniger um das kulturelle Erbe geht als um das Ergebnis der CSU bei der Landtagswahl im Herbst. „Da muss ich sagen, da ist das Kreuz zu schade, als dass es hier instrumentalisiert wird für parteipolitische Spielchen“, sagt Florian Streibl, der Parlamentarische Geschäftsführer der Freien Wähler. „Statt Kruzifixe an Behördenwände zu nageln, würde es der christlichen Verantwortung eher gerecht werden, Barmherzigkeit und Nächstenliebe im politischen Alltag vorzuleben“, sagt die Grünen-Landesvorsitzende Sigi Hagl.

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Deutlicher wird der FDP-Vorsitzende Christian Lindner. Auf Twitter teilt er mit: Söder und die CSU würden Religionen permanent für die Parteipolitik instrumentalisieren. Ihn erinnere das an den türkischen Präsidenten Erdogan. „Das Grundgesetz hat keine Konfession“, erklärt Lindner.

Übrigens: Das nun in der Staatskanzlei angebrachte Kreuz hat durchaus einen religiösen Hintergrund. Es ist katholisch geweiht und evangelisch gesegnet, ein Geschenk von Friedrich Kardinal Wetter an die Staatsregierung. Bis vor zehn Jahren hing es im Kabinettssaal. Nun dürfte es dank Söder zum meistdiskutierten Kruzifix der Republik werden.

ja/mfh

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